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Rauchstopp: Viele fallen auf unseriöse Methoden herein

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Rauchstopp: Viele fallen auf unseriöse Methoden herein

30.09.2011, 15:11 Uhr | Pressetext

Rauchstopp: Viele fallen auf unseriöse Methoden herein. Rauchen: Von Zigaretten loszukommen, fällt fast allen Rauchern sehr schwer. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Von Zigaretten loszukommen, fällt fast allen Rauchern sehr schwer. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Endlich mit dem Rauchen aufhören - aber wie soll ich es bloß schaffen? Viele Entwöhnungswillige fallen auf unseriöse Methoden herein, die schnellen und mühelosen Erfolg versprechen. Doch es gibt wirksame Rauchentwöhn-Programme, die langfristige Abstinenzquoten bis 40 Prozent erzielen. Das sagten Experten beim Deutschen Suchtkongress, der derzeit in Frankfurt stattfindet. Welche Methoden nichts taugen und wie man dauerhaft von der Zigarette loskommt.

Mit der Dosis steigt die Gefahr der Nikotinsucht

Schätzungen zufolge sind 60 Prozent der Raucher nikotinabhängig. Das bedeutet, dass es auch starke Raucher gibt, die nicht abhängig sind und ihren Nikotinkonsum ohne Entzug regulieren können. Meist steigt jedoch mit der Dosis die Gefahr. "Was bei der Zigarette süchtig macht, ist der Inhaltsstoff Nikotin. Wie sehr das Gehirn darauf mit Abhängigkeit reagiert, dürfte jedoch auch von Genen bestimmt sein sowie von Botenstoffen und deren Rezeptoren," erklärt Suchtforscher Anil Batra, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Aktionskreises Tabakentwöhnung.

Wenn das Rauchen den Tageablauf bestimmt

Für die Feststellung, ob man süchtig ist oder nicht, gilt dieselbe Kriterienliste wie bei Rauschgift-Abhängigkeiten. Mindestens drei von sechs Kriterien müssen für die Suchtdiagnose erfüllt sein. Batra beschreibt, welche Kriterien das sind: "Erstens Entzugserscheinungen wie Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressivität, Appetithemmung und Nervosität, zweitens die Toleranzsteigerung, bei der man für dieselbe Wirkung immer mehr Zigaretten rauchen muss. Ein drittes Kriterium ist der Zwang, rauchen zu gehen, ein viertes die Fortsetzung des Rauchens trotz körperlicher Probleme." Weitere Suchtsymptome sind die Organisation von Arbeit und Freizeit nach der Zigarette sowie Kontrollverlust.

Drei von vier Entwöhnungsmethoden sind unseriös

Umfragen zufolge möchte jeder zweite Raucher aufhören. Langfristig gelinge das ohne professionelle Hilfe nur drei bis sechs Prozent - am ehesten durch einschneidende Lebensereignisse, so der Experte. Viele Aufhörwillige gingen allerdings fragwürdigen Methoden auf den Leim: Drei von vier im Internet beworbenen Programmen zur Raucherentwöhnung seien unseriös oder in der Wirksamkeit nicht bestätigt, darunter Handauflegen, Hypnose, Akupunktur sowie die elektronische Zigarette. Dies belege eine Studie im Auftrag des Gesundheitsministeriums. "Keine unabhängige Studie beweist, dass die E-Zigarette wirkt", ergänzt der Entwöhnungs-Spezialist.

Die beste Methode zum Rauchstopp

Die höchste Abstinenzquote - langfristig über 30 Prozent - ergebe eine Verhaltenstherapie in Verbindung mit Nikotinersatztherapie. "Ist Sucht ein gelerntes Verhalten mit biologischer Mitwirkung, so verringern zunächst Nikotinpflaster, -kaugummis oder -tabletten in den ersten zwei bis drei Monaten das körperliche Verlangen. Das verhindert Rückfälle fast ohne Nebenwirkung", sagt Bantra.

Erfolgreicher seien nur die Wirkstoffe Bupropion und Varenicilin, die Ärzte jedoch wegen ihrer Risiken - Batra nennt Krampfanfälle oder Schwindel - ausschließlich bei psychischer und körperlicher Eignung des Patienten verschreiben sollten.

Warum eine Verhaltenstherapie wichtig ist

Parallel dazu helfe eine Verhaltenstherapie, ob in Einzelberatung oder in Gruppen, das angelernte Rauchverhalten zu überwinden. Dabei würde die Motivation zum Aufhören gefördert, die Vorteile des Nichtrauchens verdeutlicht, auf Ängste wie etwa Gewichtszunahme eingegangen und Verhaltensänderungen unterstützt. "Zuerst muss erarbeitet werden, welche Funktion das Rauchen hatte. Dann gilt es, diesen Situationen aktiv zu begegnen - durch Neustrukturierung des Tagesablaufes, Entspannung oder Stressbewältigung", rät der Experte.

Entwöhnung ist billiger als Tabaksteuer-Entfall

Die Krankenkassen sollten wirksame Maßnahmen zur Raucherentwöhnung stärker fördern", fordert Batra. Die Vorteile des Rauchstopps liegen auf der Hand: 140.000 vorzeitige Tode verursachen Zigaretten jährlich allein in Deutschland, wobei jeder Raucher im Schnitt zehn Lebensjahre verliert. Abhängige brauchen mehr Hilfe, fordert der Experte, ganz besonders Schwangere oder Menschen mit COPD- oder Herzinfarktrisiko. "Ärzte, Kliniken und Psychotherapeuten liefern viele gute Angebote, aber die Krankenkassen bezahlen Entwöhnung derzeit nur in Präventionsprogrammen. Eine Aufstockung ist dringend nötig - denn auch wenn es kurzfristig teurer kommt, spart der Staat damit langfristig viel Geld", so Batra.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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