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Expedtionsreisen nach Südamerika und ins Himalaya

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Auf den Spuren von Messner und Co.

16.08.2016, 10:02 Uhr | dpa, wanted.de

Expedtionsreisen nach Südamerika und ins Himalaya. Expeditionsreisen führen auf die höchsten Gipfel der Welt wie den Mount Everest. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Expeditionsreisen führen auf die höchsten Gipfel der Welt wie den Mount Everest. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Expeditionsreisen führen auf die höchsten Gipfel der Erde. So können auch Normalsterbliche Bergsteigerlegenden wie Reinhold Messner nacheifern und den Anden-Giganten Aconcagua oder sogar den Mount Evererest besteigen. Teilnehmer erwartet eine einmalige Natur und reichlich Entbehrung – aber das ist nichts für jeden.

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Allein das Wort lässt manche Augen glühen: Expedition. Es klingt nach Abenteuer und erinnert an die Zeit der großen Entdecker, die sich durch das Eis der Antarktis, die Wüste der Sahara oder den Dschungel des Amazonas schlugen. Durch Terra incognita, unbekanntes Land. Doch diese Tage sind vorbei, die Erde ist nahezu komplett erkundet und vermessen. Heute stehen Expeditionen im Programm vieler kommerzieller Reiseveranstalter. Was sich hinter dem Begriff verbirgt, ist aber höchst unterschiedlich.

Was sind Expeditionen?

Meier's Weltreisen etwa vermarktet eine normale Kanada-Rundreise ab Seattle als "Expedition Nordwest". Bei Wigwam ist die Expedition eine Aktivreise "für den abenteuerlich orientierten Reisenden", der Natur erleben will. Darunter fallen zum Beispiel Camping-Safaris in Afrika. Diamir bezeichnet solche Reisen dagegen lediglich als "Reisen mit Expeditionscharakter", durchaus zu abenteuerlichen Zielen wie Angola, Tschad und Turkmenistan. "Bei kommerziellen Expeditionen reden wir im weitesten Sinne von aufwendigen Reisen zu mehr oder weniger nicht jedem zugänglichen Orten", sagt Alex Krapp von der Zeitschrift "Outdoor". Im engeren Sinn ist eine Expedition aber etwas sehr Spezielles: die Besteigung eines besonders hohen Berges.

Bei Diamir heißen diese Reisen deshalb explizit Bergexpeditionen. Beim DAV Summit Club ist die Expedition definiert als mehrtägige Unternehmung mit mehreren Hochlagern über 6000 Metern. "Das können technisch leichte Berge wie der Aconcagua sein, wo man noch nicht einmal Steigeisen braucht, oder technisch anspruchsvolle Gipfel wie die Ama Dablam im Himalaya", sagt Produktmanager Christoph Schnurr. Entscheidend sind die Höhe und Zugänglichkeit des Gipfels.

Der Kilimandscharo, mit 5895 Metern immerhin höchster Berg Afrikas, läuft beim DAV Summit Club lediglich als Hochtour und Zelt-Trekking. Und selbst manch einfacher Sechstausender in Südamerika ist noch keine Expedition.

Wodurch zeichnen sich Expeditionsreisen aus?

Eine klassische Bergexpedition zeichnet sich vor allem durch eine aufwendige Logistik aus. "Wenn man so etwas selbst organisieren möchte, ist man schnell bei einem halben Jahr Aufwand", sagt Journalist Krapp. Die Versorgung und Einrichtung von Lagerketten, Genehmigungen von Behörden, das Anheuern von lokalen Trägern - all das ist für einen Individualreisenden kaum allein zu machen.

Expeditionen können schief gehen

Beim DAV Summit Club besteht die Gruppe aus mindestens sechs, in der Regel aber aus zwölf bis 14 Teilnehmern. "Bei weniger Gästen wird es schwierig, da der logistische Aufwand sehr groß ist, und das macht es dann sehr teuer", beschreibt Schnurr die Lage.Ein weiteres Merkmal der Expedition: Sie kann auch scheitern. "Man kann nie garantieren, dass die Teilnehmer den Gipfel erreichen", sagt Diamir-Geschäftsführer Markus Walter. "Auch bei bester Planung ist der Ausgang nicht absehbar." Denn das Wetter im Hochgebirge schwankt. Trotzdem planen die Veranstalter natürlich so, dass sie möglichst viele Kunden ans Ziel bringen. Diamir hat die Aconcagua-Expedition bislang 36 Mal durchgeführt – drei Mal wurde der Gipfel des 6962 Meter hohen Berges nicht erreicht.

