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Mehr Borreliose-Erkrankungen als gedacht

11.06.2012, 12:13 Uhr | T-Online

Mehr Borreliose-Erkrankungen als gedacht. Mehr Patienten durch Zeckenbisse mit Borreliose infiziert als gedacht. (Quelle: dpa)

Mehr Patienten durch Zeckenbisse mit Borreliose infiziert als gedacht. (Quelle: dpa)

Wer von einer Zecke gebissen wurde, sollte sicher gehen, dass er sich nicht mit Borreliose infiziert hat. Das Risiko ist laut neusten Zahlen höher als angenommen. Bisher ging man in Deutschland von etwa 60.000 bis 100.000 Betroffenen pro Jahr aus, die auf unterschiedlichen Hochrechnungen basieren. Eine aktuelle Analyse zeigt nun allerdings, dass die Anzahl deutlich höher ist: Jährlich kommt es hochgerechnet zu rund 214.000 Neuerkrankungen.

Anzahl der Borreliose-Erkrankungen steigt

Die Studie einer Arbeitsgruppe um den Labormediziner Prof. Klaus-Peter Hunfeld basiert auf den anonymisierten Daten der DAK-Gesundheit. Im Jahr 2007 wurde bei rund 14.780 Versicherten der Krankenkasse erstmals eine Borreliose diagnostiziert, 2008 waren es knapp 16.700. Rechnet man diese Zahlen deutschlandweit hoch, kommt man auf rund 214.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Bei dieser Auswertung handelt sich um die erste wissenschaftlich publizierte Analyse von entsprechenden Zahlen in Deutschland. Bisher wurden Hochrechnungen beispielsweise durch die Meldezahlen aus den neuen Bundesländern angestellt, wo jede Erkrankung gemeldet werden muss.

Labortests sind nicht verlässlich

Borreliose kann durch Bluttests nachgewiesen werden. Laut den Ergebnissen der Krankenkassen-Studie wurde bei der überwiegenden Mehrheit der getesteten Versicherten keine Borrelien nachgewiesen. Dies spricht dafür, dass einige Labortests deutliche Mängel aufweisen und die Ergebnisse fehlerhaft sein können. „Hier sind dringend verbindliche Regelungen zur Verbesserung und Vereinheitlichung der Testqualität erforderlich,“ fordert Dr. Elke Scharnetzky, Expertin für Versorgungsforschung bei der DAK-Gesundheit. Aktuell muss jeder Labortest zusätzlich durch klinische Informationen ergänzt werden. Ansonsten kann nicht unterschieden werden, ob es sich um eine akuten oder einen bereits abgeheilten Infekt handelt. Auch der Erfolg einer Therapie lässt sich nicht anhand von Laborwerten überprüfen. Die Labordiagnostik sollte daher nur gezielt bei entsprechendem klinischen Verdacht zum Einsatz kommen.

Borreliose-Anzeichen richtig deuten

Sollte es einige Tage oder Wochen nach einem Zeckenstich zu einer Rötung und Entzündung der Haut um die Einstichstelle herum kommen, kann diese sogenannte Wanderröte ein Borreliose-Anzeichen sein. Auch bei grippeähnlichen Symptomen ist eine medizinische Behandlung erforderlich. Wichtig ist es, in diesem Fall den Arzt über Zeckenstiche zu informieren. Handelt es sich um eine Borreliose-Infektion, kann diese mit Antibiotika gut und sicher behandelt werden. „Resistenzen gegen Antibiotika, wie sie bei anderen Bakterien beobachtet werden, sind bei Borrelien nicht bekannt,“ so Dr. Scharnetzky von der DAK-Gesundheit.

Zeckengefahr geht auch von Katzen aus

Grundsätzlich besteht für alle Altersgruppen eine Infektionsgefahr. Am häufigsten erkranken Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sowie ältere Menschen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, die sich besonders oft in der Natur aufhalten. Auch Haustiere können Zecken auf Menschen übertragen. Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Katzen jedoch höher als durch Hunde. „Aufenthalte im Wald und auf Wiesen oder das Schmusen mit einer Katze sollte niemand aus Angst vor Zecken unterlassen,“ beruhigt Dr. Elke Scharnetzky. „Die allermeisten Zeckenstiche bleiben folgenlos. Insbesondere wenn die Zecke innerhalb von 24 Stunden entfernt wird, kommt es nur sehr selten zu einer Borreliose-Erkrankung.“ Es ist daher nach einem Aufenthalt in der Natur empfehlenswert, sich und vor allem Kinder vor dem Schlafengehen nach Zecken abzusuchen.

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