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Bandscheibenvorfall: Bandscheiben-Operation ist oft unnötig

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Operation bei einem Bandscheibenvorfall ist oft unnötig

21.02.2008, 15:54 Uhr | bri/dpa

Bei Rückenschmerzen kann die Bandscheibe Schuld sein. (Foto: Archiv)Bei Rückenschmerzen kann die Bandscheibe Schuld sein. (Foto: Archiv)Wenn der Rücken schmerzt und Arme und Beine taub werden heißt es meist: Bandscheibenvorfall. Eine OP könnte da Abhilfe schaffen. Jedoch werde oft voreilig operiert, sagt Professor Joachim Grifka Lehrstuhlinhaber für Orthopädie an der Universität Regensburg. In 80 Prozent der Fälle helfe schon eine spezielle orthopädische Schmerztherapie. Wir haben mit Experten gesprochen, was bei Bandscheibenvorfall zu tun ist und wie man vorbeugen kann.

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Schmerztherapie schont den Patienten

"Eine Operation ist in den vielen Fällen vermeidbar, auch bei sehr schweren Schmerzen", sagt Grifka. Mit der so genannten speziellen Injektionstherapie kann man heutzutage Bandscheibenvorfälle erfolgreich behandeln. Über einen Zeitraum von zwölf Tagen bekommt der Patient Spritzen in den Rücken. Die Injektionen regeln die Empfindlichkeit der Nerven herunter. Die Behandlung erfolgt je nach Schwere der Erkrankung im Krankenhaus oder auch ambulant.

OP nur in schweren Fällen nötig

Eine Operation der Bandscheibe solle laut Grifka nur in schweren Fällen erfolgen, etwa wenn es bereits zu Lähmungen in Armen oder Beinen gekommen ist oder gar eine Querschnittslähmung droht. Jedoch sind bei OPs oft Nachbehandlungen erforderlich und es kann zu Vernarbungen an der Bandscheibe kommen. "Chronische Schmerzen sind dann oft die Folge", sagt Grifka.

Bewegung hält den Rücken fit

Eine einfache Möglichkeit dem Bandscheibenvorfall vorzubeugen ist, rückenfreundliches Verhalten, vor allem Bewegung. Denn durch den Wechsel zwischen Be- und Entlastung werden die Bandscheiben besser mit Nährstoffen versorgt. Dies gilt vor allem für Menschen, die den ganzen Arbeitstag im Büro verbringen. "Um Rückenproblemen vorzubeugen, ist grundsätzlich jede Sportart geeignet", sagt Professor Dr. Hans-Joachim Appell von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Denn die Rückenmuskeln gehören zur Rumpfmuskulatur und sie sind an fast allen Bewegungen des Körpers beteiligt. Trainierte Muskeln mindern den Druck, der auf Wirbelsäule und Bandscheiben lastet.

Kontrolliert bewegen

Wenn sich der Rücken bereits durch Schmerzattacken bereits bemerkbar macht, wird die Auswahl der richtigen Sportart schon schwerer. Das erste Problem: Menschen mit Schmerzen neigen dazu, sich zu schonen. Doch Bewegungsmangel wäre genau das Falsche. Allerdings kommt jetzt nicht mehr jede Sportart in Frage. "Tabu sind Sportarten, die ruckartige Bewegungen erfordern oder den Rücken stark stauchen - also viele Ballsportarten und auch Joggen können die Probleme noch verschlimmern", erklärt der Sportwissenschaftler. Auch Pilates kann mehr schaden als nützen wenn bereits Rückenprobleme bestehen. Experten raten deshalb vom Training in Pilates-Gruppen ab und raten zu Einzeltraining mit speziellen Fokus auf den Rücken.

Vorsicht, Rückenfalle!

Es gibt allerdings auch für den fittesten Sportler Fehlerquellen, die zu Rückenproblemen durch Sport führen können. Genauso wie stundenlanges Krumm-Sitzen auf dem Bürostuhl schadet, können falsche und einseitige Belastungen beim Sport zu Rückenproblemen führen. Wer zum Beispiel Hanteln im Fitness-Studio stemmt, sollte immer seinen Rücken gerade halten. Eine krumme Körperhaltung beim Kniebeugen zum Beispiel ruiniert auf Dauer die Bandscheiben. Schwimmen ist einerseits ein optimales Ganzkörpertraining und nützt auch dem Rücken. Andererseits kann der Sportler seinem Rücken schaden, wenn er nur Brustschwimmen betreibt und dabei den Nacken ständig überstreckt.

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