Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Gesundheit: Tropenkrankheiten können auch zu uns kommen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

GESUNDHEIT | TROPENKRANKHEITEN  

Tropenkrankheiten kommen

23.04.2008, 17:06 Uhr | AFP

Die Tigermücke breitet sich in Deutschland aus. (Foto: imago)Die Tigermücke breitet sich in Deutschland aus. (Foto: imago)Bei Günther Jauchs Millionenfrage würden die Kandidaten an den exotisch klingenden Begriffen vermutlich allesamt scheitern: Nein, Kala-Azar ist kein Berg im Himalaya und Chikungunya keine Rauschpflanze aus Südamerika. Tatsächlich handelt es sich um lebensbedrohliche Krankheiten. Laut Tropenmedizinern, können diese wegen der globalen Erwärmung auch hierzulande Einzug halten und ihre Namen könnten bald zur Allgemeinbildung zählen. In beliebten Urlaubszielen wie Mallorca sind sie längst angekommen und befallen dort überwinternde Rentner.


Test Wissen Sie über Zecken Bescheid?
Schutz vor Blutsaugern So halten Sie sich Zecken vom Leib

Orientbeule am Mittelmeer

Tropenmediziner wie Emil Reisinger von der Uni Rostock und sein Kollege Klaus Fleischer aus Würzburg unterscheiden zwischen zwei verschiedenen Arten vorn Erregern. Zum einen sich schnell ausbreitende Viren, die etwa das Dengue- oder das Chikungunya-Fieber übertragen. Zum anderen jene Parasiten, die allmählich einwandern und zum Beispiel Kala Azar übertragen. Dieser Begriff stammt aus dem Hindi und bedeutet "Schwarze Haut". Die Krankheit heißt auch Leishmaniose, Orientbeule oder Schwarzes Fieber und wird durch Sandmücken übertragen. Inzwischen ist sie im Mittelmeerraum weit verbreitet. Je nach Ausprägung können die Erreger lang anhaltende Hautgeschwüre verursachen oder innere Organe befallen und dann in seltenen Fällen zum Tod führen.

Rentner auf Mallorca

in Gefahr

Laut Fleischer haben diese Parasiten die Pyrenäen längst überschritten. In Südfrankreich und Norditalien treten die Erreger sogar gehäuft auf. Vor allem Hunde sind oft infiziert, und unter den Mittelmeer-Urlaubern gelten vor allem rheumageplagte Rentner als gefährdet. Ihre Medikamente können die Immunabwehr so sehr schwächen, dass das Aufeinandertreffen mit Hunden und Sandmücken etwa am Strand von Mallorca fatale Folgen für die Urlauber haben kann: Sie werden zum Opfer der Leishmaniose.

Sandmücke auch schon in Deutschland

Ein Hund, den Tierfreunde vermutlich vom Mittelmeer-Urlaub mitbrachten, sorgte bereits 1997 für einen Medizin-Krimi in Aachen: Dort erkrankte ein 15 Monate altes Kind an unklarem Fieber und geschwollener Milz. Erst vier Monate später fanden die Ärzte heraus, dass das Baby an Kala-Azar litt, obwohl es nie im Ausland war und auch keine Bluttransfusionen erhalten hatte. Nach weiteren Untersuchungen fand man den Erreger: die nur zwei Millimeter lange Sandmücke. Das Insekt hatte erst den aus dem Süden importierten Hund und dann das Kleinkind gestochen, und damit das Virus übertragen. Heute gehört die Sandmücke im süddeutschen Raum zum Alltag.

Neuer Einwanderer: die Asiatische Tigermücke

Ein weiterer gefährlicher Plagegeist ist die Asiatische Tigermücke. Sie hat mit der Klimaerwärmung nun den Sprung über die Alpen geschafft. Biologen haben sie vor einigen Monaten im Badischen südlich von Karlsruhe nachgewiesen; dort wird sie nun gezielt bekämpft. Mit gutem Grund: Die Tigermücke gilt als Überträger des Chikungunya- und Dengue-Fiebers. Das Wort Chikungunya stammt aus Tansania und bedeutet "der gekrümmt Gehende", weil der Erreger neben hohem Fieber heftige Gelenkschmerzen verursacht. Das Virus hat in einem rasanten Zug um die Welt Millionen Menschen infiziert und zahlreich Todesopfer gefordert. Im Sommer 2007 brach Chikungunya erstmals in Norditalien aus, nachdem ein Reisender das Virus aus Indien eingeschleppt und die Tigermücke es verbreitet hatte.

Tropen-Insekten passen sich der Kälte an

Die Tigermücke hat sich nun offenbar an kühleres Klima angepasst und kann in Gegenden überwintern, in welchen die Durchschnittstemperatur im Januar über dem Gefrierpunkt bleibt. Das ist wegen der Klimaerwärmung inzwischen am Rhein, dem Kraichgau und im Westen der Norddeutschen Tiefebene der Fall. Das heiße jedoch nicht, dass nun alle 20 Viren, die der Quälgeist übertragen kann, auch alle nach Deutschland nachkommen, beruhigen die Mediziner.

Mehr zum Thema :
Online-Test Wie stark ist Ihr Immunsystem?
Zeckenschutz So schützen Sie Hund und Katze
Superfood Essen erlaubt
Abgelaufene Lebensmittel Essen oder wegschmeißen?

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Shopping
Allnet Flat Plus mit Samsung Galaxy S8 im besten D-Netz
zu congstar.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017