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Macht Süßstoff dick und krank?

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Ist Süßstoff wirklich so schädlich wie oft behauptet?

14.02.2011, 13:05 Uhr | ts

Macht Süßstoff dick und krank?. Um Süßstoff ranken sich viele Mythen (Foto: imago).

Süßstoff ist besser als sein Ruf (Foto: imago).

Wer Süßstoff benutzt, tut dies häufig mit einem unguten Gefühl. Gilt Süßstoff nicht als heimlicher Dickmacher und ungesunder Zuckerersatz? Sogar krebsauslösend soll er sein. Was ist dran am schlechten Ruf von Süßstoff? Die fünf bekanntesten Vorurteile gegenüber Süßstoff und was dahinter steckt.

Mythos 1: Süßstoff ist krebserregend

Süßstoffe sind künstlich hergestellte oder auch natürliche Verbindungen, die praktisch keine Kalorien enthalten. Doch die Zuckerersatzstoffe geraten immer wieder in die Schlagzeilen. So stand Süßstoff - insbesondere Aspartam - lange Zeit im Verdacht, krebserregend zu sein. Hintergrund war eine methodisch fragwürdige Studie an Ratten aus den 60er Jahren. Dabei bekamen die Versuchstiere sehr große Mengen Süßstoff verabreicht. Viele der Tiere erkrankten daraufhin an Blasenkrebs. Dies löste einen Ansturm verunsicherter Anfragen beim Bundesinstitut für Risikobewertung aus. Das Institut gab Entwarnung: Aspartam sei für Menschen in den zugelassenen Mengen unschädlich.

Mythos 2: Süßstoff ist ungesund

Nehmen wir den Süßstoff Aspartam zu uns, entstehen im Stoffwechsel beispielsweise Phenylalanin und Methanol. Diese Stoffe wurden immer wieder mit unerwünschten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Allergien in Verbindung gebracht. Zu Unrecht, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt. Bevor Süßstoffe auf den Markt kommen, wird ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit überprüft. Die zulässigen Höchstmengen werden permanent kontrolliert. Lediglich Menschen, die unter der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie leiden, dürfen kein Aspartam zu sich nehmen. Aus diesem Grund sind Aspartam-haltige Süßstoffe entsprechend gekennzeichnet.

Mythos 3: Süßstoff ist ein heimlicher Dickmacher

Diese Behauptung war unter Ernährungswissenschaftlern lange umstritten. Jetzt konnte eine Studie der Universität von Texas in San Antonio zeigen, dass Lebensmittel wie Light-Getränke, die künstliche Süßstoffe enthalten, langfristig zu einer deutlichen Gewichtszunahme führen.

Mythos 4: Süßstoff kann zu Durchfall führen

Der Vorwurf, Süßstoffe könnten Durchfall auslösen, ist aus der Luft gegriffen. Er beruht schlichtweg auf einer Verwechslung: In vielen Lebensmitteln wie zum Beispiel in Bonbons werden Süßstoffe, das heißt Zuckerersatzstoffe, mit so genannten Zuckeraustauschstoffen wie zum Beispiel Sorbit oder Isomalt kombiniert. Größere Mengen hiervon können tatsächlich die Verdauung anregen. Süßstoffe hingegen lösen keinen Durchfall aus.

Mythos 5: Süßstoff verursacht Karies

Ebenfalls weit verbreitet ist der Irrglaube, Süßstoffe könnten Karies verursachen. Süßstoffe haben zwar eine weitaus höhere Süßkraft als Zucker, gefährden die Zähne aber nicht. Der Grund: Anders als Zucker werden sie im Mund nicht zu Säure umgewandelt, welche die Zähne angreift. Enthält ein Lebensmittel zusätzlich so genannte Zuckeraustauschstoffe, kann dies die Zähne schädigen.

Süßstoff und die Kalorien

Die Vorurteile rund um Aspartam und Saccharin sind demzufolge passé - im Gegenteil: Der maßvolle Konsum von Süßstoff kann nicht nur die persönliche Gewichtskontrolle erleichtern, sondern auch vor Karies schützen.

Stevia: Die natürliche Alternative

Ganz ohne Süßstoff und Zucker süßen geht prinzipiell auch: Die Blätter der südamerikanischen Stevia-Pflanze machen's möglich. In Südamerika wird Stevia schon lange genutzt. Der natürliche Süßmacher hat eine vielfache Süßkraft von Zucker und keine Kalorien. Hierzulande ist der Super-Süßstoff derzeit offiziell noch nicht zugelassen. Die Begründung: Die gesundheitliche Unbedenklichkeit sei noch nicht ausreichend nachgewiesen. Eine baldige Zulassung in der EU gilt jedoch als wahrscheinlich. Einzelne Stevia-Produkte beispielsweise Bio-Joghurts sind schon jetzt auf dem Markt, da es eine rechtliche Grauzone gibt. So sind beispielsweise Produkte, die Stevia-Tee enthalten zugelassen.

Ratgeber: Die größten Irrtümer beim Thema Ernährung

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