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Lebensmittelunverträglichkeit: Fast jeder Vierte meidet bestimmte Lebensmittel

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Gluten, Laktose, Histamin  

Fast jeder Vierte meidet bestimmte Lebensmittel

16.06.2014, 12:10 Uhr | Nina Weber, Spiegel Online

Lebensmittelunverträglichkeit: Fast jeder Vierte meidet bestimmte Lebensmittel. Nicht jede Lebensmittelunverträglichkeit ist eine Allergie.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht jede Lebensmittelunverträglichkeit ist eine Allergie. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

23 Prozent der Deutschen verzichten auf bestimmte Lebensmittel, weil sie diese nach eigener Aussage nicht vertragen. Das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Ears and Eyes im Auftrag von Spiegel Online durchgeführt hat. 2450 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren gaben Auskunft zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien. 567 Teilnehmer gaben an, dass sie einige Lebensmittel gar nicht oder nur selten verzehren, weil sie diese nicht vertragen.

Die Betroffenen nannten folgende Problemstoffe:

  • 16 Prozent der Befragten schränken ihren Konsum von Milch- und verschiedenen Milchprodukten wegen der enthaltenen Laktose ein.
  • Elf Prozent passen bei Lebensmitteln auf, die reich an Histamin sind - dazu zählen neben Rotwein und Käse beispielsweise auch viele Fisch- und Fleischprodukte.
  • Zehn Prozent der Befragten schränken ihre Ernährung mit Blick auf den Fruchtzucker Fruktose ein.
  • Neun Prozent meiden zum Teil oder ganz das Klebereiweiß Gluten.
  • 13 Prozent gaben an, andere Inhaltsstoffe oder Lebensmittel, wie beispielsweise Erdnüsse, nur eingeschränkt oder gar nicht zu konsumieren.
  • Im Schnitt nannten Betroffene zwei Stoffe, die bei ihnen Beschwerden auslösen.
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Nur ein Prozent der Bevölkerung hat tatsächlich Zöliakie

Die Häufigkeit der Unverträglichkeiten wird von Experten zum Teil anders beziffert: Verschiedenen Studien zufolge leiden etwa zwei bis drei Prozent unter Lebensmittelallergien. 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind laktoseintolerant. Um die 30 Prozent verstoffwechseln Fruktose unzureichend, wobei weniger als fünf Prozent davon unangenehme Symptome verspüren. Zöliakie, also Glutenunverträglichkeit, betrifft etwa ein Prozent der Bevölkerung, dazu kommen schätzungsweise fünf bis sieben Prozent, die unter einer sogenannten Glutensensitivität leiden. Eine Histaminunverträglichkeit findet sich Schätzungen zufolge bei jedem Hundertsten.

Allerdings zeigten schon mehrere Studien: Fragt man Menschen, ob sie eine Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit haben, antworten viele mit ja, bei denen sich diese Einschätzung durch medizinische Tests nicht bestätigten lässt.

Ein Fünftel hat eine ärztliche Diagnose

Bei den Befragten war die eigene Vermutung oder Feststellung, dass der Konsum gewisser Stoffe Beschwerden auslöst, meist der Grund, auf gewisse Nahrungsmittel zu verzichten. Nur 21 Prozent gaben an, dass ein Arzt die Unverträglichkeit oder Allergie diagnostiziert hat, sieben Prozent erhielten die Diagnose von einem Heilpraktiker. Vor allem Glutenunverträglichkeit oder -sensitivität wurde demnach oft von einem Heilpraktiker festgestellt - dies erklärten 17 Prozent der Betroffenen.

Mehr als der Hälfte der Betroffenen fällt es eher leicht, ihre Ernährung entsprechend zu gestalten, auch der Einkauf erscheint ihnen nicht aufwendiger. Nur jeder Fünfte beziehungsweise Vierte findet es eher oder sogar sehr anstrengend, sich so zu ernähren und die passenden Lebensmittel einzukaufen. Und nur knapp jeder Fünfte beklagt, dass er das Gefühl habe, auf viel Leckeres verzichten zu müssen.

Alternative Produkte wie etwa laktosefreie Milch spielen dabei eine entscheidende Rolle: Die Mehrheit weicht auf solche Varianten oder aber sehr ähnliche Lebensmittel aus. 16 Prozent verzichten ganz aufs entsprechende Essen. 14 Prozent nehmen begleitend Medikamente.

Nichtbetroffene haben nur bedingt Verständnis

Auch die Nichtbetroffenen wurden nach ihrer Meinung gefragt. 73 Prozent von ihnen haben das Gefühl, dass immer mehr Menschen über Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel oder eine Lebensmittelunverträglichkeit klagen.

Sie haben zudem nur bedingt Verständnis für die laktose-, fruktose-, gluten- oder histaminfreie Ernährung. 43 Prozent halten das "Gehabe" darum für übertrieben. 55 Prozent gehen davon aus, dass viele Menschen auf Lebensmittel verzichten, obwohl sie das gesundheitlich gar nicht müssten. Nur 19 Prozent sehen das klar anders; die restlichen Befragten waren unentschlossen.

Das Angebot von "frei von"-Produkten begrüßt zwar die Mehrheit der Nichtbetroffenen - gleichzeitig meinen aber 48 Prozent von ihnen: "Bei der Ernährung kommt es auf das richtige Maß an, dann braucht man auch keine "frei von"-Produkte."

Als Grund dafür, dass immer mehr Menschen bestimmte Inhaltsstoffe meiden müssen, sehen 56 Prozent die Lebensmittelherstellung, bei der viele Zusatz- und Ersatzstoffe eingesetzt werden. 41 Prozent machen ein insgesamt falsches Ernährungsverhalten dafür verantwortlich. Knapp ein Drittel meint zudem, dass die vielen "frei von"-Produkte den Eindruck erwecken, dass eine Ernährung ohne diese Inhaltsstoffe besser ist.

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