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Ernährung: Zucker killt Gehirnzellen

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Zucker  

Zucker killt Gehirnzellen

25.08.2008, 09:40 Uhr | bri

Zucker bringt die Appetitkontrolle durcheinander. (Foto: imago)Zucker bringt die Appetitkontrolle durcheinander. (Foto: imago)Zucker ist der Dickmacher Nummer eins unter den Lebensmitteln. Forscher aus Australien haben jetzt einen weiteren Grund entdeckt, warum Zucker für Pfunde auf den Hüften sorgt: Die süßen Kristalle lassen jene Zelle im Gehirn schneller sterben, die den Appetit kontrollieren. Die Folge: Man hat mehr Hunger. Wer schlank bleiben will, sollte also Zucker sooft wie möglich meiden. Doch in vielen Lebensmittel steckt mehr Zucker als man denkt. Wir haben die größten Zuckerfallen für Sie aufgelistet.

Warum man immer dicker wird

Die Forscher waren auf der Suche nach Nahrungsmitteln, die das Hungergefühl des Körpers durcheinander bringen. Bei Zucker wurden sie fündig. Kreist viel Zucker im Blut, gedeihen freie Radikale, die den Tod von Zellen begünstigen. "Je mehr Zucker man isst, umso mehr Zellen zur Appetitkontrolle gehen verloren und umso mehr isst man", schreibt der Internist Zane Andrews im Fachmagazin Nature. Er fand heraus, dass vor allem im Alter zwischen 25 und 50 Jahren die schädliche Wirkung verstärkt einsetzt. Der Verfall der Appetitkontrolle im Körper ist für die Forscher ein wichtiger Grund, warum Menschen in mittleren Jahren stärker an Gewicht zulegen.

Zuckerbombe zum Frühstück

Mit einer möglichst zuckerarmen Ernährung kann man sich gegen das drohende Übergewicht stemmen. Allerdings jedoch steckt in vielen Nahrungsmitteln Zucker drin, wo man es kaum vermutet. Schon beim Müsli zum Frühstück geht es los: Cornflakes, Schoko-Pops oder süße Müsli-Mischungen stehen durch ihren teils hohen Zuckergehalt schon länger in der Kritik. Sie bestehen bis zu 40 Prozent aus Zucker. Müsli oder so genannte Cerealien, also Getreideprodukte fürs Frühstück gelten als ausgewogene, gesunde Alternative. Doch schnell tappt man in die Zucker-Falle. So stecken in 100 Gramm Nestlé Fitness immerhin noch 25 Gramm Zucker, in den Wellness-Flakes von Aldi sogar 32 Gramm. Auf der Verpackung sucht man oft vergeblich nach dem Missetäter.

17 Stück Würfelzucker im Wellnesswasser

Doch nicht nur bissfesten Leckereien enthalten jede Menge Zucker. Auch bei Getränken wird der Zuckergehalt oftmals unterschätzt. Ein Test der Arbeitskammer Österreich von 64 Getränken zeigte, wie viel Zucker in beliebten Durstlöschern steckt. Eistees enthalten demnach 19 bis 24 Würfelzuckerstückchen je Liter. Erfrischungsgetränke auf Mineralwasserbasis, so genannte Wellnesswasser kommen auf 7 bis 17 Stück je Liter. "Bei Apfelsaft oder Orangensaft, den man selbst mit Wasser aufspritzt, entspricht der Zuckergehalt zum Vergleich etwa nur rund 13-15 Stück Würfelzucker je Liter", so die Tester in ihrem Bericht.

Von wegen "ohne Zucker"

„Ohne Zuckerzusatz“ - damit werden die Getränke häufig beworben. "Es bedeutet nicht, dass diese keinen Zucker enthielten", so die Tester. Vielmehr heißt das nur, dass Zucker nicht extra zugesetzt wird. Der Zuckeranteil stammt jedoch von den verwendeten Fruchtsaftanteilen. Gesünder ist dieser jedoch nicht. Neue Studienergebnisse zeigen sogar, dass Fruchtzucker (Fruktose) bei gleicher Menge schneller dick macht als normaler Industriezucker.

Gesunder Zusatz? Fruchtzucker macht schneller dick
Rechenbeispiel So viel Zucker steckt in Ihrem Lieblingsgetränk

Ein halber Liter Apfelsaft deckt den Tagesbedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass Zucker nur zehn Prozent unserer täglichen Energiezufuhr ausmachen sollte. Der Körper braucht am Tag rund 2000 bis 3000 Kilokalorien, für Frauen liegt dieser Wert eher an der unteren Grenze. Das Maß ist also mit 50 Gramm Zucker bereits voll, was ungefähr 17 Würfeln entspricht. Damit decken Limo, Eistee und sogar Wellnesswasser locker den Tagesdedarf. Auch nach einem halben Liter Apfel- oder Orangensaft wäre bereits Schluss.

Zuckerfallen besser entlarven

Das Positive für alle Verbraucher: Bei verarbeiteten Lebensmitteln müssen alle Zusatzstoffe, also auch die "versteckten Zucker", vollständig aufgelistet sein. So schreibt es die Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung vor. Auch die Reihenfolge ist festgelegt. Als erstes kommen die Hauptzutaten, dann die mit dem nächst geringen Anteil und zum Schluss die E-Nummern. So können Sie mit einem Blick auf die Zutatenliste erkennen, ob ein Lebensmittel eine Zuckerbombe ist. Stehen Bezeichnungen wie Invertzucker, Fruchtzucker oder Maltodextrin oder eben Zucker vorne, enthält das Produkt einen hohen Zuckergehalt.

Brauner Zucker - besser als weißer Zucker?

Unter gesundheitsbewussten Genießern hält sich ein Gerücht hartnäckig: Brauner Zucker soll wegen seines höheren Mineralstoff- und Vitamingehalts besser sein als sein weißer Verwandter. Das braune Pendant enthält tatsächlich Spuren dieser Nährstoffe. Aber in so geringen Mengen, dass sie keine Bedeutung für die Versorgung des Körpers haben. Manchen Menschen schmeckt brauner Zucker einfach besser, weil er einen leicht malzigen Geschmack hat. Der Kalorien- und Kohlenhydratgehalt der beiden Sorten unterscheidet sich aber nicht.

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