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Pilzvergiftung: Pilzsammeln kann tödlich enden

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Pilzberatung  

Drastische Zunahme von Pilzvergiftungen

20.09.2010, 11:55 Uhr | dpa, dpa

Pilzvergiftung: Pilzsammeln kann tödlich enden. Achtung: Der weiße Knollenblätterpilz ist extrem giftig. (Foto: imago)

Achtung: Der weiße Knollenblätterpilz ist extrem giftig. (Foto: imago)

Die Zahl der Pilzvergiftungen ist nach Feststellungen des Giftinformationszentrums (GIZ-Nord) in Göttingen in diesem Jahr stark gestiegen. Es gebe etwa doppelt so viele Anfragen zu tatsächlichen und möglichen Vergiftungen wie in den Vorjahren, sagte der GIZ-Experte Martin Ebbecke der Nachrichtenagentur dpa. Die Zahl der Verdachtsfälle liege pro Saison normalerweise bei etwa 300. In diesem Jahr dürften es rund 600 werden.

Massen von Pilzen und viele unerfahrene Sammler

Der Grund für die drastische Zunahme sei der für das Pilzwachstum günstige feuchte Sommer. Derzeit gebe es fast überall Massen von Pilzen und viele unerfahrene Sammler, die einfach drauflos sammelten. Hauptverursacher schwerer oder gar tödlicher Pilzvergiftungen seien Knollenblätterpilze, sagte Ebbecke. Im August sei in Braunschweig eine 69-jährige Frau gestorben. Sie hatte Champignons sammeln wollen, diese aber mit dem hochgiftigen Knollenblätterpilz verwechselt. Mehrere andere Sammler aus Norddeutschland hätten in den vergangenen Wochen so schwere Vergiftungen erlitten, dass sie eine neue Leber benötigten, sagte Ebbecke. Er riet dringend davon ab, Pilze ohne Fachkenntnisse zu sammeln.

Ratgeber - Achtung, giftige Pilze! Diese Arten sind lebensgefährlich

Was muss ich beim Pilzsammeln beachten?

Als oberstes Gebot gilt: Wenn Sie nicht wirklich sicher sind, ob ein gefundener Pilz auch zum Verzehr geeignet ist, lassen Sie ihn besser im Wald stehen. Sie sollten sich auch nicht nur auf ein Buch verlassen, denn je nach Jahreszeit und Wachstumsphase können Pilze ganz anders aussehen, als auf Bildern.

Wie teste ich, ob ein Pilz giftig ist?

Vertrauen Sie ebenfalls nicht auf alte Weisheiten, wie beispielsweise die Verfärbung des Pilzes, wenn man ihn mit einem Silberlöffel oder einer Zwiebel zusammen kocht. Es gibt keine seriöse Methode, um giftige Pilze von Speisepilzen zu unterscheiden. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie Ihren Fund jemandem zeigen, der sich gut damit auskennt, wie beispielsweise einem Förster. Im Zweifel immer nicht essen. (Bovist: So unterscheiden Sie die essbaren Sorten)

Wie äußert sich eine Pilzvergiftung?

Nicht jede Pilzvergiftung ruft die gleichen Symptome hervor. In den meisten Fällen klagen Betroffene über Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindelgefühl und Benommenheit, bis hin zu Lähmungserscheinungen in den Extremitäten. Es kann aber unterschiedlich lange dauern, bis eines oder mehrere dieser Symptome auftreten. Das hängt von der Sorte und von der Menge des Giftes ab. Deshalb kann nur einige Minuten dauern, bis eine Reaktion eintritt, aber auch einige Tage.

Was ist zu tun, wenn ich eine Vergiftung vermute?

Wenn Ihnen einige Zeit nach dem Essen der Pilze schlecht wird oder Sie Symptome einer Pilzvergiftung aufweisen, dann sollten Sie sofort die Giftinformationszentrale (0700 – GIFTINFO bzw. 0700 – 44384636) anrufen und sich ins nächste Krankenhaus bringen lassen. Nehmen Sie keine Rücksicht auf die Tages- oder Nachtzeit. Benachrichtigen Sie alle Personen, die mit von den Pilzen gegessen haben. Damit die Ärzte erkennen können, welchen Pilz Sie gegessen haben, bringen Sie alle Reste der Mahlzeit und die Pilzabfälle, die Sie noch haben, mit ins Krankenhaus. Sonst kann man Ihnen nicht das passende Gegengift verabreichen. Zu Abfällen gehört übrigens auch Erbrochenes. Das ist zwar etwas unappetitlich, es kann im Ernstfall aber Ihr Leben retten.

Was sollte ich bei der Zubereitung beachten?

Vielen Menschen liegt eine Pilzmahlzeit schwer im Magen, auch wenn sie ausschließlich Speisepilze zu sich genommen haben. Wenn Sie bei der Zubereitung auf etwas Kümmel oder Fenchelkörner zurückgreifen, kann dies Abhilfe schaffen. Auch gründliches Kauen kann den Bauchschmerz nach dem Essen verhindern. Essen Sie Pilze außerdem immer frisch, lagern Sie sie also nicht länger als 24 Stunden im Kühlschrank. 

Ratgeber Essbare Pilze

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