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Ernährung: Smoothies sind kein Obstersatz

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ERNÄHRUNG | SMOOTHIES  

Smoothies greifen Zähne an

24.05.2008, 14:05 Uhr | LS/cme

Smoothies: Genauso gut wie Obst? Smoothies: Genauso gut wie Obst? (Foto: T-Online)Kein lästiges Schälen, dafür eine handliche Verpackung und ein angenehmer Geschmack: Immer mehr Verbraucher greifen zu flüssigem Obst aus der Flasche. So genannte Smoothies liegen im Trend. Knapp 16 Millionen Liter wurden 2007 in Deutschland verkauft. Doch nun hat ein führender Zahnmediziner vor dem sorglosem Genuss der neuartigen Drinks gewarnt. Die meist aus püriertem Obst bestehenden Produkte würden die Zähne stärker angreifen als der Genuss der ganzen Frucht, sagte der Direktor der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde in Gießen, Willi-Eckhard Wetzel, dem "Focus". Er bestätigte damit entsprechende Warnungen aus Großbritannien. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hatte die Trend-Drinks bereits kritisiert. Sie seien kein Ersatz für frisches Obst und Gemüse. Zudem sei die Qualität der Produkte sehr unterschiedlich.


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Weniger Sättigung, weniger Geschmack

Zahnmediziner Wetzel erklärte, dass bei Menschen die Obst trinken, statt es zu essen, weniger Speichel entstehe. Dieser aber schütze vor Säure und Fruchtzucker. "Wer eine Frucht isst, kaut - und sendet dabei ein Signal an das Gehirn, das den Speichelfluss anregt", so Wetzel. Dieses Signal fällt schwächer aus, wenn das Obst "einfach in die Mundhöhle gekippt" wird. DGE-Sprecherin Antje Gahl erklärt: "Im Vergleich zum direkten Obst- und Gemüseverzehr ist der Gehalt an wichtigen Inhaltsstoffen in Smoothies wesentlich geringer." Zudem würden frisches Obst und Gemüse aufgrund ihres großen Volumens besser zur Sättigung beitragen. Auch das Kauerlebnis und die hohe geschmackliche Variationsbreite gehe bei Smoothies verloren. "Durch das Kauen wird der Vorgang des Essens verlängert, wodurch wiederum der Sättigungseffekt besser zur Geltung kommt", so die Ernährungsexpertin.

Angebot und Qualität unüberschaubar

Ein weiterer Kritikpunkt der Expertin: Bei immer mehr Produkten auf dem Markt wird das Angebot immer undurchschaubarer. "Wir beobachten in letzter Zeit verstärkt den Versuch vieler Unternehmen, alles unter dem Begriff 'Smoothie' zu vermarkten", erklärte Antje Gahl. Dabei seien einige Produkte hauptsächlich aus Saft oder Saftkonzentraten hergestellt und unterscheiden sich daher kaum von normalen Fruchtsäften. "Echte Smoothies bestehen nur aus Fruchtmark bzw. -püree, Direktsäften und gegebenenfalls Fruchtstücken", so Gahl.

Problematische Werbeaussagen

Problematisch sind in den Augen von Gahl aber auch die Werbeaussagen mancher Smoothies-Hersteller. Diese werben nämlich zum Beispiel damit, dass mit 100 Millilitern ihres Produktes die Hälfte der empfohlenen täglichen Ration an Obst und Gemüse verspeist werden könne. "Die angegebenen Mindestempfehlungen basieren auf einer von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Menge von 400 Gramm pro Tag, die auch in Entwicklungsländern mit geringer Verfügbarkeit und geringem Obst- und Gemüsekonsum gelten", stellt Gahl fest. Für Deutschland liege die DGE-Empfehlung aber mit 600 bis 650 Gramm weitaus höher.


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Gesunde Ernährung leicht gemacht" - versprechen die Hersteller der flüssigen Fruchtbomben aus dem Kühlregal. Und in der Tat werden die trendigen Früchtedrinks häufig als Ersatz für Apfel, Birne & Co verzehrt. Doch ist das, was in den kleinen Plastikflaschen steckt, wirklich gesunde Ernährung pur?