Wohin führen Expeditionsreisen?

Die Hauptreiseziele sind der Himalaya und die zentralasiatischen Hochgebirge sowie die Anden in Südamerika. Denn nur dort sind die Berge so hoch, dass man von einer Expedition im eigentlichen Sinne sprechen kann. "Die beliebtesten Ziele bei uns sind der Aconcagua in Südamerika und der Pik Lenin in Zentralasien", sagt Schnurr vom DAV Summit Club. "Aber auch der Kun in Indien ist bei uns sehr erfolgreich. Der Berg ist noch sehr ursprünglich." Die höchsten Berge im Programm des Anbieters sind derzeit Cho Oyu, Manaslu und Shishapangma – allesamt höchst anspruchsvolle Achttausender im Himalaya.

Es gibt am Markt zahlreiche weitere Anbieter, wie etwa die in der Schweiz ansässige Firma Summit Climb oder den deutschen Veranstalter Amical Alpin.

Ein bekannter internationaler Anbieter ist die Firma Adventure Consultants aus Neuseeland, die seit 1992 Touren zum Mount Everest veranstaltet.

Wer nimmt an Expeditionen teil – und warum?

"Die Kundengruppe sind klassischerweise Bergsteiger, denen die Alpen zu klein sind", sagt Schnurr. "Wir haben aber auch zunehmend Kunden, die aus dem Leistungssport kommen und sonst eher Marathon oder Triathlon laufen."

Welcher Komfort erwartet die Reisenden

Niedrige Temperaturen, Schlafen im Zelt, Tagesetappen von zwölf Stunden: Expeditionsreisende haben keine großen Ansprüche an Komfort oder gar Erholung. Für die Teilnehmer zählt vor allem das Naturerlebnis, die Landschaft ist beeindruckend. "Und dann spielt auch der Nervenkitzel eine Rolle", sagt "Outdoor"-Redakteur Krapp. "Expeditionen sind verhältnismäßig gefährlicher als andere Reisen." Es seien "Reisen für Könner".

Kann jeder an einer Expedition teilnehmen?

Auf Expeditionen werden die Teilnehmer zwar von einem Bergführer begleitet und angeleitet. Doch die Art der Reise setzt ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und auch technisches Können voraus. Deshalb behalten sich Anbieter wie der DAV Summit Club und Diamir vor, Kunden bei mangelnder Eignung und Erfahrung abzulehnen. Um die Fertigkeiten einschätzen zu können, verlangen die Veranstalter eine Tourenliste mit bereits bestiegenen Bergen. Die benötigten Fähigkeiten hängen vom technischen Anspruch der Expedition ab: "In vergletschertem Gelände sollte man sich bewegen und selber helfen können, dazu gehört ein Spaltenbergungskurs", gibt Christoph Schnurr als Beispiel. Die Teilnehmer schlafen im Zelt. "Da sollte man auch selbst Essen zubereiten und Wasser schmelzen können." Wer eine Expedition unternehmen will, braucht außerdem Zeit – in der Regel mindestens drei Wochen. Denn der Körper muss sich an die Höhe gewöhnen, Akklimatisierung ist überlebenswichtig. Große Expeditionen können zwei Monate und länger dauern.

Was kosten Expeditionen?

Expeditionen sind teuer und zählen trotz des geringen Komforts zu den Luxusreisen. Ein Anhaltspunkt: Für die dreiwöchige Tour auf den Aconcagua vom DAV Summit Club müssen Reisende mit gut und gerne 5400 Euro kalkulieren. Eine Himalaya-Tour bei dem Anbieter zum knapp 7100 Meter hohen Nimlung in Nepal kostet 7290 Euro. 

Wer ganz hoch hinaus will, muss tief in die Tasche greifen. Die Tour zum Dach der Welt kostet etwa beim Veranstalter Seven Summits als Full-Service-Paket 36.980 Euro. Knapp zwei Monate dauert die Tour über die Südroute zum Mount-Everest. Die Nordroute, bei der die Tour in China beginnt, ist in der Regel etwas günstiger.

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