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Rauchen: Die E-Zigarette ist ein umstrittener Trend

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Rauchen: Ist die E-Zigarette gesünder?

17.02.2011, 08:38 Uhr | dpa

Rauchen: Die E-Zigarette ist ein umstrittener Trend. Rauchen: Ist die E-Zigarette gesünder? (Foto: dpa)

Rauchen: Ist die E-Zigarette gesünder? (Foto: dpa)

Schon lange darf in Restaurants und Bars nicht mehr ungehemmt geraucht werden, zum Schutz der Nichtraucher. Doch wer eine E-Zigarette raucht, verbreitet um sich nur geruchslosen Dampf statt blauen Dunst. Zudem soll die elektronische Zigarette eine gesündere Alternative zum herkömmlichen Glimmstängel sein. Aber ist das Rauchen von flüssigem Nikotin weniger schädlich? Darüber streiten sich Experten.

Ein tiefer Zug und die Zigarette glimmt. Tabakgeschmack erfüllt die Lunge, Nikotin strömt ins Blut. Obwohl man mitten im Nichtraucherbereich sitzt, beschwert sich niemand. Seit in Kneipen und Restaurants nicht mehr geraucht werden darf, boomt der Vertrieb von E-Zigaretten. Denn "gedampft" werden darf theoretisch überall - ob im Restaurant oder Flugzeug. Selbst in Hollywood ist die E-Kippe schon angekommen. Im Film "The Tourist" zieht Schauspieler Johnny Depp im Bahnabteil genüsslich am Elektrostängel. Aber ist das wirklich eine Alternative zur Zigarette?


Großhändler: "Gesünder und für Mitmenschen verträglicher"

Der Hamburger E-Zigaretten-Großhändler Werner Wolff schwört auf das täuschend echt aussehende Plastikimitat. "Seit ich die Dinger benutze, rauche ich keinen Tabak mehr", sagt er. "Das ist nicht nur gesünder, sondern auch für meine Mitmenschen verträglicher." Seit 2008 vertreibt er die aus China importierten Produkte übers Internet. Von der Pfeife bis zum High-Tech-Dampfer ist bei ihm alles zu haben.


Flüssiges Nikotin statt Tabak

Das Prinzip ist einfach: Bei jedem Zug verdampft ein Brennelement flüssiges Nikotin. Um die Illusion perfekt wirken zu lassen, glüht eine Leuchtdiode an der Spitze auf. Bis zu 300 Züge bietet eine Kapsel. Das entspricht 25 Zigaretten. Der Raucher inhaliert Nikotindampf. Da kein Tabak verbrennt, sollen Anbietern zufolge keine Schadstoffe entstehen. Einige Händler bewerben die E-Zigarette gar als "gesunde Alternative zum Rauchen", die den "Ausweg aus der Nikotinsucht" erleichtert. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür jedoch nicht.


Auswirkungen sind bislang unbekannt

Sicher ist, dass Nikotin schnell süchtig macht. Hinzu kommt, dass die E-Zigarette wenig erforscht ist. Auch Auswirkungen möglicher Schadstoffen sind unbekannt, sagen Kritiker. Auch ist unklar, was dem Konzentrat beigemischt ist, denn das wissen nur die Hersteller. Nachfragen bleiben mit Verweis aufs Betriebsgeheimnis unbeantwortet. Auch Händler Wolff schweigt. Es gebe verschiedene Nikotinkonzentrationen und Geschmacksrichtungen wie Apfel oder Schokolade, "da ist nichts Giftiges drin."


Zur Nikotinentwöhnung nicht geeignet

Zu einem anderen Ergebnis kommt die US-Kontrollbehörde FDA. 2009 fand sie giftige Substanzen in Proben - darunter krebserregende Nitrosamine. Gegen eine hohe Qualität der E-Zigaretten spreche auch der variierende Nikotingehalt in den Kapseln. Sogar als nikotinfrei deklarierte Patronen wiesen das Suchtmittel auf.
Bereits 2008 warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor Gefahren. "Nach unserer Ansicht hat sich seitdem nicht viel getan", sagt BfR-Experte Frank Henkler. "Nikotin ist ein Nervengift und kann Bluthochdruck sowie Genschäden verursachen. Zur Nikotin-Entwöhnung ist die E-Zigarette definitiv nicht geeignet."


Expertin fordert Verbot der E-Zigarette

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) enthält der Rauch einer normalen Zigarette 4800 Schadstoffe - 90 davon hoch krebserregend. Auch wenn E-Zigaretten tatsächlich weniger schädlich sein sollten, plädiert die DKFZ-Expertin Martina Pötschke-Langer für ein Verbot. Auf ein weiteres Suchtmittel könne man verzichten. Die Gesetzeslage für E-Zigaretten in Europa ist uneinheitlich. Die EU-Kommission erwägt eine Prüfung, an deren Ende ein Verbot stehen könnte. Einige Länder setzen sich für eine Einstufung als Arzneimittel ein - in Österreich ist das schon der Fall. Auch das BfR empfahl diesen Schritt. Damit wäre der Vertrieb hierzulande verboten. Tatsächlich können sich E-Raucher ohne Probleme in Online-Shops eindecken.

Ratgeber - Endlich Nichtraucher! So schaffen Sie es ohne Gewichtszunahme

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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