Sie sind hier: Home > Gesundheit > Fitness >

Bei falscher Technik leiden die Gelenke

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Bei falscher Technik leiden die Gelenke

01.04.2008, 12:53 Uhr

Flotte Spaziermärsche am Stock liegen nach wie vor im Trend. Nordic Walking gilt als gesundes Ganzkörpertraining. Außerdem genießt es den Ruf, die Gelenke zu entlasten. Doch gerade diesen Aspekt stellen einige Experten in Frage. Zum einen setzen viele Walking-Fans die Stöcke zu weit vom Körper auf, lassen sie schleifen oder marschieren im Stechschritt mit durchgedrückten Knien. Wenn die Technik nicht stimmt, werden die Gelenke besonders stark belastet. Eine Studie, die in der Zeitschrift "Ärztliche Praxis" veröffentlicht wurde, sagt sogar, dass der Stockeinsatz beim Walken kaum einen relevanten Entlastungseffekt habe. Unbestritten bleibt dabei die positive Wirkung des Nordic Walking auf den Stoffwechsel. Der Körper wird durchblutet, Herz und Kreislauf kommen in Schwung.

Übergewichtige sollten die Stöcke weglassen

Wie beim schnellen Gehen werden beim Nordic Walking durch das Aufsetzen des Fußes Belastungsspitzen von 140 bis 170 Prozent des eigenen Körpergewichts erreicht. Unabhängig vom Untergrund führt dies zu einer starken Abbremsung und Belastung der Unterschenkelmuskulatur. Besonders Übergewichtige, die mit zu langen Stöcken walken oder ihren Oberkörper zu weit vorbeugen, haben darunter zu leiden. "Wer jedoch die 'Nordic Walking Alfa-Technik' richtig beherrscht, kann Schäden verhindern", erklärt Sportwissenschaftler Eduard Schlömmer und verweist auf eine Studie an der Universität München. Hinter dem Buchstabenkürzel "Alfa" verbergen sich vier grundlegende Regeln, die beim Walken mit Stöcken zu beachten sind: aufrechte Körperhaltung, langer Arm, flacher Stock und angepasste Schrittlänge.

Wildes Gestakse ohne Trainingseffekt

Bei vielen Nordic Walkern ähnelt das Bewegungsmuster allerdings eher einem unkoordinierten Gestakse mit Wanderstöcken als einer dynamischen Sportart. Häufig handelt es sich dabei um Walker, die versucht haben, in Eigenregie die Technik zu lernen. Viele gehen einfach auch nur im Schlenderschritt spazieren. Der Trainingseffekt ist hierbei sehr gering, da es beim Nordic Walking gerade auf den kraftvollen Bewegungsablauf und den rhythmischen Einsatz der Stöcke ankommt. Für Anfänger empfiehlt es sich daher, einen Kurs bei einem professionellen Trainer zu belegen. "Zu beachten gilt hierbei, dass der Trainer eine Lizenz besitzt, sich regelmäßig weiterbildet und möglichst Mitglied in einem Nordic Walking-Verband ist", empfiehlt Schlömmer.

Durchgedrückte Knie schaden dem Rücken

Besonders schlimm ist es, wenn beim Walken die Knie durchgedrückt werden. Die starre Beinhaltung schadet auf Dauer nämlich Muskeln und Gelenken. Schienbein-, Hüft- und Knieschmerzen können die Folge sein. Ebenso schädlich für Nacken und Wirbelsäule ist es, mit gebeugtem Oberkörper zu gehen oder ins Hohlkreuz zu fallen. Das führt auf Dauer zu Haltungsschäden und schadet der Wirbelsäule. Halten Sie Ihren Oberkörper immer leicht nach vorn geneigt als ob Sie starken Gegenwind hätten. Der Schulterbereich sollte dabei immer locker bleiben. Wer ständig die Schultern hochzieht, bekommt nicht selten Durchblutungsstörungen und Kopfschmerzen. Und vergessen Sie nicht: Parallel zum Arm schwingt immer das gegenüberliegende Bein mit - also rechtes Bein und linker Arm gleichzeitig, anschließend linkes Bein und rechter Arm.

Falsche Ausrüstung fördert falschen Stil

Nicht nur die Technik, sondern auch die Stocklänge ist entscheidend für einen natürlichen Bewegungsablauf beim Nordic Walking. Darauf weist die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin in Neu-Isenburg hin. Um das richtige Maß zu finden, sollte der Sportler seine Körpergröße mit dem Faktor 0,68 bis 0,7 multiplizieren. Beispiel: Die ideale Stocklänge für eine 1,80 Meter große Person beträgt circa 125 Zentimeter. Beim Gehen auf hartem Boden sollten zudem so genannte Pads aus Gummi auf die Stockspitzen gesteckt werden. Anfänger können ruhig mit normalen Jogging-Schuhen loslegen. Für Fortgeschrittene sind spezielle Walking-Schuhe mit verstärkter Ferse empfehlenswert.

trax.de: Trekking-Stöcke - die besten Tipps, die größten Fehler

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige
Ähnliche Themen im Web


Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017