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Essstörungen: Magersucht endet oft tödlich

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GESUNDHEIT | MAGERSUCHT  

Magersucht endet oft tödlich

23.02.2011, 11:48 Uhr | dpa / bri

Magersucht ist nach Meinung von Experten die psychische Krankheit mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Bis zu 15 Prozent der Betroffenen im Erwachsenenalter sterben an den Auswirkungen der Krankheit sterben, wie der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen (DGESS), Manfred Fichter bei einer Fachtagung betonte. Die meisten Betroffenen sterben laut Fichter an den direkten Folgen der Mangelernährung, aber auch die Zahl der Selbstmorde ist hoch. Nur rund die Hälfte der Patienten könne wieder ganz geheilt werden. "Essstörungen werden oft belächelt, aber es ist wichtig, dass sie ernst genommen werden", sagte der Mediziner.


Sechs Prozent aller jungen Frauen sind essgestört

Nach Schätzungen der Gesellschaft leiden in Deutschland rund sechs Prozent aller Frauen zwischen 15 und 35 Jahren an Magersucht oder einer anderen Essstörung wie etwa Bulimie (Ess-Brech-Sucht). Bei Männern sind Essstörungen seltener: Auf zehn Frauen kommt durchschnittlich ein Mann. Auch die Therapie der Krankheit sei bei Männern einfacher. "Männer wollen Muskeln haben und bei der Magersucht schmelzen irgendwann auch die weg. Und dann sind Männer leichter zu motivieren, wieder etwas zu essen", so Fichter, Chefarzt der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee.

Minderwertigkeitskomplex ist einer der Auslöser

Als Ursache für Essstörungen gelten unter anderem äußere Belastungen wie Stress und starke Selbstwertprobleme. Hinzu kommen oft Depressionen. "Der Patient denkt dann nur noch an Essen, Nahrung, Gewicht, Figur", beschreibt Fichter. Die Therapie von Essstörungen sei nicht einfach. Medikamente würden bei den Kernsymptomen der Magersucht überhaupt nicht helfen. Auch sind viele medizinische Einrichtungen nach seiner Einschätzung noch nicht gut genug für eine derartige Therapie gerüstet. Hier müsse noch mehr geforscht und besser informiert werden.


Laufstegverbot für Magermodels

Nach dem Hungertod mehrerer Models hatte Italien als eines der ersten Länder versucht, etwas gegen den Magerwahn auf den Laufstegen zu unternehmen. Regierung, Modeverbände und die Veranstalter von Modenschauen haben sich auf ein Grundsatzprogramm gegen Magersucht geeinigt: Es verbietet unter anderem die Teilnahme von Models unter 16 Jahren an den italienischen Modeschauen und verlangt von allen Teilnehmerinnen ein ärztliches Attest, dass sie unter keiner Essstörung leiden. Damit will man verhindern, dass extrem dünne Models jungen Mädchen als Vorbild dienen.

Vorwürfe an die Bundesregierung

"In Deutschland unternimmt die Regierung wenig gegen Magersucht", sagt Andreas Schnebel, Psychologe und Leiter des Bundesfachverbandes für Ess-Störungen. "Wir erhalten keinerlei Unterstützung für unsere Projekte und Kampagnen, das erfahre ich immer wieder, wenn ich in Berlin zu tun habe", kritisiert Schnebel. Eine Anfrage von onLeben beim Bundesministerium ergab, dass es derzeit lediglich Studien zum Thema Essstörungen gebe, die von der Regierung unterstützt würden. Außerdem widmen sich Aufklärungsbroschüren dem Thema Ernährung.

Schocks können wirken

Schnebel ist der festen Überzeugung, dass drastische Bilder Betroffenen helfen können. Vor vier Jahren hatten er und die Anorexie-Beratungsstelle Anad e.V. eine Kampagne gestartet. Unter dem Titel "Schöne, schlanke Welt" wurden drastische Bilder mit Magersüchtigen gezeigt. Laut Schnebel haben die Bilder etwas gebracht: "Die meisten Betroffenen berichteten, dass diese Fotos der letzte Anstoß waren, endlich etwas zu tun und sich endlich professionelle Hilfe gegen Magersucht zu holen."

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