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Hirnerkrankung durch Zeckenbisse: Robert-Koch-Institut rät zur Impfung

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Robert-Koch-Institut rät zur Zeckenimpfung

24.01.2014, 12:15 Uhr | dpa/ akl

Hirnerkrankung durch Zeckenbisse: Robert-Koch-Institut rät zur Impfung. Riskanter Biss: Zecken übertragen den gefährlichen FSME-Erreger. (Quelle: dpa)

Riskanter Biss: Zecken übertragen den gefährlichen FSME-Erreger. (Quelle: dpa)

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rät dringend zu einem besseren Impfschutz gegen den FSME-Erreger. Im Jahr 2013 wurde eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Hirn-Erkrankungen nach Zeckenbissen erfasst. "Besonders in Risikogebieten ist mehr Aufklärung nötig. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Impfquoten und Erkrankungszahlen", sagte RKI-Expertin Wiebke Hellenbrand in Berlin.

Lähmung durch Entzündung des Gehirns

Für 2013 liegen bundesweit bisher rund 400 Meldungen für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor. Rund die Hälfte der vom RKI erfassten Patienten erkrankte schwer an einer Entzündung der Hirnhaut oder des Gehirns. Bei FSME gibt es kein Gegenmittel. Patienten haben zuerst Symptome wie eine Grippe mit Fieber und Unwohlsein. Bei einem Teil von ihnen kommen dann aber auch neurologische Probleme hinzu. Die können allerdings schwerwiegend sein. Bleibende Schäden wie Lähmungen und Konzentrationsschwäche sind mögliche Folgen.

FSME ist eine meldepflichtige Infektion. Die Infektionszahlen schwanken allerdings von Jahr zu Jahr. "2013 war ein eher starkes Jahr", sagt Hellenbrand. 2012 gab es 195 gemeldete Infektionen, 2011 waren es 424. In den meisten Vorjahren lag die Fallzahl zwischen 200 bis 300 Fällen. Die Gründe für die Schwankungen sind vielfältig. "Es kommt zum Beispiel darauf an, wie aktiv die Herde in der Natur sind", erläutert die Expertin. "So gibt es einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Mäuse, die das wichtigste Wirtstier für die Zeckenlarven und Zeckennymphen sind, und der Zahl der Zecken."

Impfung ist der einzige Schutz

Um sich sicher vor FSME zu schützen, hilft nur eine Dreifachimpfung. In vielen Risikogebieten gebe es für Kinder recht gute Impfquoten, für Erwachsene jedoch häufig nicht, sagt Hellenbrand. "Dabei ist die Infektion für Erwachsene deutlich gefährlicher als für Kinder." Die Impfquoten stagnierten jedoch oder gingen sogar zurück. Das RKI rät deshalb allen Menschen in ausgewiesenen Risikogebieten, sich impfen zu lassen. Eine Immunisierung wird auch für Urlauber empfohlen, die sich länger in freier Natur in einem betroffenen Landkreis aufhalten.

Süden Deutschlands besonders betroffen

Doch längst nicht jede Zecke trägt das FSME-Virus in sich. Warum sich Infektionen in einigen Regionen Deutschlands - vor allem im Süden - so deutlich häufen, ist Forschern noch ein Rätsel. "Es gibt auch Gebiete, aus denen das Virus in den vergangenen Jahrzehnten wieder verschwunden ist", sagt die RKI-Expertin. Dazu gehörten zum Beispiel einige Regionen in Ostdeutschland.

Ob sich an den bisher ausgewiesenen Risikogebieten in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland etwas ändert, steht noch nicht fest. Die Berechnungen dafür starten erst im März, wenn die Kontrolle der Meldedaten abgeschlossen ist.

Keine Impfung gegen Borreliose

Durch einen Zeckenbiss kann neben der FSME auch Borreliose übertragen werden. Experten raten daher, bei Spaziergängen in Wald, Feld und Wiese lange Kleidung und feste Schuhe zu tragen. Über die Hosenbeine gestülpte Strümpfe erschweren den Zecken die Suche nach nackter Haut. Wer einen Ausflug ins Freie unternommen hat, sollte anschließend seinen Körper gründlich absuchen - und die Zecke möglichst schnell, am besten mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange herausdrehen. Borreliose-Bakterien benötigen nämlich zwischen zwölf und 24 Stunden, um in den menschlichen Körper zu gelangen. Eine wirksame Impfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht. Rasches Entfernen bietet allerdings keinen Schutz vor FSME, da dieser Erreger direkt nach dem Stich übertragen wird.

Milder Winter - mehr Zecken

Das Risiko eines Zeckenbisses steigt auch mit einem milden Winter. Liegt kein Schnee und ist es an mehreren aufeinander folgenden Tagen etwas wärmer mit einer Durchschnittstemperature von sieben Grad, können Nymphen und erwachsene Zecken wieder aktiv werden und auf die Suche nach Blut gehen. Sie klettern beispielsweise auf abgestorbene Grashalme und warten dort auf einen Wirt. So kann es schon im Januar passieren, dass der Spaziergänger im Wald auf Zecken trifft und auch Haustiere können die Blutsauger in die Wohnung bringen. Im eigenen Garten, in Parks und auf Kinderspielplätzen sollte man ebenfalls die Augen offen halten.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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