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Kohlenhydrate: Warum Kohlenhydrate besser sind als ihr Ruf

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Kohlenhydrate  

Warum Kohlenhydrate besser sind als ihr Ruf

11.02.2011, 10:27 Uhr | cme

Kohlenhydrate: Warum Kohlenhydrate besser sind als ihr Ruf. Kohlenhydrate: Zu einer gesunden Ernährung gehört auch Getreide. (Foto: imago)

Kohlenhydrate: Zu einer gesunden Ernährung gehört auch Getreide. (Foto: imago)

Ob "Schlank im Schlaf", Logi-Methode oder andere Low-Carb-Varianten - die aktuellen Diät-Ratgeber suggerieren vor allem eins: Dass Kohlenhydrate irgendwie ungesund sind. Doch machen Nudeln, Kartoffeln und Brot wirklich dick und krank? "Nein", sagt Prof. Helmut Heseker, Ernährungswissenschaftler an der Universität Paderborn und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). "Es kommt vor allem auf die Qualität der Kohlenhydrate an." Im Gespräch mit der Lifestyle-Redaktion von t-online.de erläutert der Experte, welche Kohlenhydrate empfehlenswert sind und welche nicht.

Vollkornprodukte "uneingeschränkt empfehlenswert"

Verfechter der Low-Carb-Diäten argumentieren meist damit, dass Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben und der Körper daraufhin Insulin ausschüttet. Die Folge können Heißhungerattacken und Fetteinlagerungen sein. Das ist zwar richtig, gilt aber vor allem für die "schlechten" Kohlenhydrate, die schnell ins Blut gehen, also zum Beispiel für Zucker, Honig oder Weißbrot. Hochwertige Kohlenhydrate, die vor allem in Vollkornprodukten stecken, können hingegen bedenkenlos verzehrt werden. Nicht nur das: Sie gelten sogar als wichtige Energielieferanten und unverzichtbare Ballaststoffquellen. "Wer Kohlenhydrate - insbesondere Getreideprodukte - reduziert, nimmt zwangsläufig zu wenig Ballaststoffe auf", sagt Prof. Heseker.

Nudeln und Brot liefern wichtige Ballaststoffe

Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die nicht nur die Verdauung regulieren, sondern auch Cholesterin- und Blutzuckerspiegel in Schach halten. Regelmäßig verzehrt beugen sie ernährungsbedingten Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Krankheiten vor. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher, rund 30 Gramm Ballaststoffe am Tag zu verzehren - eine Menge, die ohne Getreideprodukte wie Brot und Nudeln nur schwer erreicht werden kann. Vor allem Vollkornprodukte senken das Risiko für ernährungsbedingte Krankheiten.

Mehr Getreide, weniger Zucker

"Die Auswertung zahlreicher Studien zeigt, dass es keinen Grund gibt, die bisherigen Empfehlungen zu ändern", sagt Heseker. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, etwa die Hälfte der Energie (Kalorien) über Kohlenhydrate aufzunehmen. Im Januar diesen Jahres wurde die DGE-Leitlinie zu Kohlenhydraten veröffentlicht. Die Experten weisen nun stärker auf die Qualität der Kohlenhydrate und Fette im Essen hin. "Ballaststoffreiche Lebensmittel, vor allem Vollkornprodukte, sollten den größten Anteil an den kohlenhydratliefernden Lebensmitteln haben", sagt Heseker. Süßwaren und gesüßte Getränke sollten dagegen eingeschränkt werden.

Das Gehirn braucht Kohlenhydrate

Kurzfristig schadet eine Einschränkung der Kohlenhydrate nicht. Allerdings steigt damit der Fett- und Eiweißanteil im Essen. Langfristig ist das nicht empfehlenswert. Eine ausgewogene Ernährung sorgt nicht nur für genügend Ballaststoffe, sondern auch für eine ausreichende Zufuhr an allen Vitaminen und Mineralstoffen. Zudem zeigte kürzlich eine Studie der Tufts University in Massachusetts, dass bei einer kohlenhydratarmen Diät Konzentration und Gedächtnis leiden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Organen kann das Gehirn seine Energie nämlich nicht aus Fetten, sondern nur aus Kohlenhydraten gewinnen.

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