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Faszien: Bindegewebe lockern und Rückenschmerzen lindern

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Muskelverspannungen bekämpfen  

Faszien: Bindegewebe lockern und Rückenschmerzen lindern

30.05.2016, 13:35 Uhr | hm (CF)

Faszien: Bindegewebe lockern und Rückenschmerzen lindern. Sportarten wie Yoga stimulieren die Faszien durch lang anhaltende Dehnungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sportarten wie Yoga stimulieren die Faszien durch lang anhaltende Dehnungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Faszien, Weichteilelemente im Bindegewebe, erfüllen wichtige Funktionen im Körper. Bei Rückenschmerzen können verklebte Faszien die Ursache sein. Gezielte Therapie- und Trainingsmethoden sorgen für Entlastung.

Was sind Faszien? Die Aufgaben des Bindegewebes

Lange Zeit galt das Bindegewebe, dessen Weichteilkomponenten Faszien genannt werden, nur als Füllmaterial im Körper. Neue Erkenntnisse zeigen laut dem ARD-Magazin "W wie Wissen" jedoch, dass es viele Funktionen erfüllt: Es liegt zwischen Haut und Muskeln und fungiert so als Stütze und Stoßdämpfer bei Bewegung. Zudem enthält es viele Nervenendigungen sowie Schmerz- und Bewegungssensoren.

Doch was sind Faszien genau? Der lateinische Ursprung des Begriffs, "fascia" für Bündel oder Band, deutet es bereits an: Das beinahe transparente Gewebe sorgt für eine reibungslose Kraftübertragung zwischen den Muskeln und trägt so zu funktionierenden Bewegungsabläufen bei. Weiterhin sind Faszien durch die zahlreichen Sensoren wichtig für die Körperwahrnehmung. Das Bindegewebe besteht aus Kollagen, Wasser, Zucker und Eiweißen und kann sich auch unabhängig von den Muskeln eigenständig zusammenziehen.

Verklebte Faszien als Auslöser für Rückenschmerzen

80 Prozent der Deutschen leiden nach Informationen der "Apotheken Umschau" mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen, 70 Prozent werden sogar einmal im Jahr davon geplagt. In der Physiotherapie oder bei Massagen werden meist nur die Muskeln bearbeitet. Forscher vermuten aber, dass auch starre und verklebte Faszien die Ursache für Schmerzen sein könnten. Bei zu geringer Bewegung und zu unflexiblen Körperhaltungen wird das Zusammenspiel von Muskeln und Faszien gestört. Es kommt zu Verklebungen, die immer stärker werden und die Muskeln quasi erstarren lassen. Durch gezielte Behandlungsmethoden und ausreichende Bewegung können Schmerzpatienten Erleichterung finden.

Faszien in Orthopädie und Physiotherapie

Wenn Patienten mit Rückenschmerzen einen Orthopäden aufsuchen, spielt das Bindegewebe bei der Untersuchung meist keine große Rolle. Faszien stehen laut dem Gesundheitsportal "Onmeda" als mögliche Ursache für Rückenschmerzen noch wenig im Fokus der Orthopäden, da die Forschung auf diesem Gebiet relativ jung ist. Bei Physiotherapeuten werden Faszien allerdings in der Behandlung diskutiert. Viele der in der Physiotherapie eingesetzten Übungen wirken außerdem ohnehin auch auf das Bindegewebe.

Bindegewebe lockern mit Osteopathie

Bei Osteopathen können Patienten ebenfalls gezielt ihre Faszien behandeln lassen, zumindest wenn sie sich an einen ausgebildeten Faszientherapeuten wenden. Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) wurde von dem US-amerikanischen Arzt und Osteopathen Stephen Typaldos entwickelt. Verklebte Faszien werden hier durch gezielte Griffe direkt gelöst. Der Therapeut bearbeitet schmerzende Faszienbahnen mit Druck durch den Daumen, um Rückenschmerzen und andere Beschwerden zu lindern. Osteopathie wird dem Bereich der Alternativmedizin zugeordnet und in der Regel nicht von Krankenkassen übernommen. Unter Umständen sind aber Zuschüsse möglich.

