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Ernährung: Wie gesund ist Lakritze wirklich?

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Bluthochdruck  

Kann Lakritze der Gesundheit schaden?

04.09.2009, 17:28 Uhr | ug, dpa

Schwarze Leckerei: Doch wie gesund ist Lakritze wirklich? (Foto: dpa)Schwarze Leckerei: Doch wie gesund ist Lakritze wirklich? (Foto: dpa)Lakritze gilt als kalorienarme Nascherei und wird von Fans der süß-salzigen Spezialität gedankenlos in größeren Mengen verzehrt wird. Das kann zum Gesundheitsrisiko werden, denn bestimmte Inhaltsstoffe treiben den Blutdruck hoch. Deshalb sollten Menschen mit Bluthochdruck Lakritze meiden und Gesunde sie nur ihn Maßen genießen. „Bereits 100 Gramm Lakritze, das entspricht sechs bis acht Lakritzschnecken täglich, können Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen hervorrufen", warnt Dr. Gerd Guido Hofmann vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).




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Süßholzzucker fördert Bluthochdruck

Übermäßiger Verzehr von Lakritze bringt den Mineralstoffhaushalt des Körpers durcheinander. Mögliche Folgend sind Schwächeanfälle, Bluthochdruck, Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe oder sogar kurzzeitige Lähmungserscheinungen. Schuld daran ist der enthaltene Süßholzzucker, das so genannte Glycyrrhizin. Es verändert die Hormonproduktion in der Nebenniere und verursacht so einen Anstieg des Blutdrucks. Zudem scheidet der Körper weniger Flüssigkeit aus. Diese lagert sich im Gewebe ein und lässt es anschwellen. „Besonders Menschen mit hohem Blutdruck oder Herzschwäche sollten deshalb auf Lakritze lieber verzichten", rät Hofmann.

Wie viel Lakritze ist erlaubt?

Allerdings sind die schädlichen Bestandteile nur in echter Lakritze enthalten, die aus Süßholzwurzeln hergestellt wird. Viele der gängigen Süßigkeiten enthalten gar keine oder nur wenig echte Lakritze, so die Einschätzung der Experten. Der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der Europäischen Union rät, regelmäßig nicht mehr als 100 Milligramm Glycyrrhizin pro Tag aufzunehmen. Produkte, die mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm Lakritz enthalten, gelten als Starklakritze und müssen in Deutschland auch so gekennzeichnet sein. Diese Sorten können bis zu 500 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm enthalten und werden zum Beispiel in Apotheken oft als „Erwachsenenlakritze“ verkauft

Gut für den Magen

Ab und an davon zu naschen ist erlaubt: Als „unbedenklich“ bewertet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) den gelegentlichen Verzehr. „Der Saft der Süßholzwurzel war schon den alten Ägyptern als Heilmittel bekannt und wurde von den Griechen und Römern zur Behandlung von Geschwüren und Asthma eingesetzt“, so die Ernährungsexperten. Der Süßholzsaft wird seit 4000 Jahren in der Medizin verwendet, zum Beispiel bei Magenbeschwerden und Erkältungskrankheiten. Zudem enthält Lakritze sekundäre Pflanzenstoffe, die so genannten Saponine. Sie gelten als cholesterinsenkend und hemmen verschiedene Viren.

Macht Lakritze impotent?

Wenig begeistert dürften Männer auf folgende Eigenschaft des Lakritz reagieren: Es senkt die Lust auf die schönste Sache der Welt. Isst Mann täglich sieben Gramm der Nascherei, kann dies zu Potenzproblemen führen. Laut einer italienischen Studie senkt es die Konzentration des Sexualhormons Testosteron im Blut um bis zu 44 Prozent. Verantwortlich dafür sollen bestimmte Substanzen in der Lakritze sein, die die Enzyme blockieren, die für die Testosteronproduktion verantwortlich sind. Ein kleiner Trost für alle: Nach viertägiger Lakritzabstinenz normalisiert sich der Blutspiegel wieder. Spätfolgen sind also nicht zu befürchten.

Nascherei mit wenig Kalorien

Ein Pluspunkt: Lakritze hat sich als besonders figurfreundlich erwiesen. Laut einer Studie reduziert sich bei Lakritze-Essern sogar das Körperfett. Italienische Forscher vermuten, dass regelmäßiger Verzehr hilft, überschüssige Pfunde schmelzen zu lassen. Bei Versuchspersonen, die zwei Monate lang täglich ein Stück Lakritze aßen, sank der Fettanteil im Körper tatsächlich. Auf der Waage machte sich dieser Effekt jedoch nicht bemerkbar: Sie verloren kein Gewicht, da ihr Körper gleichzeitig mehr Wasser einlagerte. Immerhin steckt wenig Fett in der schwarzen Leckerei: So enthalten 100 Gramm Lakritzpfoten, -stangen, -taler und -brezeln weniger als ein Gramm Fett. Wer dagegen zu süßeren Varianten mit Kokos- oder Schokoüberzug greift, nimmt neben viel Zucker auch sechs Gramm Fett und 360 Kilokalorien pro 100 Gramm zu sich.

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