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Milch-Studie: Biomilch und Biofleisch enthalten gesündere Fettsäuren

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Frisches Futter  

Biomilch enthält gesündere Fettsäuren

17.02.2016, 11:34 Uhr | Irene Berres, Spiegel Online

Milch-Studie: Biomilch und Biofleisch enthalten gesündere Fettsäuren. Kühe auf einer Wiese (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Biofleisch und Biomilch enthalten rund 50 Prozent mehr ungesättigte Fettsäuren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bioprodukte sind teurer, aber sind sie auch besser? Zwei Analysen zu Milch und Fleisch zeigen jetzt, dass die Gesundheit profitieren könnte.

Der Mensch braucht Fett, er baut daraus Zellmembranen, nutzt es, um Vitamine aufzunehmen. Allerdings benötigt er nicht von allen Sorten gleich viel. Während gesättigte Fettsäuren in größeren Mengen das Risiko für verstopfte Herzgefäße erhöhen, schützen ungesättigte das Herz sogar.

Wer darauf achten möchte, welche Fette er zu sich nimmt, konnte bislang einer einfachen Regel folgen: Tierische Fette gilt es zu meiden, also Speck, Milch, Käse. Und pflanzliche zu bevorzugen, wenn sie nicht gerade von der Kokosnuss stammten. Eine neue Analyse erweitert die Rechnung jetzt um einen Faktor, der Fleisch- und Milchfans freuen dürfte. Demnach enthalten tierische Bioprodukte eine deutlich gesündere Fettbilanz als ihre konventionellen Pendants.

"Menschen kaufen Bioprodukte vor allem aus drei Gründen", sagt Studienleiter Carlo Leifert von der Newcastle University. "Dem besseren Tierschutz, dem positiven Einfluss der biologischen Landwirtschaft auf die Umwelt und dem Gefühl, etwas für die Gesundheit zu tun." Gerade über den dritten Punkt sei bislang jedoch kaum etwas bekannt.

Um das zu ändern, trugen die Forscher die Ergebnisse von mehr als 190 Milch- und mehr als 60 Fleisch-Studien zusammen. Diese bislang größte Analyse ihrer Art bestätigt, worauf kleinere Untersuchungen zuvor hingewiesen hatten: An Milch und Fleisch lässt sich erkennen, wie ein Tier gehalten wurde.

Um welche Fettsäuren geht es konkret?

Den größten und wichtigsten Unterschied fanden die Forscher bei den Omega-3-Fettsäuren, wie sie im "British Journal of Nutrition" berichten. Biofleisch und Biomilch enthalten demnach rund 50 Prozent mehr ungesättigte Fettsäuren, die unter anderem den Blutfluss verbessern und die Nerven schützen sollen. Da der Körper sie nicht selbst herstellen kann, muss er sie aus der Ernährung ziehen.

"Das westliche Essen enthält zu wenig dieser Fettsäuren", sagt Chris Seal von der Newcastle University. "Die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa rät dazu, die Aufnahme zu verdoppeln." Der Umstieg auf Biomilch könnte einen kleinen Beitrag dazu leisten, wie die Forscher am Beispiel sehr langer Omega-3-Fettsäuren vorrechnen: Während in einem halben Liter Biomilch im Mittel rund 39 Milligramm und damit 16 Prozent der empfohlenen täglichen Menge steckten, waren es in der konventionellen Milch nur 25 Milligramm und damit elf Prozent.

Auch bei der konjugierten Linolsäure schnitt die Biomilch deutlich besser ab, sie enthielt rund 40 Prozent mehr davon als die konventionelle Milch. Diese Fettsäuren entstehen im Pansen und in den Milchdrüsen von Wiederkäuern. Laut Tierversuchen helfen sie beim Abnehmen, beim Menschen wurden bislang aber nur kurzfristige Effekte nachgewiesen.

Wie lassen sich die Unterschiede erklären?

Die Forscher sind sich sicher, dass die Unterschiede in Fleisch und Milch auf die unterschiedlichen Haltungsbedingungen zurückgehen. Gezielte Experimente, bei denen ein Teil der Tiere Gras und ein Teil der Tiere Getreide zu fressen bekam, wirkten sich noch deutlich stärker auf die Fettsäurezusammensetzung aus.

"Das deutet darauf hin, dass es noch Potenzial gibt, den Omega-3-Säureanteil durch die Haltungsbedingungen weiter zu erhöhen", schreiben die Forscher in der Fleisch-Studie.

Die Biostandards sehen zumindest vor, dass Tiere mindestens für einige Zeit im Jahr draußen gehalten werden und frisches Futter erhalten, wenn möglich durch Grasen. Das Weniger an Kraftfutter wirkt sich auf das Wachstum und die Geschwindigkeit der Milchherstellung aus, Biokühe produzieren im Schnitt 20 Prozent weniger Milch. Diese Kombination aus Entschleunigung und Ernährung begünstigen wahrscheinlich die bessere Fettzusammensetzung.

Sind Biomilch und Biofleisch dann grundsätzlich gesünder?

So pauschal lässt sich das noch nicht sagen. Fettsäuren sind nur ein Teil des Nährstoffpuzzles, aus dem sich Fleisch und Milch zusammensetzen - wenn auch ein wichtiger. Hinzu kommen Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Schadstoffe. Auch zu diesen Punkten suchten die Forscher nach bestehenden Studien, vor allem beim Fleisch reichten die Daten jedoch nicht für ein Fazit aus.

Bei der Milch hingegen fanden sie einen deutlichen Einfluss auf die Jodkonzentration: Konventionelle Milch etwa enthält rund 74 Prozent mehr des Spurenelements, weil das Kraftfutter der Tiere damit angereichert ist. Der Körper benötigt Jod, um Schilddrüsenhormone herzustellen, rund 30 Prozent der Deutschen nehmen zu wenig Jod zu sich. Dafür enthielt die Biomilch etwas mehr Eisen und Vitamin E.

Ebenfalls noch zu wenig erforscht ist ein Punkt, der vielen Menschen Sorgen bereitet. "Über Antibiotikarückstände gibt es leider kaum vergleichende Untersuchungen", schreibt Studienleiter Leifert. Dasselbe gelte für Rückstände von Pestiziden, die in der konventionellen Landwirtschaft gegen Parasiten eingesetzt werden, nicht aber in der biologischen Tierhaltung.

Wie lautet dann das Fazit?

Die aktuelle Analyse bietet auf der Suche nach einer Antwort auf die Biogesundheitsfrage zumindest einen Anfang. "Wir haben ohne Zweifel gezeigt, dass es Unterschiede in der Zusammensetzung von biologischen und konventionellen Lebensmitteln gilt", sagt Leifert. Und dass sich für die Omega-3-Bilanz ein Umstieg lohnt – zumindest, wenn zusätzlich mit Jod angereichertes Salz auf den Tisch kommt.  

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