Behandlung mit der Faszien-Rolle

Mit einer speziellen Massagerolle ist eine Faszienbehandlung auch zu Hause möglich. Die harte Rolle kann zur Selbstmassage genutzt werden, um verspannte Muskeln und verklebte Faszien zu lösen. Das Material ist formstabil, sodass die Faszien-Rolle auch für Gleichgewichts- und Kräftigungsübungen genutzt werden kann. Am besten lassen Sie sich die richtige Anwendung von einem Physiotherapeuten oder Trainer zeigen. So erzielen Sie den besten Effekt und vermeiden Fehler bei der Selbstmassage. Auch wenn die Faszien-Rolle Erleichterung bei Rückenschmerzen bringen kann, ersetzt sie eine professionelle Massage nicht. Denn ein erfahrener Masseur kann die Verspannungen noch gezielter angehen und sich individuell auf jeden Patienten einstellen.

Anleitung: Selbstmassage mit der Faszien-Rolle 

Bei der Faszienbehandlung mit der Massagerolle legen Sie sich mit der betroffenen Muskelpartie auf die Rolle und rollen Sie vor und zurück. Achten Sie bei der Massage der Rückenmuskulatur darauf, dass Sie den Bauch fest anspannen. Wenn Sie Verspannungen und Schmerz spüren, halten Sie kurz inne und rollen Sie dann weiter über die Stelle. Dadurch werden die Faszienschichten gegeneinander bewegt und die Durchblutung angeregt. Auch wenn die Massage mit der Faszien-Rolle zunächst etwas schmerzhaft ist, kann sie auf lange Sicht für Entspannung sorgen.

Faszien-Yoga: Wohltat für das Bindegewebe

Das Faszien-Yoga ist auch als Yin-Yoga bekannt. In der fernöstlichen Philosophie werden die beiden Kräfte Yin und Yang unterschieden. Yang steht dabei für die männliche, dynamische, aktive Seite, Yin für die weibliche, ruhige, passive. Beim Yin-Yoga werden Dehnungen lange gehalten, um dadurch die Faszien zu stimulieren. Teilweise wird aber auch mit kleinen, federnden Bewegungen gearbeitet. Das Bindegewebe soll so besser mit frischer Flüssigkeit versorgt werden, was seine Funktion unterstützen soll. Durch das ausgiebige Dehnen werden außerdem die Durchblutung und die Nährstoffversorgung des Körpers angeregt. Beim Faszien-Yoga ist es weiterhin wichtig, nicht nur einzelne Bereiche des Körpers zu dehnen, sondern ganze Faszienbahnen.

Vielfach ist diese Yoga-Variante ruhiger als andere Formen. Sie eignet sich deshalb besonders gut zum Entspannen und sorgt für ein gelockertes Bindegewebe. Viele Yoga-Studios bieten mittlerweile Kurse in Yin-Yoga an. Dort können Sie sich die Grundlagen dieses Stils zeigen lassen, um die Übungen dann auch zu Hause umzusetzen. Bei regelmäßigem Training soll gezieltes Faszien-Yoga dazu beitragen können, Rückenschmerzen vorzubeugen.

Rolfing: manuelle Faszienbehandlung

Das Rolfing ist eine Therapiemethode mit der verklebte Faszien gelöst werden sollen, um Rückenschmerzen zu behandeln. Die Technik wurde von der Biochemikerin Ida Rolf bereits in den 1950er Jahren in den USA entwickelt und konzentriert sich auf das Bindegewebe. Rolfing-Therapeuten wollen mit ihrer Massage ganz gezielt die Faszien erreichen. Es handelt sich aber nicht um eine Knetmassage, sondern es wird sanfter Druck auf verschiedene Stellen ausgeübt. Dadurch soll das Bindegewebe geschmeidig gemacht werden. Rolfing ist eine Methode des freien Therapiemarkts, die Patienten privat bezahlen müssen.

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