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Frühjahrsputz: Zu viele Reinigungsmittel machen krank

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Frühjahrsputz  

Zu viele Putzmittel machen krank

03.03.2009, 12:02 Uhr | ts

Gesundheitsgefahr durch PutzmittelWeniger ist beim Putzen mehr (Foto: Imago)Fünfzehn verschiedene Reinigungsmittel befinden sich in einem durchschnittlichen deutschen Haushalt. Für jeden Bereich steht ein Spezialmittel parat. Doch je spezieller der Reiniger ist, desto mehr Schadstoffe enthält er. Noch gefährlicher ist die Kombination verschiedener Putzmittel: Dabei können gefährliche Stoffe entstehen. Ärzte schlagen deshalb Alarm: Putzmittel machen uns krank. Doch es geht auch anders. Tipps für einen unbedenklichen Frühjahrsputz.



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Krank vom Putzen

Spezialreiniger für Bad und Küche enthalten häufig gefährliche Schadstoffe. Um zwei Beispiele zu nennen: In Entkalkern befindet sich oft Ameisensäure. Rohrreiniger enthalten Natronlauge, WC-Reiniger Chlor. Werden solche Mittel in kleinen geschlossenen Räumen angewendet, können Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Schwindel auftreten. Experten raten deshalb einstimmig von Spezialreinigern ab. Sie können Allergien und Atembeschwerden auslösen, schwächen unser Immunsystem und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Gefährlicher Chemiecocktail

Richtig gefährlich wird es allerdings, wenn beim Hausputz verschiedene Reiniger benutzt werden. Dann kann ein gefährlicher Chemiecocktail entstehen. Reagiert beispielsweise das Chlor aus dem WC-Reiniger mit einem säurehaltigen Reiniger kann sich ätzendes Chlorgas bilden. Das Heimtückische daran: Die Reaktion kann auch erfolgen, wenn man die Mittel nacheinander benutzt, denn die kleinen Partikel bleiben lange Zeit in der Luft erhalten. Das gilt auch für Duftstoffe, die in Parfümen oder Raumsprays enthalten sind und ebenfalls zusammen mit Putzmitteln reagieren können.

Lieber nacheinander putzen

Antibakterielle Reiniger sind überflüssig. (Foto: imago)Antibakterielle Reiniger sind überflüssig. (Foto: imago)Dabei ist "richtig putzen" gar nicht so schwer, wie das Beispiel von Astrid Listner zeigt. Seit die junge Frau sich beim Putzen die Augen verätzt hat, ist sie vorsichtig geworden. "Ich putze nur noch eine Sache auf einmal," erklärt die Journalistin. "Wenn ich Kontakt mit chlorhaltigen Mitteln hatte, putze ich zum Beispiel erst am nächsten Tag die Küche mit einem Essigreiniger." Doch das ist nicht die einzige Konsequenz, die Listner aus ihrem Unfall gezogen hat. Sie verzichtet jetzt beim Putzen auf Sprühflaschen, die die Partikel besonders fein im Raum verteilen, und achtet verstärkt auf die Inhaltsstoffe von Putzmitteln. "Außerdem putze ich nur noch bei offenem Fenster."

Ein wenig Schmutz macht gesund

Experten gehen noch einen Schritt weiter und raten, einfach die Menge an Putzmitteln drastisch zu reduzieren. Mehr als vier Reiniger braucht kein Haushalt: ein milder Allzweckreiniger, ein Scheuermittel, ein Spülmittel und ein Reiniger mit Essigsäure reichen völlig aus. Generell gilt: Reiniger so niedrig wie möglich dosieren und im Zweifelsfall lieber auf bewährte Hausmittel zurückgreifen. Desinfektionsmittel sollten nur in Ausnahmefällen verwendet werden. Denn beim Hausputz geht es nicht darum, die Keime völlig zu beseitigen, sondern sie auf ein gesundheitsverträgliches Maß zu reduzieren. Ärzte sind sich einig: Ein Minimum an Keimen ist nötig, um unsere Abwehrkräfte zu trainieren. Wie eine britische Studie zeigt, erkranken Kinder aus Haushalten, in denen häufig chemische Reiniger zum Putzen eingesetzt wird, doppelt so oft. Deshalb: Finger weg von der Chemiekeule!

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