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ZDFzeit testet: Ist teure Pizza besser als billige?

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No-Name oder Markenware?  

Pizza, Medikamente, Wäsche: Nelson Müller macht den Produkttest im ZDF

08.06.2016, 09:38 Uhr | t-online.de

ZDFzeit testet: Ist teure Pizza besser als billige?. Nelson Müller hat für "ZDFzeit" Geschmack und Qualität von billiger Discounter-Pizza und teurer Markenware verglichen. (Quelle: ZDF/ Björn Schneider)

Nelson Müller hat für "ZDFzeit" Geschmack und Qualität von billiger Discounter-Pizza und teurer Markenware verglichen. (Quelle: ZDF/ Björn Schneider)

Sind teure Markenprodukte qualitativ besser als billige? Dieser Frage wurde in der Sendung "ZDFzeit" nachgegangen. Untersucht wurden Medikamente, Unterwäsche und Tiefkühlpizza - mit überraschenden Ergebnissen.

800 Millionen Tiefkühlpizzen wandern in Deutschland jedes Jahr über die Ladentheke - am häufigsten mit Salami. Sechs verschiedene Salami-Pizzen werden von Sternekoch Nelson Müller und seinem Team näher untersucht.

Markenpizza kostet vier Mal so viel

Die günstigste Pizza von Lidl ist schon für 2,20 Euro pro Kilogramm zu haben. Auch Netto bietet mit 2,40 pro Kilogramm ein preiswertes Produkt. Die Eigenmarken von Rewe und Aldi liegen mit 3,89 und 5,91 Euro pro Kilogramm preislich im Mittelfeld. Sind die vier Mal so teuren Pizzen (8,41 Euro pro Kilogramm) von Dr. Oetker und Wagner wirklich besser?

Beim Geschmackstest sind sich die Tester von Nelson Müller einig: Richtig lecker ist die Tiefkühlkost nicht - egal, ob teuer oder billig. Am stärksten konnten punkten: die Pizzen der Rewe-Eigenmarke, von Wagner und von Aldi.

Und die Qualität? Im Labor werden die Pizzen auf Keime untersucht. Der Lebensmittelchemiker Ulrich Nehring gibt Entwarnung: In keiner Pizza waren Keime nachweisbar. Zwischen teuren und billigen Produkten gibt es in dieser Hinsicht keine Unterschiede.

Das Fazit der Experten: Wer sparen möchte, kann unbedenklich bei den No-Name Produkten zugreifen.

Generika sparen Geld - zum Preis von Nebenwirkungen

Die Inhaltsstoffe sind gleich, der Preis ist es nicht. Bei vielen Medikamente haben Verbraucher in der Apotheke die Wahl: das Original kaufen oder ein nachgeahmtes. Diese sogenannten Generika sind preislich viel günstiger zu erwerben.

Ist der Patentschutz eines Medikaments abgelaufen, dürfen andere Pharmafirmen es kopieren. Weil keine Kosten für die Forschung anfallen, lässt es sich billiger herstellen. In der Sendung wird erklärt, dass Apotheken immer das günstigste Produkt abgeben müssen und Ausnahmen davon nur in besonderen Fällen zulässig sind.

Das führt dazu, dass Patienten ihr Medikament wechseln müssen, weil ein billigeres auf dem Markt ist. Bei manchen führt dies zu starken Nebenwirkungen. Der Wirkstoff in den Medikamenten ist zwar der gleiche, eine Abweichung der Menge ist aber zulässig.

Ein Wechsel auf ein billigeres Produkt kann also im Einzelfall zu erheblichen Problemen führen.

Vorsicht beim Online-Kauf

Wie sieht es mit der Sicherheit der Medikamente aus? Produkte aus deutschen Apotheken seien in der Regel mehrfach geprüft, heißt es in der Sendung. Bei online gekauften Medikamenten kann das aber ganz anders aussehen.

Beim Online-Kauf sind Potenzmittel besonders beliebt. Der Viagra-Wirkstoff Sildenafil ist eigentlich verschreibungspflichtig. Im Internet ist er schon für 69 Cent pro 100 Milligramm Tablette erhältlich. Der Pharmakologe Fritz Sörgel findet das bedenklich. "Für mich ist das unseriös und vor allem illegal, um nicht zu sagen kriminell." Niemand wisse, ob der Wirkstoff wirklich sauber sei und ob der Gehalt stimme.

Um diese günstigen Mittel genauer zu untersuchen, bestellt das Team von "ZDFzeit" Billig-Viagra im Internet - ohne Arztbesuch und Beratung. Gerade für Menschen mit Herzproblemen kann das gefährlich werden, warnt Sörgel.

Die so erworbenen Medikamente sind schon optisch auffällig: weder sind sie verpackt, noch enthalten sie Beipackzettel. Um den Inhalt zu prüfen, werden Laboruntersuchungen auf Wirkstoff, Dosierung und mögliche Verunreinigungen durchgeführt.

Das Ergebnis: Alle für die Sendung untersuchten Tabletten enthalten tatsächlich den Viagra-Wirkstoff Sildenafil. Auch die Dosierung ist korrekt. Dennoch bleibt der Pharmakologe bei seiner Warnung und rät vom Internet-Kauf ab.

Fazit: Bei Medikamenten zu sparen ist nicht empfehlenswert. Besonders von unseriösen Online-Versendern droht Gefahr.

Lohnt der Griff zu teurer Wäsche?

Bei Unterwäsche sparen die Deutschen gern, wie das ZDF auf seiner Homepage verrät. Die meisten Frauen geben maximal 20 Euro für Unterwäsche aus. Lohnt der Griff zu teurerer Wäsche?

Für den Test wurden insgesamt sechs Sets aus BH und Slip zusammengestellt. Drei günstige von H&M (19 Euro), C&A (19 Euro) und Hunkemöller (40 Euro) und drei hochpreisige von Triumph (60 Euro), La Perla (100 Euro) und Passionata (75 Euro).

Optisch kommen bei den Testern am besten die Sets von Passionata und La Perla an. Doch wie steht es um die Qualität? Pluspunkt: Bei einer Sportstunde im Fitness-Studie zeigen sich keine allergischen Reaktionen. Beim Tragekomfort weisen jedoch alle Produkte Schwächen auf: kratzende Nähte und unbequeme Träger.

Im Labor wird die Unterwäsche genauer untersucht. Zwei No-Name Produkte und zwei Marken-Sets färben ab. Das ist problematisch, weil so Chemikalien über die Haut aufgenommen werden. Michael Braungart vom Hamburger Umweltinstitut bestätigt: "Textilien, die abfärben, sind schlechter."

"Die Discounter haben nachgezogen"

Den Test auf krebserregende Farbstoffe, Weichmacher und Hormone bestehen alle untersuchten Produkte. Eine erfreuliche Nachricht, findet Braungart. "Die Discounter haben nachgezogen und sich um Qualitätssicherung gekümmert."

Das Fazit im Wäschetest: Die günstigen Produkte können mit den teuren durchaus mithalten, der Kauf von Markenware muss nicht unbedingt sein.

Die Sendung "ZDFzeit - No-Name oder Markenware?" lief am Dienstagabend um 20:15 Uhr im ZDF.

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