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Wattolümpiade: Schmutzige Spiele

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Wattolümpiade: Schmutzige Spiele

31.08.2012, 08:38 Uhr | cf (CF)

Kaum eine Medaille war bei Olympia in London vergeben, da riefen auch die Wattlethen bei der Wattolümpiade in Brunsbüttel schon ihre sportliche Höchstleistungen ab. In Schlamm und Schlick misst man sich für die Ehre und den guten Zweck.

Wie so oft fing alles einmal ganz klein an: Als 1978 eine kleine Truppe spaßgetriebener Freunde mit Gerstensaft und Musik den Schlick des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeeres als Wettkampfarena auserkoren, lag die Wattolümpiade in ihrer heutigen Form noch in weiter Ferne. Als beschauliche sportliche Wettkämpfe im Schlamm fristete das kleine Spektakel eher ein Schattendasein, bis Künstler und Initiator Jens Rusch an Krebs erkrankte und nach einer Idee suchte, wie er anderen Betroffenen helfen konnte. Ergebnis war die seit 2004 jährlich ausgetragene Wattolümpiade, deren Erlöse an Krebsberatungsstellen in Heide und Brunsbüttel gespendet werden. Bis 2012 sind dabei rund 150.000 Euro zusammengekommen. Entsprechend geht es den sogenannten Wattleten auch weniger um den sportlichen Erfolg als um den guten Zweck – und natürlich den Spaß an der Sache. Wann sonst hat man denn schon mal die Möglichkeit, sich wie kleine Kinder im Schlamm auszutoben? Geehrt werden neben den sportlichen Siegern, die nicht zwangsweise nüchtern sein müssen, auch die lustigsten Mannschaften und die besten Kostüme. 2012 hat sogar Ministerpräsident Torsten Albig feierlich das olümpische Feuer entzündet und die schmuddeligen Spiele mit den Worten eröffnet: "Mögen die Spiele dreckig werden!". Passend zum Motto: "Schmutziger Sport für eine saubere Sache".

Die sportlichen Wettkämpfe werden im Vergleich zum Vorbild in London auch nicht über mehr als zwei Wochen ausgetragen. Ein einziger Tag genügt, um die Siegermannschaft der Wattolümpiade zu ermitteln. Genauer gesagt sind es nur vier Stunden. Denn davor und danach ist die Flut Herr über die sportliche Arena. Nach den Vorrundenwettkämpfen in den Disziplinen Wattfußball, Watthandball und Wattwolliball sowie Schlickschlittenrennen scheiden die ersten Teams aus. Für die anderen geht es weiter in die Haupt- und Finalrunde, bis der Gesamtsieger im allesentscheidenden Aalstaffellauf ermittelt wird. Der Staffelstab ist ein mit gekochtem Reis gefüllter Fahrradschlauch, dessen eines Ende sich durch einen eingebauten Vibrator erschwerend dreht. Bei der Wahl des besten Kostüms beziehungsweise des ausgefallensten "Trikots" ergibt sich schnell das Problem, dass schon bald nach dem ersten Anpfiff die Teilnehmer kaum noch zu unterscheiden sind: Mit grauem Wattschlick überzogen sehen alle Teilnehmer gleich aus. Auszumachen scheint das aber niemandem etwas, denn Schlammschlachten gehören zu den dreckigen Spielen einfach dazu und machen überhaupt den großen Reiz der Wattolümpiade aus, die etwas mehr als 2.000 Zuschauer nach Brunsbüttel lockt.

Wattolümpiade vor dem Aus?

Wie beim olympischen Programm ändern sich auch bei der Wattolümpiade immer wieder die Sportarten. So gab es in den vergangenen Jahren Disziplinen wie Fischtennis, Euterball oder den traditionellen Gummistiefelweitwurf. Über mangelnde Teilnehmerzahlen kann man sich an der Nordseeküste nicht beklagen. Ganz im Gegenteil wurden 2012 einige Teilnehmerplätze für den guten Zweck sogar bei eBay versteigert, weil 2011 die Spiele wegen Sturms abgesagt werden mussten: Die Startplätze des vergangenen Jahres wollte aber niemand so einfach aufgeben. Doch was bei Athleten und Zuschauern so beliebt ist, kommt bei Sponsoren nicht immer gut an, sodass es noch nicht sicher ist, ob die Wattolümpiade auch im Jahr 2013 wieder stattfinden kann. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt – und wenn Sie sich nächstes Jahr gegen den diesjährigen Gesamtsieger "Die Tighten Mopsgedackelten Watthunde" messen wollen, sollten Sie schnell eine schlagkräftige und kreative Mannschaft zusammentrommeln und sich rechtzeitig anmelden, um noch ins Teilnehmerfeld aufgenommen zu werden. Dass die Wattleten nicht immer nüchtern sind, ist bekannt – wie es mit den Wattkampfrichtern aussieht, ist nicht bekannt. Hauptsache Spaß und Hauptsache für den guten Zweck – watt sonst?

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