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Gesunde Ernährung: Fettarme Milch hilft gegen Bluthochdruck

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ERNÄHRUNG I MILCH  

Fettarme Milch senkt Bluthochdruck-Risiko

22.02.2008, 16:27 Uhr | sum/ cme

Milch beliefert den Körper mit Kalzium und wichtigen Vitaminen.  (Foto: Imago)Milch beliefert den Körper mit Kalzium und wichtigen Vitaminen. (Foto: Imago)Frauen, die regelmäßig Milch trinken, haben ein geringeres Bluthochdruck-Risiko. Allerdings gilt dies nur für fettarme Milchprodukte, wie eine Langzeitstudie der Harvard-Universität ergab. Demnach sinkt durch Kalzium und Vitamin D das Risiko. Die Forscher gehen davon aus, dass die gesättigten Fettsäuren in Vollmilch die positive Wirkung von Kalzium und Vitaminen wieder aufhebt. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch nicht erwiesen. Beim Thema Milch scheiden sich ohnehin die Geister - ist Milch gesund oder macht sie dick?

Milch wirkt, Tabletten nicht

Der Wissenschaftler Lu Wang und seine Kollegen von der Harvard-Universität in Boston haben rund 30.000 Frauen über 45 Jahre mehrere Jahre lang zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Sie fanden heraus, dass fettarme Milchprodukte die günstige Auswirkung auf den Blutdruck um zehn Prozent erhöhen, wie das Fachmagazin "Hypertension" berichtete. Frauen, die Kalzium in Tablettenform zu sich nahmen, bekamen dagegen eben so häufig Bluthochdruck wie Frauen, die Vollmilch tranken oder gar keine Milchprodukte konsumierten.

Magermilch macht Muckis

Der Genuss von fettarmer Milch ist nicht nur gesund, sondern beschert Sportlern offenbar auch einen besonders großer Muskelzuwachs. Die enthaltenen Eiweiße fördern den Muskelaufbau nämlich deutlich stärker als Proteine aus Soja oder Molke. Dies hat eine Studie der McMaster University in Hamilton, Ontario gezeigt. Die Erklärung: Soja und Molke enthalten vor allem schnell verdauliche Proteine, die das Blut kurzzeitig mit Aminosäuren überfluten. Einen dauerhaften Muskelaufbau hingegen, unterstützen die langsam verdaulichen Proteine aus Magermilch besser. Der ideale Effekt wird erzielt, wenn man das Eiweiß nach dem Training zu sich nimmt. Dänische Forscher haben kürzlich nachgewiesen, dass ein optimaler Muskelzuwachs nur möglich ist, wenn der Hunger direkt nach dem Training gestillt wird.

Kein Dickmacher

Und wie verhält es sich bei normaler Milch, ist sie tatsächlich schlecht für die Figur? Zu viel Fett macht dick, das gilt in der Ernährungswissenschaft als erwiesen. Tierische Fette gelten als besonders ungesund, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Doch ganz so einfach scheint die Rechnung nicht zu sein, zumindest was Milch betrifft. So zeigte eine Studie an 800 italienischen Grundschülern, dass Milchtrinker im Durchschnitt schlanker sind. Auch Prof. Jürgen Schrezenmeir von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Kiel bestätigte: "Milchverzehr geht mit einem geringeren Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Diabetes einher". Die gesundheitlichen Vorteile von Milch überwiegen seiner Einschätzung nach.

Wer Milch meiden sollte

Milchgegner argumentieren häufig mit der schlechten Verträglichkeit des Kuhproduktes. Tatsächlich vertragen 80 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung keinen Milchzucker, weil ihnen das zuständige Enzym fehlt. In Deutschland sind davon allerdings nur rund 14 Prozent der Erwachsenen betroffen - und nicht jeder entwickelt ernsthafte Symptome. Anders sieht es bei einer Allergie gegen Kuhmilcheiweiß aus. Nach Angaben von Prof. Schrezenmeir entwickeln etwa ein Prozent aller Erwachsenen diese Allergie. Dann allerdings muss auf Milcheiweiß völlig verzichtet werden, um eine allergische Reaktion zu vermeiden. Milchprodukte vorsorglich generell wegzulassen hält Schrezenmeir dagegen für wenig sinnvoll: "Dann müsste man auch auf andere hochallergene Lebensmittel wie Fisch, Obst, Nüsse und vieles mehr verzichten", so der Experte.

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