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Axtwerfen: Wurfsport für Männer

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Axtwerfen: Wurfsport für Männer

10.05.2012, 13:49 Uhr | am (CF)

Wem es zu langweilig ist, auf der Kirmes Blechdosen mit einem Ball umzuwerfen, sollte mal das Axtwerfen ausprobieren. Da geht es archaisch und wild zur Sache und langweilig wird es auf keinen Fall. Alle Mann an die Waffen!

Wer beim Thema Axtwerfen an einen neumodischen Trendsport von Prolls denkt, denen ihr "Unterschichtenfernsehen" – um einen Ausdruck Harald Schmidt zu verwenden – zu langweilig geworden ist, liegt falsch. Tatsächlich ist das Axtwerfen ganz und gar nicht neumodisch, verfügt es doch über eine derartig lange Tradition, dass man es fast das zweitälteste Gewerbe der Welt nennen könnte. Das ist auch gar nicht anrüchig gemeint, denn zeitweise war das zweitälteste Gewerbe noch populärer als das älteste. Immerhin hat sich eine Welle der indoeuropäischen Einwanderung ins alte Europa der Steinzeit so sehr für das Axtwerfen begeistert, dass Archäologen, Historiker und andere Vertreter des Oberschichtenfernsehens die ganze Kultur nachträglich "Streitaxtkultur" genannt haben. Und gab es jemals eine Kultur, die nach dem ältesten Gewerbe der Welt benannt wurde? Nein, ganz eindeutig nein. Was im Grunde aber auch nur bedeutet, dass es auf diesem Gebiet noch viel nachzuholen gibt. Ein Elend also, dass Harald Schmidt abgesetzt wurde. Aber Spaß beiseite: Zwischendurch wurde es nämlich auch ruhig um das Axtwerfen. Zwar hielten die Indianer den Tomahawk noch hoch, mussten ihr Kriegsbeil aber vergraben.

Zwar hatten die Indianer von jeher viele Fans unter romantischen und schwärmerischen Bürgerkindern, von Karl May bis zu den New Age Kindern der Flower-Power-Generation, doch die Tomahawks wecken dann doch wohl eher Assoziationen ans Skalpieren, die so gar nicht mit dem idyllischen Bild des edlen Wilden, der mit der Natur in Einklang lebt, übereinstimmen. Doch zum Glück gibt es noch echte Kerle, die sich von sowas nicht abschrecken lassen und dankbar Inspirationen aufgreifen, auch wenn sie nicht in rosarotem Bonbonpapier verpackt sind. Zuerst nahmen die Schweden in den späten Achtzigern die Axt wieder auf, und schnell wurde dort das Axtwerfen ein ebenso populärer Sport wie das Messerwerfen. Seit zehn Jahren gibt es nun auch europäische Wettkämpfe und es hat sich ein europäischer Dachverband gegründet, wenn auch auf relativ überschaubarem Niveau. Die Regeln ändern sich noch manchmal, doch die Kernpunkte bleiben gleich. Ziel ist es, von einem gewissen Abstand aus eine Axt auf eine Zielscheibe zu werfen, die in mehrere Ringe gegliedert ist, für die es unterschiedliche Punkte gibt. Wer nach einer gewissen Zahl von Durchgängen die meisten Punkte hat, kommt eine Runde weiter. Ganz so wie beim Dartspielen.

Axtwerfen – mehr als nur ein Sport?

Die letzte Europameisterschaft im Axtwerfen fand im September 2011 im Schwarzwald statt. Als nächster Austragungsort ist Moskau anvisiert, da auch in Russland das Axtwerfen schon populär geworden ist. Das Treffen im Schwarzwald fand in relaxter Zeltlageratmosphäre statt. Nach abgeschlossenem Wettkampfstag wurde gegrillt und Lagerfeuer wurden entzündet. Als Gastgeschenke brachten die russische und die tschechische Delegation selbst geschmiedete Äxte mit. Insofern könnte es Berührungspunkte der Szene zu den Mittelaltertreffen geben, doch andererseits wird beim Axtwerfen kein Wert auf Verkleidung gelegt. Hier zählt wirklich nur der Sport. Denn anders als das Messerwerfen ist das Axtwerfen wohl auch nicht dazu geeignet, außerhalb des Sports angewendet zu werden, wenn man beispielsweise Revierkämpfe im ältesten Gewerbe der Welt auszufechten hat. Insofern ist Axtwerfen einer der wenigen Waffen-Sportarten, die man selbst als Pazifist allein der Männlichkeit wegen ausüben könnte, da es schon ein erhebenderes Gefühl von Stärke ist, eine Axt ins Holz zu schmettern als einen Dartpfeil. Und so ganz ohne Wurfgeschosse geht es eben nicht. Hugh! 

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