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Krankengeld: Kommt die Teil-Krankschreibungen für Arbeitnehmer?

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Krankengeldausgaben zu hoch  

Experten wollen Teil-Krankschreibungen für Arbeitnehmer

07.12.2015, 15:42 Uhr | dpa, AFP

Krankengeld: Kommt die Teil-Krankschreibungen für Arbeitnehmer?. Bislang gilt in puncto Krankschreibung die "Alles-oder-nichts"-Regelung.  (Quelle: dpa)

Bislang gilt in puncto Krankschreibung die "Alles-oder-nichts"-Regelung. (Quelle: dpa)

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für das Krankengeld sind in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen will daher die Regelungen zum Krankengeld reformieren. Damit soll möglich werden, dass Arbeitnehmer nur zu 25 oder 50 Prozent krank geschrieben werden. 

Bei Arbeitsunfähigkeit bekommen Arbeitnehmer bislang zunächst sechs Wochen weiter Lohn oder Gehalt. Danach zahlen die gesetzlichen Kassen ihren Versicherten in der Regel Krankengeld. Im vergangenen Jahr lagen die Krankengeldausgaben bei 10,6 Milliarden Euro und damit auf dem bisherigen Höchststand, zeigt ein Gutachten des Sachverständigenrats.

Etwa die Hälfte der Ausgaben gehe auf gestiegene Beschäftigung, Löhne und Lebensarbeitszeit zurück, erläuterte der Vorsitzende Ferdinand M. Gerlach. Doch auch eine Zunahme etwa psychischer Erkrankungen schlage zu Buche. 

UMFRAGE
Was halten Sie von den vorgeschlagenen Teil-Krankschreibungen?

Teil-Arbeitsunfähigkeit soll Ausgaben der Krankenkassen senken

Um die Ausgaben zu senken, schlagen die Gesundheitsexperten vor, eine teilweise Krankschreibung nach skandinavischem Vorbild einzuführen. Damit könnten Erwerbstätige je nach ihrem Gesundheitszustand zumindest teilweise ihrer Arbeit nachgehen. Derzeit gilt in Deutschland eine "Alles-oder-Nichts-Regelung". Bei einer sogenannten Teil-Arbeitsunfähigkeit könnten Betroffene künftig hingegen auf 100 Prozent, 75 Prozent, 50 Prozent oder 25 Prozent Arbeitsunfähigkeit eingestuft werden. Das Einkommen würde dann durch ein Teil-Krankengeld ergänzt.

Ferner fordern die Experten, Ungleichbehandlungen zwischen verschiedenen Krankengeldbeziehern abzubauen. Vor allem sollten die Übergänge zwischen Krankengeld, Übergangsgeld, Arbeitslosengeld I und Erwerbsminderungsrente klarer geregelt werden. Damit wirke man potenziellen Fehlanreizen entgegen, den Krankengeldbezug möglichst lange auszuschöpfen.

Bessere Prävention für psychische Erkrankungen

Auch empfehlen die Sachverständigen, Präventionsangebote und medizinische Behandlungen zu verbessern - vor allem bei "besonders krankengeldrelevanten" Krankheiten wie psychischen Erkrankungen und Rückenleiden. So müssten psychisch Erkrankte schneller als bisher behandelt werden.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erklärte, das Gutachten gebe "wichtige Anstöße" für weitere Maßnahmen. Zuletzt hatte sich der Ausgabenanstieg beim Krankengeld in den ersten drei Quartalen dieses Jahres erstmals wieder abgeflacht.

Die Grafik zeigt die Krankengeld-Ausgaben der Krankenkassen.

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