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Ernährung: Süßstoffe zum Abnehmen ungeeignet

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ERNÄHRUNG | SÜßSTOFFE  

Süßstoffe verwirren das Gehirn

09.06.2008, 13:19 Uhr | cme

Süßstoff hilft nicht beim Abnehmen. (Foto: Imago)Süßstoff hilft nicht beim Abnehmen. (Foto: Imago)Wer beim Abnehmen Zucker sparen will, greift gerne mal zu Light-Produkten und künstlichem Süßstoff. Da Saccharin, Aspartam & Co. keine Kalorien enthalten, werden sie als gute Alternative zum Dickmacher Zucker angesehen. Doch eine aktuelle Studie zeigt: Das Gehirn lässt sich durch den Süßstoff nicht täuschen. Während die Geschmacksnerven das Signal "süß" registrieren, fehlt im Gehirn die typische Belohnungsreaktion, die beim Genuss von Zucker ausgelöst wird. Die Folge: Der Appetit auf Süßes bleibt bestehen. Auch deutsche Experten bestätigen: Zu viel Süßstoff schadet mehr als er nützt.

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Keine Glücksgefühle bei künstlichem Süßstoff

Das Forscherteam der University of California in San Diego beobachtete an zwölf Probanden die Prozesse, die im Gehirn ablaufen, während man Zucker oder Süßstoff - in diesem Fall Sucralose - zu sich nimmt. Der relativ neue Süßstoff ist EU-weit zugelassen und wird in Deutschland unter anderem in Ketchup eingesetzt. Obwohl Zucker und Sucralose die gleichen Genuss- und Geschmacksleitungen anregen, fiel die Reaktion im Gehirn unterschiedlich aus. Nur bei echtem Zucker wurde das Belohnungszentrum aktiviert und das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet. Die Forscher schließen daraus, dass das Gehirn durch Süßstoffe nicht ausreichend "gesättigt" wird.

Nahrungsregulation gerät durcheinander

Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass Süßstoffe nicht beim Abnehmen helfen. Der Körper wird durch die Kombination von Süße und fehlenden Kalorien offenbar verwirrt und verlangt noch mehr Nährstoffe. So zeigten US-Wissenschaftler der Purdue University an Tierversuchen, dass Tiere, deren Futter mit Süßstoff gesüßt war, anschließend mehr Gewicht zunahmen und auch größere Mengen an kalorienreichem Futter fraßen. Die Erklärung der Wissenschaftler: Gibt es trotz süßem Geschmack keine Kalorien, gerät die Nahrungsregulation durcheinander, der Körper verlangt erst recht süße Produkte.

Macht Süßstoff hungrig?

Über die Wirkung von Süßstoff im Organismus gibt es zahlreiche Hypothesen. Eine davon besagt, dass Süßstoff dem Körper vorgaukelt, dass er Zucker zum Abbau geliefert bekommt. Wenn jemand etwas Süßes schmeckt, egal ob Süßstoff oder Zucker, gibt die Bauchspeicheldrüse Insulin ins Blut ab. Da Insulin den Süßstoff nicht verarbeiten kann, würde es sich über den restlichen Zucker im Blut her machen, was wiederum zu einer Absenkung des Blutzuckerspiegels führe. Die Folge: Der Organismus reagiert mit Hunger. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schließt sich dieser Meinung jedoch nicht ganz an: "Wissenschaftlich ist nicht bewiesen, dass der Blutzuckerspiegel sinkt und die Zellen beim Einsatz von Süßstoff unterversorgt sind", sagt Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl von der DGE.

Weniger ist mehr

Die Expertin sieht vor allem zwei Vorteile von Saccharin & Co.: "Gut ist an Süßstoff zwar, dass er die Zähne nicht schädigt und fast keine Kalorien hat", so Gahl, "aber zum Abnehmen eignet er sich nur bedingt." Zudem stellen die künstlichen Süßungsmittel eine zuverlässige Hilfe für Diabetiker dar. "Ein Einsatz von Süßstoff bei Gewichtsreduktions-Diäten kann sinnvoll sein, wenn der Übergewichtige normalerweise größere Mengen Zucker zu sich nimmt", erklärt Gahl. Generell sollte Süßstoff aber nach dem Minimalprinzip verwendet werden, da der Körper sich sonst zu sehr an den süßen Geschmack gewöhnt. Wer einfach nur ein paar Pfunde los werden will, sollte laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung daher einfach weniger Zucker essen. So gewöhnen sich Abnehmwillige wieder an den Eigengeschmack von Lebensmitteln und das Verlangen nach dem süßen Geschmackserlebnis wird eingedämmt.

Der psychologische Effekt

Antje Gahl vermutet hinter dem gesteigerten Appetit eher einen psychologischen Effekt. "Wer Süßstoff oder Light-Produkte verwendet, isst meistens mehr als sonst, da sie ja kalorienarm sind", sagt Gahl. Anstatt einem Rädchen Wurst kommen von der Light-Variante dann zum Beispiel zwei oder drei Scheiben aufs Brot. Genauso verhält es sich mit Ersatzstoffen für Zucker. Mancher Verbraucher beruhigt sein schlechtes Gewissen durch Light-Produkte, isst dafür aber größere Portionen. Für Menschen, die ihre Ernährung nicht im Gesamten umstellen wollen und einfach Zucker durch Süßstoff ersetzen, ist die Chance abzunehmen deshalb eher gering.

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