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Intakte Darmflora hält das Gehirn fit

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Studie entdeckt neue Zusammenhänge  

Eine intakte Darmflora hält das Gehirn fit

24.05.2016, 07:13 Uhr | cme

Intakte Darmflora hält das Gehirn fit. Bakterien im Darm haben verschiedene wichtige Funktionen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bakterien im Darm haben verschiedene wichtige Funktionen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Darmflora hat einen Einfluss auf unsere geistige Leistungsfähigkeit. Wird sie verändert - beispielsweise durch die Einnahme von Antibiotika - kann dies unser Gedächtnis beeinträchtigen. Das ergab eine Studie von Wissenschaftlern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC).

Darm und Gehirn stehen in Verbindung und "reden" miteinander - über Hormone oder direkte Nervenverbindungen. Auch bestimmte Immunzellen sind an der Kommunikation beteiligt, wie das Team um Dr. Susanne Wolf an Mäusen herausfand. Die Forscher untersuchten dazu sowohl die Darmflora der Tiere, das sogenannte Mikrobiom, als auch deren Gehirn.

Antibiotika können offenbar die Hirnfunktion stören

Ein Teil der Mäuse erhielt einen starken Antibiotika-Cocktail, der die Bakterien im Darm, ausschaltete. Die Untersuchung des Gehirns zeigte, dass sich dadurch weniger neue Nervenzellen bildeten als in der Vergleichsgruppe mit intaktem Mikrobiom. Auch das Gedächtnis verschlechterte sich.

Gleichzeitig beobachteten die Forscher, dass sich bestimmte Immunzellen im Gehirn verringerten, die sogenannten Ly6Chi-Monozyten. Um zu überprüfen, ob die Immunzellen tatsächlich für die schlechtere Hirnleistung verantwortlich waren, verabreichten sie den mit Antibiotika behandelten Tieren einen Cocktail mit diesen Zellen. Tatsächlich bildeten sich im Gehirn wieder neue Nervenzellen. 

Immunzellen vermitteln zwischen Darm und Gehirn

Diese bislang unbekannte Vermittlerfunktion der Immunzellen sei wissenschaftlich besonders interessant, sagt Susanne Wolf: "Mit den Ly6Chi-Monozyten haben wir vielleicht einen neuen generellen Kommunikationsweg von der Peripherie ins Hirn entdeckt." 

Zwar lassen sich die Ergebnisse nur begrenzt auf den Menschen übertragen. Aber: "Möglicherweise sind aber ähnliche Effekte bei Therapien mit Antibiotika über einen langen Zeitraum zu erwarten", sagt Susanne Wolf.

Zudem hoffen die Wissenschaftler, die Erkenntnisse auch zur Entwicklung von Therapien für psychisch Kranke nutzen zu können.

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