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Golfball: Die wichtigsten Eigenschaften

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Golfball: Die wichtigsten Eigenschaften

29.02.2012, 18:38 Uhr | hf (CF)

Auch wenn der Golfball viel unscheinbarer ist als der Golfschläger, beeinflusst er doch genauso die Schlaglänge. Allerdings birgt seine Aerodynamik manche Tücken und er ist immer wieder Gegenstand heißer Diskussionen.

Laut allgemein anerkanntem Regelwerk soll ein Golfball mindestens 42,67 Millimeter Durchmesser haben und höchstens 45,93 Gramm wiegen. Er besteht aus einer harten Kunststoffschale, die sich wiederum aus mehreren Lagen zusammensetzt, den sogenannten "Pieces". Im Kern ist er mit Hartgummi gefüllt, der hilft, die Schlagenergie zu speichern. Diese Eigenschaft nennt sich "Smash" und bewirkt in etwa eine um den Faktor 1,5 erhöhte Abschlaglänge. Doch die augenfälligste Eigenschaft des Golfballs sind die sogenannten Dimples, die Dellen oder Grübchen. Etwa 300 bis 500 von ihnen übersäen einen jeden Golfball. Unstrittig ist, dass sie einen ungemein positiven aerodynamischen Effekt haben. Vergleicht man einen glatten Minigolfball mit einem Golfball mit Dellen, so fliegt Letzterer um bis zu 40 Prozent weiter. Allerdings existiert kein Patentrezept für die beste Riffelung und so schwört jeder Hersteller auf die Eigenschaften des eigenen Modells. Entsprechend schwer ist es auch, diesen Effekt wissenschaftlich sauber zu erklären. Angeblich soll "Die Sendung mit der Maus" die Frage sogar als unlösbar abgelehnt haben. Doch mag das auch ein gezieltes Gerücht zur Desinformation sein. Jedenfalls erklären Luft- und Raumfahrtingenieure den Effekt wie folgt.

Ihnen zufolge schließt sich die Luft, die der Ball in seinem Flug vorne verdrängt, hinter ihm nicht mehr gleichmäßig zu, wodurch hinter dem Ball Turbulenzen entstehen beziehungsweise ein Unterdruckgebiet. Dieses Unterdruckgebiet saugt den Ball regelrecht zurück und verringert so seine Fluggeschwindigkeit. Diese Eigenschaft ist bei Bällen ohne Dellen größer, mit Dellen hingegen kleiner, weshalb sie auch weiter fliegen. Die Dellen erzeugen nämlich kleine Luftwirbel, die den Ball einhüllen, wodurch die vorbeiströmende Luft länger haften bleibt und folglich das Unterdruckgebiet hinter dem Ball erst später und dann auch in geringerer Form entsteht. Dadurch halbiert sich praktisch der Luftwiderstand. Des Weiteren haben die Dimples die Eigenschaft, dass sie die Flugbahn des Golfballs verändern, indem sie dessen Rotation um die Nord-Süd-Achse unterstützen. Diese wird dadurch hervorgerufen, weil der Golfball auf seiner Südhalbkugel vom Schläger getroffen werden muss, da er andernfalls nicht abheben würde. Bei 2.000 Umdrehungen in der Minute fällt der entsprechende Vorteil, der aus dem oberen Unterdruck entsteht, der einen kleinen Sog erzeugt, ganz erheblich ins Gewicht.

Andere Finessen und Diskussionen

Obgleich der Golfball natürlich nicht allein entscheidend ist für die Abschlaglänge, dreht sich um ihn in letzter Zeit eine Diskussion. Übersehen wird dabei gerne, dass Tiger Woods beispielsweise vor allem auch dank seiner Schlägerkopfgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern so dominant gewesen ist. Und darauf haben die Hersteller naturgemäß wenig Einfluss. Bei den Bällen sieht dies anders aus. Angeregt unter anderem durch den Amerikaner John Solheim, CEO von "Ping", Hersteller von Golfschlägern, wird nun darüber diskutiert, ob ein System mit drei verschiedenen Ballsorten eingeführt werden sollte, ein sogenanntes "Ball Distance Rating". Also unterschiedliche Bälle mit unterschiedlicher Reichweite, wobei die Ballwahl ein weiterer Faktor in der Handicapberechnung wäre. Das allerdings rüttelt an den Grundfesten des Golfsports und entsprechend heiß wird die "Solheim-Kontroverse" geführt. So wenden sich die Hersteller beispielsweise strikt dagegen, da in ihren Augen auch Amateure gerne mit denselben Bällen wie die Profis spielen würden. Außerdem zeige es auch die Klasse der Meister, dass manche von ihnen 300-Meter-Abschläge oder gar weitere hinlegen würden und Amateure unter denselben Bedingungen eben nicht.

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