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Listeriose: Warum Listerien so gefährlich sind

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Lebensmittelinfektion  

Warum Listerien so gefährlich sind

02.06.2016, 11:20 Uhr | ag / cme, t-online.de

Listeriose: Warum Listerien so gefährlich sind. Lebensmitteluntersuchungsämter untersuchen Lebensmittel regelmäßig auf Listerien. (Quelle: imago/Bildwerk Rostock, Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg- Vorpommern)

Lebensmitteluntersuchungsämter untersuchen Lebensmittel regelmäßig auf Listerien. (Quelle: Bildwerk Rostock, Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg- Vorpommern/imago)

Jeden Monat gibt es Meldungen über Listerienfunde in Lebensmitteln. Zuletzt rief eine bayerische Großmetzgerei ihr gesamtes Sortiment wegen möglicher Verunreinigung mit den Bakterien zurück. Die Behörden reagieren meist schnell, da eine Listerien-Infektion tödlich enden kann.

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien und in der Natur allgegenwärtig. Sie können daher leicht in unterschiedliche Nahrungsmittel gelangen. Besonders häufig werden sie in rohem Fleisch, Rohmilchkäse, Räucherfisch und Sushi gefunden. Um eine Infektion zu vermeiden, ist vor allem eine gute Küchenhygiene wichtig.

Lebensmittelinfektion mit der höchsten Sterberate

Im Vergleich zu anderen Lebensmittelinfektionen ist die Zahl der Fälle bei Listeriose mit 300 bis 400 pro Jahr relativ gering. Zudem verursachen nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nicht alle Listerien Erkrankungen. Doch bestimmte Bakterienstämme wie Listeria monocytogenes sind für den Menschen gefährlich. Listeriose gilt sogar als die Lebensmittelinfektion mit der höchsten Sterberate. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächter Körperabwehr. Laut einer Studie des Instituts für Milchhygiene der Universität Wien sterben bis zu 30 Prozent der Erkrankten.

UMFRAGE
Wie genau achten Sie auf Küchenhygiene?

Mögliche Folgen: Hirnhautentzündung und Blutvergiftung

Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Listeriose oft ohne Beschwerden und bleibt unerkannt. Wenn Symptome auftreten, sind diese eher unspezifisch oder grippeähnlich. Unter anderem können Fieber und Muskelschmerzen sowie Erbrechen und Durchfall auftreten. Für gesunde Menschen jedoch verläuft eine Infektion nur selten tödlich.

Doch bei bestimmten Risikogruppen wie Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangeren oder Senioren kann die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen. Dabei befallen die gefährlichen Bakterienstämme die Zellen von Leber und Darm oder greifen die Zellen des Immunsystems an. In besonders schweren Fällen kann es zu Blutvergiftungen, Gehirn- oder Hirnhautentzündungen kommen und somit lebensgefährlich sein.

Um eine gesundheitliche Gefahr für Verbraucher auszuschließen, dürfen in Deutschland und der EU Lebensmittel während ihrer gesamten Haltbarkeitsdauer nicht mehr als 100 Keime von Listeria monocytogenes enthalten. Hierzu werden im Rahmen der amtlichen Kontrollen regelmäßig Stichproben durchgeführt.

Abkochen und Küchenhygiene schützen vor Infektionen

Um sicher zu gehen, dass Lebensmittel zuhause frei von den gefährlichen Keimen sind, hilft nur eines: Man muss sie für mindestens zwei Minuten bei einer Mindesttemperatur von 70 Grad Celsius abkochen oder braten. Denn nur bei Hitze sterben die Listerien ab - beim Tiefgefrieren dagegen können sie überleben. Zudem sollte man peinlich genau darauf achten, dass in Küche und Kühlschrank keine rohen Produkte in Kontakt mit abgekochten kommen.

Um sich vor Listerien zu schützen, sollten Verbraucher außerdem beim Umgang mit rohen und gegarten Lebensmittel nie dieselben Schneidemesser und Küchenbretter benutzen. Die Oberflächen und Geräte sollten nach jedem Kontakt mit rohen tierischen Produkten mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Außerdem sollte man zum Aufwischen von Lebensmittelrückständen besser Küchenkrepp als Schwämme verwenden.

 

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