Sie sind hier: Home > Gesundheit > Fitness >

Sport verändert unsere Gene

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sportmedizin  

Sport verändert unsere Gene

08.03.2012, 16:01 Uhr | dapd, dapd

Sport verändert unsere Gene. Schon wenig Sport verändert die Gene. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schon wenig Sport verändert die Gene. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sport verändert unser Erbgut positiv. Schon kurzzeitiges Training löst Genblockaden in den Muskelzellen und beugt damit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Das belegt nun eine internationale Studie. Forscher erhoffen sich auf Basis dieser Erkenntnisse Behandlungswege, die die Muskeln stärker machen.

Schon kurzes Training verändert das Erbgut

Mit Sport lassen sich blockierende Anlagerungen an den Genen der Muskelzellen lösen. Dadurch können mehr Gene abgelesen und aktiviert werden als vorher. Dieser Mechanismus rüstet den Körper besser vor Krankheiten, wie ein internationales Forscherteam bei Tests an 14 Frauen und Männern vor und nach dem Sport herausgefunden hat. Zwar halte der Effekt nicht dauerhaft an, er könne aber erklären, warum regelmäßiger Sport das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Krankheiten senke, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Cell Metabolism".

Schon wenig Sport beseitigt Genblockaden

Welche Gene unseres Erbguts in den einzelnen Zellen aktiv sind, hängt unter anderem davon ab, wo am DNA-Molekül blockierende Anhänge sitzen. Diese kleinen Kohlenwasserstoff-Moleküle versperren der Zellmaschinerie den Weg und verhindern so, dass das Gen abgelesen werden kann. Dadurch werden zum Beispiel wichtige Stoffwechselvorgänge beeinträchtigt. Bisher dachten Wissenschaftler, dass diese Anhänge bei Erwachsenen relativ stabil sind und nur wenig von Umwelteinflüssen verändert werden können. "Unser Ergebnis liefert nun Belege dafür, dass diese Muster im Genom weitaus veränderlicher sind als bisher angenommen", schreiben Romain Barrés von der Universität Kopenhagen und seine Kollegen. Bereits eine kurze Phase intensiver Muskelbewegung reiche aus, um zahlreiche Genblockaden verschwinden zu lassen.

Genveränderung als Schlüssel zu stärkeren Muskeln

"Unsere Muskeln passen sich an das an, was wir tun - und dies ist einer der Mechanismen, die dies möglich machen", sagt Studienleiterin Juleen Zierath vom Karolinska Institut im schwedischen Stockholm. Die Veränderungen an der DNA der Muskelzellen seien der erste Schritt zu Genbehandlungen, die den Muskel stärker und ausdauernder mache. Der Sport entfernte vor allem die DNA-Anhänge, die zuvor Gene des Stoffwechsels blockierten. Interessanterweise habe man den gleichen Effekt beobachtet, wenn isolierte Muskelzellen mit Koffein in Berührung kamen, sagen die Forscher. "Offenbar imitiert das anregend wirkende Koffein den Effekt der sporttypischen Muskelkontraktionen", vermutet Zierath. Das allerdings bedeute nicht, dass man zukünftig statt zu trainieren einfach nur eine Tasse Kaffee trinken müsse.

Gen-Veränderungen setzen nahezu sofort ein

Die Reaktion des Erbguts auf das Muskeltraining erfolgte bei den Versuchspersonen überraschend schnell: Die Forscher hatten das Verschwinden einiger DNA-Anhänge schon in Muskelzellproben entdeckt, die den Versuchsteilnehmern sofort nach Ende des Trainings entnommen worden waren. Weitere Anhänge waren in der nächsten Probe verschwunden, drei Stunden nach Trainingsende.

Studienteilnehmer absolvierten Fahrrad-Training

An der Studie nahmen 14 junge Frauen und Männer teil, die zwar absolut gesund, aber eher unsportlich waren. Ihnen entnahmen die Forscher jeweils eine kleine Zellprobe aus der Seite des Oberschenkelmuskels. Anschließend trainierten die Teilnehmer auf einem Fahrrad-Ergometer mit 80 Prozent Maximalleistung, bis sie 400 Kilokalorien verbrannt hatten - je nach Leistung dauert dies normalerweise zwischen einer halben und einer Stunde. Sofort nach Trainingsende sowie drei Stunden später entnahmen die Forscher dann erneut eine Muskelzellprobe.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Telekom Fotoservice
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017