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Eichenprozessionsspinner: Giftige Raupen gefährden Gesundheit

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EICHENPROZESSIONSSPINNER  

Eichenprozessionsspinner wieder unterwegs

21.06.2010, 10:45 Uhr | dpa / bri, dpa

Eichenprozessionsspinner: Giftige Raupen gefährden Gesundheit. Die Haare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können allergische Reaktionen auslösen. (Foto: dpa)

Die Haare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können allergische Reaktionen auslösen. (Foto: dpa)

Von Bayern bis Mecklenburg-Vorpommern sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners wieder unterwegs und machen sie sich über Eichenblätter her. Das Gefährliche daran: Die Härchen der Raupen enthalten einen Giftstoff, der bei Kontakt Hautausschläge und beim Einatmen Asthmaanfälle auslösen kann. Zur Zeit befänden sich viele Raupen im dritten oder vierten Larvenstadium, sagte Max Reger, Leiter der Abteilung Waldwirtschaft im Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg der Nachrichtenagentur dpa. Für den Menschen sind die Härchen des dritten Larvenstadiums gefährlich.

Eichenprozessionsspinner sondern Gifthaare ab

Der Eichenprozessionsspinner liebt es warm und trocken und bevorzugt lichte Eichenwälder, Waldränder und Einzelbäume. Menschen sollten jeglichen Kontakt mit den Larven des Schmetterlings vermeiden und bei starken Hautreaktionen einen Arzt aufsuchen, rät die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg.

Gespinste enthalten viele Gifthaare

Zu erkennen sind die gefräßigen Raupen des unscheinbaren Schmetterlings vor allem an den langen Haaren und daran, dass stets mehrere 100 hintereinander herziehen - wie bei einer Prozession. Zur Verpuppung sammeln sich die Raupen und bilden in den Bäumen sogenannte Gespinstnester. Auch diese sollten nicht angefasst werden, da sie Larvenhäute enthalten. Bekämpft wird der Eichenprozessionsspinner von Experten unter anderem mit einem Absaugen der Nester und mit Pflanzenschutzmitteln

Asthma-Anfälle und gereizte Augen

Kommen Menschen mit den Haaren in Berührung, können diese sich in die Haut bohren. "In den Härchen ist das Eiweißgift Thaumetoporin enthalten, das dann die Hautausschläge hervorruft", erklärt Professor Harald Maier, Dermatologe an der Uni Wien. Gegen diese so genannte Raupendermatitis helfen Kortisonpräparate. Die Haare können zudem in die Augen oder die Atemwege gelangen. So rufen sie schlimmstenfalls Augenentzündungen oder Bronchitis und Asthma-Anfälle hervor. Der Arzt behandelt diese mit Kortisonsprays oder speziellen Infusionen.

Sie breiten sich immer weiter aus

Seit den vergangenen Jahren breiten sich die Raupen immer weiter aus. Kamen die Tiere zunächst vor allem in Bayern vor, gibt es sie inzwischen auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinhessen, Baden-Württemberg, Brandenburg und der Pfalz.

Eichen meiden

Der einzige Schutz vor den Gifthärchen ist, sich nicht in den betroffenen Gebieten aufzuhalten und vor allem Eichen zu meiden. Besorgte Bürger können sich auch an lokale Behören und Forstämter wenden, um zu erfahren, welche Gebiete in der Nähe von den Raupen befallen sind. Ende Juli verpuppen sie sich und verwandeln sich in völlig ungefährliche Schmetterlinge. Doch die gefährlichen Nester bleiben übrig und stellen weiterhin eine Gefahr dar.

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