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Hungerhormon Ghrelin: Warum uns der Anblick von Essen hungrig macht

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Hungerhormon Ghrelin  

Wie das Hungerhormon Ghrelin unser Essverhalten steuert

17.01.2012, 14:31 Uhr | afp / akl, AFP

Hungerhormon Ghrelin: Warum uns der Anblick von Essen hungrig macht. Das Hungerhormon verführt uns zum Essen - auch wenn wir satt sind.

Das Hungerhormon verführt uns zum Essen - auch wenn wir satt sind.

Der Anblick von Pizza, Wiener Schnitzel und Schokoladenkuchen lässt uns nicht kalt. Im Gegenteil: Unser Appetit wird geweckt, auch wenn wir satt sind. Forscher haben herausgefunden, dass das bloße Ansehen leckerer Speisen das Hungerhormon Ghrelin aktiv werden lässt. Wie uns Ghrelin in die Hungerfalle lockt.

Ghrelin steuert unser Essverhalten

Als Hauptregulator steuert das Stoffwechselhormon Ghrelin unser Essverhalten. Es beeinflusst die Hirnregionen, die für unser Hunger- und unser Sättigungsgefühl zuständig sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) steigt der Ghrelinspiegel vor der Nahrungsaufnahme an und signalisiert Hunger. Nach dem Essen sinkt der Spiegel wieder ab. Dieser Mechanismus läuft automatisch ab und kann willentlich nicht beeinflusst werden.

Ghrelin bremst die Fettverbrennung

Auch Stress treibt den Ghrelinspiegel nach oben. Das erklärt, warum Menschen in Stresssituationen mehr essen. Leider bremst Ghrelin aber auch die Fettverbrennung. Dadurch kann das Gewicht stetig nach oben klettern. Laut DGE ist bei adipösen, also krankhaft übergewichtigen, Personen zu beobachten, dass der Ghrelinspiegel nach der Nahrungsaufnahme nicht absinkt - es stellt sich kein Sättigungsgefühl ein. Die Betroffenen essen viel mehr. Das Beruhigende ist aber, dass dieser Kreislauf durchbrochen werden kann, wenn die Betroffenen an Gewicht verlieren.

Gucken macht hungrig

Ghrelin ist auch im Spiel, wenn uns beim Anblick leckerer Speisen das Wasser im Mund zusammenläuft. Das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München nun herausgefunden. Für ihre Studie untersuchten sie, wie acht gesunde junge Männer auf eine Serie von 50 Bildern reagieren, die entweder gut schmeckende Speisen darstellten oder nicht essbare Objekte zeigten. Dabei wurden die Konzentrationen verschiedener Hormone im Blut gemessen, die an der Regulation der Nahrungsaufnahme beteiligt sind. Die Forscher konnten einen Anstieg der Ghrelin-Konzentration als Reaktion auf die optischen Reize mit Speisen messen.

Essen, auch wenn man satt ist

Obwohl die Studien-Teilnehmer vorher etwas gegessen hatten und nicht hungrig waren, bekamen sie durch die Bilder Essgelüste. "Ein Mechanismus, der uns dazu verleiten könnte, bereits zwei Stunden nach dem Frühstück ein Stück Kuchen zu verzehren", erklärte die MPI-Forscherin Petra Schüssler. Schüssler empfiehlt daher Menschen mit Gewichtsproblemen, den Anblick von Bildern appetitlicher Lebensmittel möglichst zu vermeiden. Doch das ist leichter gesagt als getan. In der Werbung sind eine Menge leckerer Bildreize zu finden. Die allgegenwärtige Präsenz von appetitanregenden Lebensmitteln in den Medien könnte nach Einschätzung der Wissenschaftler auch zur Gewichtszunahme in der westlichen Bevölkerung beitragen.

Wenig Schlaf, mehr Ghrelin

Auch bei zu wenig Schlaf produziert der Körper vermehrt Ghrelin. Wer übernächtigt ist, hat tagsüber mehr Lust auf Süßes und Fettes und nimmt so einiges an Kalorien zusätzlich zu sich. Auf lange Sicht gesehen, kann zu wenig Schlaf zu Übergewicht führen. Empfohlen werden sieben bis acht Stunden Schlaf.

Die Art der Nahrung beeinflusst Ghrelinspiegel

Auch die Zusammensetzung der Nahrung hat Einfluss auf die Produktion des Hormons. Nach kohlenhydratreichen Speisen sinkt laut DGE der Ghrelinspiegel innerhalb einer Stunde wieder ab. Wir fühlen uns satt. Nach fettreicher Kost dauert das Absinken dreimal so lange. Die Gefahr mehr zu essen, steigt demnach. Dennoch ist Ghrelin nicht das einzige Hormon, das Einfluss auf unsere Hunger- und Sättigungsgefühle hat. Auch andere Stoffwechselhormone wie Leptin, Cortisol und Insulin spielen eine Rolle.

Gewichtsverlust durch Blockierung des Hormons?

Ältere Studien zeigten bereits, dass eine Blockierung des Hormons bei Mäusen zu Gewichtsverlust führte und den Blutzucker bis zu 40 Prozent senkte - auch dann, wenn die Mäuse genauso viel fraßen wie vorher. Auch wenn die Forschungen noch nicht abgeschlossen sind - dieses Wissen kann für neue Medikamente zur Bekämpfung von Übergewicht und Diabetes hilfreich sein.

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