Flüssige Dickmacher

Was tatsächlich in den handlichen Fläschchen steckt, führt bei genauerer Betrachtung häufig zur Ernüchterung, denn der Begriff "Smoothie" ist nicht geschützt! Der Hauptkritikpunkt ist, dass Fruchtschalen im Smoothie nicht zu finden sind. Um eine cremigere Konsistenz zu erreichen, werden sie vor dem Pürieren entfernt. Mit der schützenden Hülle gehen jedoch auch eine Reihe von Vitaminen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen verloren.Zudem wird der Fruchtbrei vor dem Abfüllen erhitzt. Das tötet zwar mögliche Keime, senkt aber auch den Vitamingehalt. In einigen Smoothies stecken zusätzlich Farb- und Konservierungsstoffe, Aromen und Zucker. Und auch der Kaloriengehalt ist mit rund 60 Kilokalorien pro 100 Milliliter vergleichsweise hoch!

Gesunde Fruchtbomben

Wenn Sie wissen möchten, in welchen Fällen frisch zubereitete Smoothies jedoch eine Berechtigung haben und Ihrer Ernährung zu einer gesunden extra Portion Frucht verhelfen, dann besuchen Sie das SMOOTHIE-Special in unserem Gesundheitsmagazin.


Smoothies schmecken lecker, sind gesund und eine sehr angenehme Art Obst und Gemüse zu genießen. Als Zwischenmahlzeiten sind sie ideal, vorausgesetzt sie bestehen aus echtem Fruchtmus und nicht hauptsächlich aus Fruchtsaft, wie manche Fertigprodukte. Am besten mixt man sich die bunten Fruchtdrinks selbst. Das geht ganz schnell und das Tollste ist, dass man das Obst immer neu variieren kann - nach Saison, eigenem Geschmack oder der Gesundheitswirkung. Probieren Sie die Rezepte aus dem Buch "Smoothies" von Monika Braun gleich aus:

"Smoothies" von Monika Braun Leckere Rezepte für Smoothies
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Fünf am Tag - so geht es auch

Die meisten Deutschen essen nicht genug Obst und Gemüse. Saft wird aber gerne getrunken. Monika Braun kombiniert in Ihrem Buch "Smoothies" beides geschickt miteinander: Frische Rohkost in flüssiger Form. Wer ungern Obst als Ganzes isst, für den sind die Powerdrinks aus cremig pürierten Früchten ideal. In jedem Glas stecken so viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und lösliche Ballaststoffe wie sonst nur in einem riesigen Berg Rohkost. Dabei haben die Rezepte meist nur rund 200 Kilokalorien.

Die Zutaten sind entscheidend

Für Smoothies braucht man recht wenig. Verschiedene Obstsorten und auch mal Gemüse, zerstoßenes Eis oder Milch sorgen für die cremige Konsistenz. Mit Ahornsirup oder Honig lässt sich der Geschmack von sehr herben Früchten abrunden, Limetten- oder Zitronensaft verleihen sehr süßen Früchten eine frische Note. Bei der Auswahl des Obstes gibt es keine Grenzen, alle heimischen und exotischen Früchte sind geeignet. Für Gemüse-Smoothies nimmt man Gemüse, das man roh essen kann: Gurken, Paprika, Tomaten, Sprossen oder Kräuter. Wer es besonders gesund mag, greift auf Bioprodukte zurück.

Wichtige Küchenhelfer

Für Smoothie-Liebhaber sind elektrische Standmixer mit großem Plastik- oder Glasaufsatz, starkem Motor und einer Eis-Crash-Funktion ideal. Auch mit Aufsätzen von Küchenmaschinen kann man gut mixen. Für die ersten Versuche eignet sich auch ein Stabmixer. Haben Sie ein nicht so leistungsstarkes Modell, ist es am besten harte Früchte vorher zu zerkleinern. Wer keinen Eis-Crasher besitzt, kann das Eis auch manuell zerkleinern: Geben Sie eine kleinere Menge Eiswürfel in einen Gefrierbeutel und schlagen Sie kräftig mit dem Nudelholz drauf. Nach so einem kleinen Fitnessprogramm schmeckt ein selbstgemachter Smoothie gleich doppelt gut.

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