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COPD: Immer mehr Frauen werden lungenkrank

15.04.2011, 08:18 Uhr | ap/dapd/t-online

COPD: Immer mehr Frauen werden lungenkrank. COPD trifft immer mehr Frauen. (Foto: Archiv)

COPD trifft immer mehr Frauen. (Foto: Archiv)

An der gefährlichen, chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) erkranken mittlerweile mehr Frauen als Männer. Davor warnen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). „Wir  müssen uns darauf einstellen, dass in den nächsten Jahren immer mehr Frauen an COPD erkranken, wobei sich ihre Anzahl gegenüber den männlichen Patienten sogar verdoppeln wird“, erläutert Prof. Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover.

COPD könnte jede zweite Raucherin treffen

Die im Volksmund oft als "Raucherlunge" bezeichnete Lungenkrankheit ist weltweit die fünfthäufigste Todesursache. „Bisher waren hauptsächlich Männer von COPD betroffen", sagt Welte. Mittlerweile erkranken unter den 40- bis 49-Jährigen Rauchern aber ebenso viele Frauen wie Männer an COPD, nämlich sieben Prozent. Der Lungenarzt geht davon aus, dass in Zukunft sogar jede zweite Raucherin damit rechnen muss, an COPD zu erkranken. Unter den rauchenden Männern werden hingegen 30 bis maximal 50 Prozent betroffen sein.

Frauen werden zehn Jahre früher lungenkrank

Die Gründe für die zunehmende Erkrankungszahl bei Frauen: Ihre Rauchgewohnheiten haben sich verändert, sie greifen immer häufiger zur Zigarette. Außerdem seien sie empfindlicher für COPD, erklärt Welte. Denn die Atemwege von Frauen sind zierlicher und verstopfen deshalb schneller. Deshalb werden Frauen rund zehn Jahre früher lungenkrank als Männer. "Bisher wurde angenommen, man müsse zwanzig bis dreißig Jahre regelmäßig geraucht haben, bevor sich eine chronische Lungenerkrankung wie die COPD entwickelt", sagt der Lungenarzt. Wie sich mittlerweile abzeichne, falle diese Latenz bei Frauen viel kürzer aus.

"AHA-Symptome" ernst nehmen

Das Gefährliche: COPD entwickelt sich schleichend, deshalb nehmen viele erste Warnzeichen wie Husten nicht ernst. Drei Hauptsymptome sind für die Krankheit typisch. Ärzte fassen sie unter dem Kürzel "AHA-Symptome" zusammen: Auswurf, Husten und Atemnot bei Belastung. Wer darunter leidet, sollte so schnell wie möglich vom Arzt abklären lassen, ob eine COPD vorliegt. Unbehandelt führt die Krankheit zum vorzeitigen Tod. "Der Tod wäre ein sehr unangenehmer - einer durch Ersticken", sagt Tobias Welte.

Sofort mit dem Rauchen aufhören

Hauptursache einer COPD ist das Rauchen, auch wenn im Einzelfall Umweltgifte wie Schwefeldioxid und Stäube am Arbeitsplatz die Krankheit auslösen können. Neun von zehn Patienten haben geraucht oder tun es noch. Je länger und mehr Glimmstängel verbraucht werden, desto größer die Gefahr. "Nichts ist so wichtig für COPD-Patienten, wie sofort mit dem Rauchen aufzuhören", schärft der Lungenspezialist den Betroffenen ein. Dadurch wird die Zerstörung der Lunge verlangsamt, mithin sogar aufgehalten. Das Atmen fällt leichter und der Schleim schwindet.

COPD ist nicht heilbar

Heilbar ist die Erkrankung aber nicht. Eine COPD lasse sich nur mit Medikamenten behandeln, die zeitlebens genommen werden müssten, sagt Welte. Alle Patienten erhalten Arzneien, welche die Bronchien erweitern und das Atmen erleichtern. Im Anfangsstadium genügen kurz wirksame Bronchodilatoren. Mit dem Voranschreiten wechseln die Mediziner zu langanhaltend wirksamen Präparaten. Bei schwerem Verlauf geben sie zusätzlich Steroide wie Cortison in Form eines Sprays. Seit wenigen Monaten ist erstmals auch ein Medikament namens Roflumilast auf dem Markt.

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