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Polo: Imagewandel beim Reichen-Sport

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Polo im Imagewandel: nicht nur für Millionäre

10.08.2016, 12:36 Uhr | dpa, wanted.de

Polo: Imagewandel beim Reichen-Sport. Polo-Spielen muss nicht teuer sein. In Deutschland will die Szene weg vom "Schicki-Micki"-Image. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Polo-Spielen muss nicht teuer sein. In Deutschland will die Szene weg vom "Schicki-Micki"-Image. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Polo ist in Deutschland als elitärer Sport für Reiche und Adelige verschrien. Völlig zu unrecht, sagen Fans. Und wollen das Image endlich aufpolieren. Der edle Sport, den auch die britischen Royals Prinz Harry und Prinz William betreiben, ist günstiger, als viele glauben. 

Wer auf dem Polo-Club im brandenburgischen Friesack nach Super-Millionären sucht, sollte besser umdrehen. Statt Champagner gibt es gekühltes Wasser. Statt Fotos von Prinz Harry hängen Pferdetrensen an der Wand. Als der Laster auf den Hof tuckert, jagen die Hunde los. Am Steuer sitzt Thomas Strunck, 52 Jahre alt, in lockerer Jeans. Er ist Veranstalter eines der größten Turniere der Republik. Und er hat eine Mission: Weg vom "Schicki-Micki"-Image, stattdessen soll der "Hammersport" selbst in den Fokus rücken.

"Adrenalin pur"

Zwei Teams mit jeweils vier Spielern, ein Schläger pro Mann und ein Ball pro Partie – das ist Polo. Ziel ist es, den Ball ins Tor des Gegners zu schießen – und zwar auf dem Rücken der Pferde. Ein Mannschaftssport, der Taktik und Strategie verlangt und gleichzeitig hundertprozentige Konzentration auf das Tier. Strunck nennt es "Adrenalin pur". Gespielt wird in der Regel von April bis September. Bevor der Lübecker vor drei Jahren einen Hof in der Nähe von Berlin pachtete, lebte er an der Ostseeküste. Dort, am Timmendorfer Strand, rief er das erste deutsche Beach-Polo-Turnier ins Leben. Eine Idee, die im Jahr 2007 sogar von der Bundesinitiative "Land der Ideen" ausgezeichnet wurde. Die Schirmherren: keine geringeren als Kanzlerin Angela Merkel und der damalige Bundespräsident Horst Köhler.

Nur 400 Polo-Spieler in Deutschland

Für Strunck, der den Sport in Deutschland beliebter machen will, ein Erfolg. Keiner jedoch, der viel verändert hat. Denn Deutschland fehlen die Spieler. Gerade mal 400 gibt es nach Angaben des Deutschen Polo Verbands (DPV) bundesweit. Nur 150 davon spielen regelmäßig Turniere – und zwar ausschließlich in selbst organisierten Gruppen. 

Feste Mannschaften? Gibt es kaum. Der Grund liegt Strunck zufolge auf der Hand: "In den Medien sehen die Leute meistens Bilder von Schneepolo in St. Moritz und VIP-Zelten." Status und Luxus stünden im Vordergrund, selten der Sport selbst. "Bis du den Menschen erreichst, der frei von Vorurteilen ist, dauert es" – und bei den Deutschen seiner Meinung nach besonders lange.

Vereine bauen auf die Jugend

"Wir wollen Polo breiter aufstellen", sagt Verbandssprecher Bernhard Willroth. Der im Jahr 1972 gegründete Verband hat besonders in den vergangenen vier Jahren einen Zuwachs an Mitgliedern und Clubs zu verzeichnen. Der Fokus liegt nun verstärkt auf der Jugendarbeit, um Polo in Deutschland beliebter zu machen. Junge Menschen zu fördern ist aus Willroths Sicht der Schlüssel zum Erfolg. Die insgesamt 35 Poloclubs, die dem Verband angehören, werden deshalb dazu motiviert, die Ausbildung neuer Spieler noch weiter auszubauen. Auch im Frankfurter Poloclub gibt es eine Schule, die Johanna Droste gemeinsam mit ihrem Vater Klaus Droste gründete. Die seit vier Jahren aktive Spielerin fasziniert vor allem "das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter" – ein Gefühl, das sie noch viel mehr Menschen vermitteln will.

Polo-Ausrüstung kann gemietet werden

Die Kosten für den Einstieg in die Polo-Welt sind dabei noch vergleichsweise überschaubar. Viele Teile der Ausrüstung können auch geliehen werden. Dazu zählt der Schläger, der neu laut "Berliner Poloclub" ca. 110 Euro kostet. Ein Helm ist für 130 Euro zu haben. Handgenähte Lederstiefel kostet um 300 Euro. Selbst Polopferde werden verliehen. Manche Vereine bieten Trainingseinheiten mit Polo-Pferd und Ausrüstung für weniger als 100 Euro an. Dazu kommen noch Kosten für die Klubmitgliedschaft, die mehrere hundert Euro im Jahr ausmachen können.

Polopferde kosten mehrere tausend Euro

Wer schließlich auf den Geschmack gekommen ist und nicht nur mit Mietpferden, sondern auch mit dem eigenen Gaul den rasanten Sport betreiben will, muss dann allerdings deutlich tiefer in der Tasche greifen. Ein argentinisches Polo-Pony kostet zwischen 5000 und 12.000 Euro, weiß Droste. Hinzu kämen Transportkosten in Höhe von etwa 8000 Euro, sagt sie. Plus Startgeld, Pferdepfleger, Ausrüstung, Anreise und Unterkunft bei Turnieren.

Britische Royals schwingen den Polo-Schläger

Seinen Ursprung hatte Polo übrigens etwa 370 vor Christus in Persien, wo der Sport den Überlieferungen zufolge zu Zeiten von Alexander des Großen äußerst beliebt war. Mitte des 19. Jahrhunderts schaffte Polo den Sprung nach Europa. Von da an sattelten besonders britische Offiziere ihre "Polo-Ponys", heute sind es Royals, wie der britisch Thronfolger Prinz William und sein Bruder Harry. Neben Spanien zählt England deshalb in Europa zu den Polo-Nationen Nummer eins.

Volkssport in Argentinien

Unangefochtener Spitzenreiter ist aber Argentinien, die Heimat der Superstars und Superpferde. Zehntausende schauen dort regelmäßig bei Spielen zu. Polo als heimliche Religion und Volkssport – ähnlich wie hierzulande Fußball. Von solchem Zuschauerinteresse kann man hierzulande nur träumen.

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