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Lewandowski, Ronaldo und Co.: Warum Fußballer immer muskulöser werden

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Lewandowski und Co.  

Warum Fußballer immer muskulöser werden

12.07.2016, 08:30 Uhr | Irene Berres, Spiegel Online

Lewandowski, Ronaldo und Co.: Warum Fußballer immer muskulöser werden. Cristiano Ronaldo oder Robert Lewandowski oben ohne.  (Quelle: imago)

Ob Cristiano Ronaldo oder Robert Lewandowski: Viele Fußballer haben heutzutage athletischere Körper. (Quelle: imago)

Es spannt unter den Trikots: Spieler wie Cristiano Ronaldo oder Robert Lewandowski besitzen Oberkörper, die manchen Hobby-Bodybuilder erblassen lassen. Das war doch früher anders, oder?

Cristiano Ronaldo verwandelte im Finale der Champions League Ende Mai den entscheidenden Elfmeter, riss sich sein Trikot vom Oberkörper und präsentierte, was sich darunter verbirgt: Definierte Muskelberge, nur von einer dünnen Hautschicht bedeckt, unter der die Adern hervorstechen.

Fußballer sind heute muskulöser als früher

Mit Ronaldos athletischen Körper ist der Portugiese im Spitzenfußball aber nicht allein: Jérôme Boateng, Manuel Neuer, Zlatan Ibrahimovic und auch Mario Gomez - bei vielen spannt heute das Trikot über einem breiten Kreuz und Oberarmen, die Hunderte Stunden hartes Krafttraining erfordern. Und das liegt nicht allein am engen Schnitt.

Hört man sich um, berichten viele Experten, dass Fußballer heute deutlich muskulöser sind als früher. Was früher die Ausnahme war, wird tatsächlich immer mehr zur Regel. Seit 2005 haben sich die Krafträume bei nahezu jedem Bundesligisten massiv erweitert, berichtete etwa Andreas Schlumberger 2013 auf einer Wissenschaftskonferenz des DFB. Der Fitnesstrainer war lange Zeit für Borussia Dortmund zuständig, mittlerweile ist er zu Bayern München gewechselt. Hinter der Muskelvermehrung steht ein grundlegender Sinneswandel im Fußball.

Muskeln - die Langsam-Macher?

Früher seien Fußballer und Trainer davon überzeugt gewesen, dass Muskeln langsamer machen, sagt Herbert Löllgen, Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Heute hingegen haben Experten erkannt, dass gerade eine starke Muskulatur für das Quäntchen Schnelligkeit bei Sprints sorgen kann, für die entscheidenden Zentimeter beim Kopfball oder für eine Robustheit in Zweikämpfen, die vor Verletzungen schützt.

"Für die Grätsche von Höwedes im Spiel gegen Frankreich etwa war erst ein Sprint von 15 Metern notwendig und dann ein Horizontalsprung", sagt Michael Keiner, der lange zum Krafttraining im Fußball geforscht hat. "Die Basis dafür liefert die Maximalkraft." Ob ein Spieler muskulär glänzen kann, lässt sich jedoch nicht allein anhand der Muskelmasse erkennen. "Ebenfalls wichtig ist, dass sich die Muskeln schnell ansteuern lassen, also die Kommunikation zwischen den Nerven und dem Muskel stimmt", sagt Keiner.

Gleichzeitig müssen Top-Spieler heute eine deutlich bessere Ausdauerleistung mitbringen als früher. Während Helmut Rahn und Co. in den Fünfzigerjahren im Schnitt nur etwas mehr als drei Kilometer pro Spiel liefen, legen Fußballer heute Strecken von bis zu 12 oder 13 Kilometern zurück - auch das erfordert Kraft. "Um nach 70 bis 90 Minuten die Bewegungskontrolle zu behalten, ist eine zusätzliche Muskelstärke notwendig", sagt Löllgen.

Muskelpotenzial längst nicht ausgeschöpft

Geht es nach Sportwissenschaftler Keiner, hat der Fußball das Potenzial starker Muskeln längst noch nicht ausgeschöpft. "Im Terminplan etwa eines Profispielers von Bayern München bleibt zwischen Bundesliga, Champions League und Nationalspielen kaum Zeit, um die muskuläre Leistung von null an zu entwickeln", sagt er. Hinzu kommt, dass die Muskeln nach dem Krafttraining etwas Zeit brauchen, um sich zu erholen. "Du bist erst mal einen Tag lang langsamer, wenn du Krafttraining nicht regelmäßig auf deinem Trainingsplan hast", sagt Keiner. Im Profigeschäft oft undenkbar.

"Deutlich besser ist, die Maximalkraft im Kindes- und Jugendalter langfristig aufzubauen, wie es viele Vereine seit Kurzem machen", sagt Keiner, der mittlerweile für den Landesschwimmverband Niedersachsen arbeitet. "Dann muss man das hohe Kraftniveau als Profi nur noch halten. Dies ist einfacher in den komplexen Trainingsprozess eines Profispielers einzubauen." Wie effektiv das frühe Training sein kann, zeigte der Sportwissenschaftler 2013 bei einer Studie mit 134 Nachwuchsfußballern von zwei deutschen Profi-Vereinen. Während die eine Hälfte viermal die Woche normales Fußballtraining hatte, absolvierte die andere Hälfte zusätzlich noch zweimal die Woche ein Krafttraining.

Das Ergebnis überzeugte: Die Krafttrainingsgruppe konnte sich innerhalb von zwei Jahren bei Sprüngen um bis zu 41 Prozent steigern, dieselbe Gruppe ohne Kraftsport erreichte nur eine 17 Prozent bessere Leistung. Auch beim Sprinten waren die Kraftsportler den anderen oft einen Schritt voraus. Einer der teilnehmenden Vereine reagierte prompt: Er richtete einen zusätzlichen Kraftraum ein. Werden in Zukunft also nur noch Muskelprotze über den Rasen hetzen?

Wendige Stürmer, muskulöse Abwehrchefs

Wahrscheinlich nicht. Worauf Spieler ihren Körper trimmen müssen, hängt vor allem von ihrer Rolle im Spiel ab. Bei Verteidigern stehe das Krafttraining etwas stärker im Vordergrund, da die Position mehr Zweikämpfe erfordere, sagt Löllgen. Dann können Muskeln vor Verletzungen schützen: "Man knickt nicht so leicht um und hat ein stabileres Kniegelenk. Einige Spieler können alleine durch ihre Kraft ein verletztes Kreuzband stabilisieren."

Bei längeren Sprints übers Spielfeld hingegen könne eine extrem stark ausgeprägte Muskulatur etwas träger machen, so Löllgen. Dass es prinzipiell auch mit weniger Muskeln geht, zeigen Top-Fußballer wie Thomas Müller. Auch Ronaldo zählt, anders als es der Anblick seines Oberkörpers vermuten lässt, mit 80 Kilogramm bei einer Größe von 1,85 Metern eher zu den schmalen Spielern. Mit einem Körperfettanteil von neun Prozent unterbietet der Stürmer sogar Supermodels.

"Weil er so schlank ist, imponiert die Muskulatur bestimmt etwas mehr als bei anderen Spielern", sagt Löllgen. Gleichzeitig bringe das eingesparte Gewicht aber auch fußballerische Vorteile mit sich: "Dass Ronaldo so hoch springen kann, hat er auch seiner Schlankheit zu verdanken." Und dem muskulösen Körper.

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