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Studie belegt: Jeder Zweite geht krank zur Arbeit

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Präsentismus  

Jeder Zweite geht krank zur Arbeit

06.10.2017, 16:51 Uhr | Larissa Koch, t-online.de, dpa

Studie belegt: Jeder Zweite geht krank zur Arbeit. Mann im Büro schnaubt ins Taschentuch (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/MilanMarkovic)

Eher die Regel als die Ausnahme: Kranke Mitarbeiter am Arbeitsplatz. (Quelle: MilanMarkovic/Thinkstock by Getty-Images)

Fast jeder zweite Berufstätige geht krank zur Arbeit. Das hat die Gesellschaft für Konsumforschung über eine Befragung herausgefunden. 600 Berufstätige deutschlandweit haben Auskunft über ihr Verhalten bei Krankheit gegeben. Und dabei kam heraus, dass 46 Prozent von ihnen innerhalb der vergangenen zwölf Monate nicht im Bett geblieben sind, obwohl sie krank waren.

Die Befragung, die im Auftrag der Zeitschrift "HausArzt" im August 2017 durchgeführt wurde, deckt sich weitgehend mit den Ergebnissen vorheriger Untersuchungen etwa von Krankenkassen. 

Man spricht bei dem Phänomen des Arbeitens trotz Krankheit von Präsentismus, im Gegensatz zum Absentismus. Besonders Frauen zeigen der Befragung zufolge dieses Verhalten: Von ihnen gingen sogar 50 Prozent krank zur Arbeit, bei den Männern lag die Quote mit 43 Prozent etwas niedriger. 

Nur etwa jeder Fünfte (21 Prozent) blieb bei Krankheit immer zu Hause. Und ein knappes Drittel der Befragten (32 Prozent) hat sich im vergangenen Jahr nie krank gefühlt. 

Die Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreports 2017 haben aber auch gezeigt, dass Frauen häufiger krank sind als Männer. So lag der Krankenstand der Frauen im Jahr 2016 bei 4,2 Prozent, der der Männer bei 3,7 Prozent.

Präsentismus kostet die Wirtschaft möglicherweise Milliarden

2016 hatte die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) einen Übersichtsartikel zum Thema veröffentlicht. Ein Autorenteam der Universität Erlangen-Nürnberg hat dazu diverse Studien und Berichte der vergangenen Jahre ausgewertet. Das Ergebnis: Das krank Arbeiten führt zu einem großen volkswirtschaftlichen Schaden. Dieser ist dem Artikel zufolge deutlich größer als derjenige, der durch Krankschreibungen verursacht wird.

Die krankheitsbedingten Fehlzeiten führten demnach in Deutschland im Jahr 2014 zu einem Ausfall der Bruttowertschöpfung von 90 Milliarden Euro. Für den Präsentismus hingegen wurde ein Wertschöpfungsverlust von 257 Milliarden ausgemacht.

Die Berechnungen die zu diesem Faktor zu finden sind, variieren jedoch stark. So kommen einige Untersuchungen etwa zu dem Ergebnis, dass die Kosten, die durch Präsentismus ausgelöst werden, zumindest genauso hoch sind, wie die durch Absentismus verursachten. Unterm Strich hat der kranke Arbeitnehmer dann niemandem geholfen – sich selbst nicht und dem Arbeitgeber auch nicht.

Eine Ursache für den volkswirtschaftlichen Schaden ist fehlende Konzentration

Dem DGAUM-Beitrag zufolge hat der Präsentismus folgende Nebeneffekte: Die Betroffenen sind körperlich und seelisch beeinträchtigt. Dazu gehört eine verminderte Konzentrationsfähigkeit, die natürlich nicht folgenlos bleibt: Die Arbeitsmenge sinkt, die Arbeitsqualität leidet, die Fehlerquote steigt und die Häufigkeit von Unfällen ebenfalls.

Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass durch ausgeprägten Präsentismus die Gefahr einer Langzeiterkrankung deutlich erhöht ist. Das wiederum löst hohe Kosten für Betriebe und Krankenkassen aus.

Die Gründe für das Arbeiten trotz Krankheit

Arbeitnehmer, die krank im Job erscheinen, wollen meist die Kollegen nicht hängen lassen, die dann ihre Arbeit zusätzlich übernehmen müssten. Ein weiterer Grund, der häufig angegeben wird, ist dass die Betreffenden zu viel zu tun haben. Frauen geben in Umfragen immer wieder an, dass sie etwa dann krank bei der Arbeit erscheinen, weil sie bereits wegen ihrer erkrankten Kinder nicht arbeiten konnten. Auch die Sorge, vor einer negativen Reaktion des Vorgesetzten spielt eine wesentliche Rolle für den verbreiteten Präsentismus.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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