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Weltmännertag: Bei Gesundheit hört die Stärke auf

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Von wegen starkes Geschlecht  

"Männer sind Feiglinge, was die Gesundheit angeht"

19.11.2015, 17:49 Uhr | ag/dpa

Weltmännertag: Bei Gesundheit hört die Stärke auf. Aus Angst vor einer negativen Diagnose scheuen viele Männer regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aus Angst vor einer negativen Diagnose scheuen viele Männer regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Männer weinen nicht nur heimlich, haben in der Schule schlechtere Noten als Mädchen, sondern haben auch öfter Angst vorm Arzt. Der Internationale Weltmännertag am 19. November möchte über die Probleme und Belange des vermeintlich starkes Geschlechts aufmerksam machen. Ein Schwerpunkt dabei ist das Thema Gesundheit.  

"Männer sind Feiglinge, was die Gesundheit angeht," sagt Dr. Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Berufsverbandes der deutschen Urologen. In seiner Praxis ist er täglich mit den Ängsten männlicher Patienten konfrontiert. 


Einerseits Vorsorgemuffel, andererseits Hasardeure

Auch was Vorsorgeuntersuchungen angeht, sind die Herren der Schöpfung eher nachlässig - teilweise aus Bequemlichkeit, teilweise aus Angst. Die Zahlen sprechen für sich: Seit 1974 ist die Inanspruchnahme der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr gleichbleibend gering. "Heute wie damals liegt die Rate bei Männern nur bei 14 Prozent, bei Frauen dagegen sind es 50 Prozent", sagt Bühmann. 

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Mut und übertriebene Risikobereitschaft zeigen sich laut Bühmann oft in anderen Lebensbereichen, sagt Bühmann: "Männer springen lieber von Klippen, fahren mit 300 km/h im Kreis oder fliegen sich mit Ultraleichtbausätzen in den Alpen tot." Frauen dagegen seien klug genug, "solchen Unsinn" nicht zu machen, sagt Bühmann. "Es hat schon seine Gründe, warum sie im Durchschnitt fünf Jahre länger leben." 

Krankheitssymptome werden oft nicht ernst genommen

Männer vernachlässigen nicht nur die Vorsorge, sie pflegen einen ungesünderen Lebensstil. Hierzu gehören Rauchen, Alkohol, Übergewicht und Stress - alles Faktoren, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen können. Treten erste Sympome auf, werden diese oft ignoriert, sagt Dr. Monika Köster, Expertin für Männergesundheit bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Regelmäßige Arztbesuche seien Männern nicht nur fremd, sie bekämen auch weniger Medikamente verordnet. Einzige Ausnahme seien die Altersgruppen bis 9 Jahre und zwischen 60 und 75, wie aus einem Arzneimittelreport der AOK hervorgeht. 

Psychische Probleme - für Männer ein Zeichen von Schwäche

Was die psychische Gesundheit angeht, gibt es ebenfalls Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Diese sind zwar laut dem jüngsten DAK-Psychoreport fast doppelt so häufig von seelischen Erkrankungen betroffen wie Männer. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass Männer weniger seelische Probleme haben.

"Es ist bei Männern heute immer noch nicht selbstverständlich, sich einzugestehen, dass man ein Problem im psychischen Bereich hat", sagt der Vizepräsident des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen, Michael Ziegelmayer. Depressive Symptome würden häufig nicht diagnostiziert und unzureichend behandelt, warnt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde.

Verheiratete Männer leben länger

Auch wenn Männer in vielen Aspekten ein zwiespältiges Verhältnis zu ihrer Gesundheit haben, steht eines jedoch fest: Zuneigung und Gemeinschaft verlängern ihre Lebenszeit. Leben Männer in einer Ehe, bringt ihnen acht zusätzliche Lebensjahre. Im Folgejahr eines Herzinfarkts haben Ehemänner sogar eine doppelt so hohe Überlebenschance wie ihre ledigen Geschlechtsgenossen.




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