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So viele Kalorien verbrennen Sie beim Hausputz

12.03.2012, 16:55 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Putzen als Workout. Wenn Sie Putzen als Abnehmprogramm sehen, fällt es gleich viel leichter. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn Sie Putzen als Abnehmprogramm sehen, fällt es gleich viel leichter. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Putzen, Bügeln, Wischen. Hausarbeit macht selten Spaß und gehört nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der meisten Menschen. Wissenschaftler raten deshalb, Anreize für Schrubben, Saugen und Co. zu schaffen. Wer die Hausarbeit als Fitnessprogramm sieht, dem fällt sie leichter. Experten erklären, wie es funktioniert.

Hauptsache Bewegung lautet die These

Prof. Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Sporthochschule Köln beschreibt diesen Ansatz so: "Das Schlimmste ist Inaktivität. Unseren Milliarden von Körperzellen ist es egal, welche Art von Bewegung wir machen. Hauptsache wir sind in Bewegung, auch im Haushalt. Das hilft, den Stoffwechsel anzuregen, um gesund zu bleiben." In die gleiche Richtung argumentiert Prof. Rainer Stamminger von der Universität Bonn: "Wer den Spieß umdreht, sieht Hausarbeit nicht als Last, sondern nutzt sie als persönliches Fitnessprogramm. Das hilft, sich für die ungeliebte Hausarbeit zu motivieren." Und aus der Schufterei im Haushalt kann dann sogar Wellness werden. Stamminger schlägt daher vor: "Bei schönem Wetter die Wäsche auf dem Balkon oder im Garten aufhängen. Erstens duftet die Wäsche besser und zusätzlich tanken wir auch noch Sonne."

Fit trotz technischer Helfer

Die vielen technischen Hilfsmittel im Haushalt machen es allerdings nicht einfach, körperlich in Schwung zu kommen. "Hausarbeit heute hat nichts mehr mit der Hausarbeit vor 50 oder 100 Jahren zu tun. Sie ist bei weitem nicht mehr so anstrengend. Wäsche von Hand waschen zum Beispiel war früher harte Arbeit", erläutert Stamminger. Waschmaschine, Küchenmaschine, Trockner und Co. nehmen heute Arbeit ab und rauben Bewegung. Da müssen kleine Tricks her. Froböse rät, beim Bügeln den Wäschekorb nicht neben das Bügelbrett zu stellen, sondern in einen anderen Raum. So muss jedes Wäschestück einzeln geholt werden. "Wer 3.000 Schritte am Tag mehr einstreut, läuft zwei Kilometer mehr", rechnet Froböse vor. Seine Forschung habe gezeigt: "Die beste Wirkung für unseren Körper hat die Bewegung bei suboptimaler Unterforderung." Sprich: Um fit zu bleiben, muss man bei der Hausarbeit nicht aus der Puste kommen.

Wäsche aufhängen verbrennt 50 Kilokalorien

Der Sportwissenschaftler Andreas Müller von der Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung tritt allerdings auf die Spaßbremse. Seiner Meinung nach reichen einfache Bewegungen im Haushalt nicht aus, um die Fitness dauerhaft zu erhalten. Da müsste man schon etwa Fenster putzen und dabei die Leiter hoch- und wieder runterklettern, ähnlich wie auf einem Stepptrainer. Generell sollte ein Muskelkater drohen können, sagt Müller. Das könne etwa beim Zubereiten von Klößen sein oder Kneten, beim Wäschewaschen mit der Hand und dem Holzhacken. Kraft kostet es laut Stamminger aber auch schon, Wäsche bügeln und in die Schränke einzusortieren. Wer ordentlich schuftet, verbrennt also auch bei der Hausarbeit Kalorien. Nach Angaben der Verbraucher Initiative Berlin verbraucht eine 70 Kilogramm schwere Person in 15 Minuten bei folgenden Tätigkeiten im Haushalt diese Kilokalorienmenge: Aufräumen 30, Bügeln 35, Kochen 40, Wäsche aufhängen 50, Boden wischen 60, Betten beziehen 62, Staubsaugen 70, Fenster putzen 83, Gartenarbeit 88, Treppen steigen 121.

Essen kochen beliebter als Fenster putzen

Die Überwindung zur Hausarbeit gelingt besonders gut, wenn diese mit einem Entertainmentprogramm verbunden ist, raten die Experten. "Wer die Hausarbeit als Fitnessprogramm sieht, ist damit viel glücklicher als diejenigen, die sie nur als Last betrachten. Fenster putzen und Bügeln sind äußerst unbeliebt. Essen kochen oder Gartenarbeit sind viel beliebter", erläutert Stamminger. "In unseren Studien sehen viele das Bügeln entspannter, wenn sie nebenbei fernsehen durften." Man sollte trotzdem die Aufgaben zügig erledigen und nicht nur auf mehr Spaß durch Abwechslung in den Haushaltsaufgaben bauen. "Ich würde sämtliche Fenster auf einmal putzen, weil man sich etwa den Wischer, das Fensterleder und den Putzeimer herrichten muss", rät der Professor. Auch sei es sinnvoll, den Arbeitsgang in einem Rutsch durchzuziehen und nicht das Putzen für das Kochen oder Wäschewaschen zu unterbrechen. "Dafür sprechen auch Umweltgesichtspunkte: Wer nur wenige Fenster putzt, braucht mehr Wasser und produziert mehr Abwasser", sagt Stamminger.

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