Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Schaufensterkrankheit kann lebensgefährlich werden

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Studie bringt neue Erkenntnisse  

Schaufensterkrankheit kann früher erkannt werden

21.07.2017, 10:24 Uhr | pir, t-online.de, AM

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Schaufensterkrankheit kann lebensgefährlich werden. Schaufensterkrankheit kann lebensgefährlich werden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/moodboard)

Schmerzen im Bein aufgrund von Druchblutungsstörungen auftreten und veranlasst Betroffene kurz stehen zu bleiben. Aus Scham tun sie so, als würden sie etwas betrachten – zum Beispiel ein Schaufenster. (Quelle: moodboard/Thinkstock by Getty-Images)

Was eigentlich harmlos klingt, kann eine bedrohliche Erkrankung sein: Die Schaufensterkrankheit. Ein Ziehen in der Wade, wie ein stechender Krampf – unvermittelt tritt der Schmerz im Bein auf. Der Grund dafür können Druchblutungsstörungen sein. Betroffene müssen kurz stehen bleiben, damit der Schmerz nachlässt. Aus Scham tun sie so, als würden sie etwas betrachten – zum Beispiel ein Schaufenster. Eine umfassende Studie bringt nun neue Erkenntnisse.

Die Studie mit 800.000 Teilnehmern veröffentlicht neue Resultate zur Früherkennung einer Verengung der Arterien im Bein- oder Beckenbereich. Darin wird eine eingeschränkte Nierenfunktion als unterschätzter Risikofaktor identifiziert. Die Auswertung erfolgte unter der Führung von Florian Kronenberg von der Medizinischen Universität Innsbruck und KollegInnen der Johns Hopkins University, USA. Die Studie wurde im Forschungsmagazin „Lancet Diabetes & Endocrinology“ veröffentlicht.

Was hat es mit der Schaufensterkrankheit auf sich?

Die Patienten klagen wegen Beinschmerzen beim Gehen, die aufgrund von Durchblutungsstörungen auftreten. Dies ist die Folge einer Verengung von Arterien in der Bein- oder Beckenregion, in fortgeschrittener Form spricht man von einer peripheren Arteriosklerose (PAD), auch als Gefäßverkalkung. Diese kann in manchen Fällen zu einer Amputation führen. Auch das "Raucherbein", wie es im Volksmund genannt wird, ist eine fortgeschrittene Form der PAD.

Bisher bekannte Risikofaktoren

Gerade ältere Menschen leiden häufig unter der Schaufensterkrankheit. Das Rauchen ist größter Risikofaktor für Gefäßverengungen. Ebenso ursächlich ist Diabetes, gefolgt von einem erhöhtem Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, Thrombose sowie Übergewicht.

Neue Erkenntnisse legen Fokus auf Nierenfunktion

Kronenberg und seine Kollegen konnten nun aufzeigen, dass eine eingeschränkte Nierenfunktion noch schwerwiegender für die Entwicklung einer peripheren Arteriosklerose ist, als bislang angenommen. Fast 16.000 der Studienteilnehmer entwickelten eine PAD an den Beinen. Dabei fiel auf, dass eingeschränkte Nierenfunktionswerte – unabhängig von den bekannten Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes oder Cholesterin – eindeutig mit einer zukünftig auftretenden Schaufensterkrankheit in Zusammenhang stehen.

„Vor allem der Albuminwert im Harn hat sehr entscheidend zum erhöhten Risiko beigetragen. Bereits bei Werten, die heute noch als normal angesehen werden, steigt das Risiko für eine PAD und vor allem für eine Amputation in Folge einer Gefäßverengung deutlich an“, sagt Florian Kronenberg. Albumin ist eine Eiweiß, das im Blutplasma von Gewebe vorkommt. Es wird im Urin bestimmt, um das Frühstadium einer Nierenschädigung zu ermitteln. Ist der Wert zu hoch, arbeiten die Nieren nicht mehr richtig.

Diese Forschungsergebnisse seien sehr wichtig für eine Früherkennung von Risikopatienten. Das Forscherteam fordert infolge eine Diskussion darüber, ob die bisherigen oberen Grenzwerte für diesen Nierenfunktionsparameter zu hoch angesetzt sind.

Vom Krampf zur Amputation

Meist bemerken Betroffene Zeichen einer PAD erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Dabei gliedert sich die Krankheit in vier Stadien. In Phase eins bemerkt der Patient selbst noch nichts von der Arterienverengung. Für Phase zwei – die Schaufensterkrankheit – sind krampfartige Schmerzen in den Waden, Oberschenkeln und im Gesäß typisch. Wenn die Krankheit weiter fortschreitet, schmerzt es nicht nur beim Gehen, sondern auch während des Sitzens oder Liegens. Im letzten Stadium der Krankheit bilden sich aufgrund der mangelnden Durchblutung nicht heilende Wunden. Eine Amputation ist oft unvermeidbar.

Die ABI-Messung bringt Klarheit

Bei der ABI-Messung ("ankle brachial index") wird der Blutdruck oberhalb des Knöchels (ankle) mit dem im Bereich des Oberarms (brachium) verglichen. An beiden Stellen sollte der Blutdruck annähernd gleich sein. Beträgt der am Unterschenkel gemessene Blutdruck weniger als 90 Prozent des am Oberarm gemessenen Blutdrucks, dann ist das ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung in den Beinen und damit für PAD. Weiterführende Untersuchungen, wie die so genannte farbcodierte Ultraschalluntersuchung, bestätigen die Diagnose. Im weiteren Verlauf der Behandlung kann ein Arterienkatheter helfen. Die Gefäße werden mittels eines Ballons aufgebläht und die Verengung kann gelöst werden.

Vorbeugung durch gesunde Lebensweise

Mit Durchblutungsstörungen in den Beinen ist nicht zu spaßen. Sobald die Diagnose gestellt wurde, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Durchblutung zu verbessern und das Herzinfarktrisiko zu verringern. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto eher kann das Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Dabei helfen auch Medikamente. Beispielsweise Aspirin wirkt blutverdünnend und kann einen Verschluss der Gefäße durch sich verklumpende Blutplättchen verhindern. Doch man kann auch selbst mit einer gesunden Lebensweise vorbeugen. Eine gesunde Ernährung gehört wesentlich dazu. Man sollte die kalorienarme, mediterrane Küche bevorzugen und viel Gemüse und Obst sowie gesunde Fette zu sich nehmen. Auf Zigaretten und Alkohol sollte man verzichten.


Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Meistgesuchte Themen A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017