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Fertige Reisesets oft teuer und beliebig

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Reiseapotheke  

Fertige Reisesets oft teuer und beliebig

13.06.2009, 14:37 Uhr | AP

Gesundheit: Fertige Urlaubssets sind oft beliebig zusammengestellt. (Foto: imago)Fertige Urlaubssets sind oft beliebig zusammengestellt. (Foto: imago)„Ab ans Meer“ heißt die fertige Reiseapotheke, die für 19,99 Euro im Handel ist. Darin hübsch verpackt: Lippenherpescreme, Augen- und Ohrentropfen, Gel gegen Mückenstiche sowie eine Lotion nach dem Sonnenbad. Nur: Gegen gängige Urlaubserkrankungen wie Magen-Darm-Probleme oder Erkältung nutzt das rein gar nichts. Das Fernreise-Set für zwei Personen zum stolzen Preis von 139,99 Euro kann sogar gefährlich werden, wenn einen das Gelbfieber schüttelt und das falsche Schmerzmittel im Gepäck ist. Viele Fertig-Angebote seien beliebig zusammengestellt und ihr Geld nicht wert, warnen Experten. Ist die Ausstattung im Ernstfall nicht zu gebrauchen, muss der Urlauber medizinische Hilfe in Touristenhochburgen oft teuer bezahlen. Vor allem für ältere Menschen und chronisch Kranke ist eine optimale Ausstattung wichtig.

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In Reisesets oft Dinge enthalten, die man nicht braucht

Mit fertigen Reiseapotheken verhält es sich wie mit Werkzeugkästen, meint Mathias Arnold, Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA): Man kauft Dinge mit, die man nicht gebrauchen kann. Was von der Stange kommt, passt vor allem im Gesundheitsbereich selten perfekt. In den Komplettpaketen stecken beispielsweise viele Pflasterstreifen, aber kein Mittel gegen die häufigsten Gesundheitsprobleme auf Reisen, nämlich Durchfall, Verstopfung oder Erkältungen aufgrund klimatisierter Räume. In Spezial-Angeboten für Bergwanderer finden sich zwar Rettungsdecken und Multivitamin-Mittelchen, aber keine Blasenpflaster für strapazierte Füße. Einige Sets sind nach Expertenansicht nicht nur kostspielig und mit überflüssigen Präparaten bestückt. Sie enthalten häufig auch nur Probepackungen, etwa für eine Nasensalbe, oder Zahncreme-Tübchen.

Reiseapotheke immer selbst zusammenstellen

Für eine bestmögliche Selbstmedikation im Urlaub sollte die Grundausstattung in jedem Fall selbst zusammengestellt werden, sind sich die Fachleute einig. Wer einen Arzt oder Apotheker fragt, geht auf Nummer sicher. Reisemediziner des ADAC empfehlen chronisch Kranken, dringend benötigte Medikamente im Handgepäck mitzunehmen, nicht im Koffer. Geht der verloren, kann es schwierig werden, im Urlaubsland auf die Schnelle Ersatz zu beschaffen. Der Urlaubsvorrat sollte großzügig bemessen sein, mindestens 50 Prozent mehr als normalerweise benötigt.

Grundausstattung: Sonnenschutz, Pflaster und Desinfektion

Auch ist die eigene Zusammenstellung nicht nur maßgeschneidert, sondern auch billiger. Die Reisemediziner des Autoclubs ADAC empfehlen jedem Reisenden eine Grundausstattung aus Schere, Pflaster, Wunddesinfektionsmittel, Sonnencreme, Pinzette, Fieberthermometer, Insektenschutz sowie Präparaten gegen Husten und Schnupfen. Welche Pillen, Tropfen und Salben darüber hinaus noch mit müssen, hängt immer davon ab: Wo geht es hin, in welcher Jahreszeit, wird im Urlaub Sport getrieben und hat der Reisende chronische oder akute Gesundheitsschwächen, sagt Arnold. Konkrete Hilfestellung beim Zusammenstellen von unterschiedlichsten Reiseapotheken bietet das Deutsche Grüne Kreuz in Marburg gegen eine Schutzgebühr von zwei Euro unter dgk.de.

Dental-Sets höchstens für den Dschungel

Reine homöopathische Urlaubs-Sets seien meist teuer, aber nicht erste Wahl für den, der in den Ferien schnell wieder fit sein wolle, betont der Apotheker aus Halle. Spezielle Dental-Ausrüstungen, mit denen sich Reisende im Notfall selbst Zahnkronen und Füllungen richten können, machten höchstens in Gegenden weitab jeder Zivilisation Sinn. Für Abenteuer- oder exotische Fernreisen reicht eine fertige Komplettapotheke mit beliebig zusammengemixten Medikamenten ohnehin nicht aus. Das Grüne Kreuz hält es für sinnvoll, sich je nach Reiseziel und persönlichem Gesundheitszustand einige Wochen vorher schon vom Arzt oder Apotheker beraten zu lassen - vor allem, wenn es in Länder geht, wo die medizinische Versorgung bekanntermaßen mangelhaft ist, wo Prophylaxe- und Impfmaßnahmen notwendig werden.

Vor einer Fernreise genau übers Reiseland informieren

"Unwissenheit kann gefährlich sein. Wer in Gegenden fährt, wo Gelbfieber, Malaria oder die Schlafkrankheit angesagt sind, verbieten sich beispielsweise Schmerzmittel, die das Blut schneller gerinnen lassen", gibt Apotheker Arnold zu bedenken. Fernreisende sollten sich in jedem Fall informieren, bevor sie ihren Medikamenten-Mix einpacken.

Empfehlenswert: Elektronische Gesundheitskarte

Zusätzlich zur optimalen Reiseapotheke empfiehlt sich vor der Abreise das Anlegen einer elektronischen Gesundheitsakte, die durch einen Arzt geführt werden kann. Empfehlenswert sei der Service insbesondere für Ältere und chronisch kranke Reisende wie Allergiker, Diabetiker oder Asthmatiker, erläutert Lothar Münnix, Arzt und Geschäftsführer des Centrums für Reisemedizin in Düsseldorf (CRM). In der webbasierten Datei könnten Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme aufgelistet werden, Blutdruckwerte, Diagnosen, Arztbriefe, Medikamente oder Röntgenbilder. Die Daten seien dann im Notfall überall auf der Welt abrufbar.

Reise-Checklisten zum Download im Internet

Der Aktenbesitzer bestimmt nach CRM-Angaben allein, welche Informationen er ablegen möchte und wem er erlaubt, auf diese Daten zuzugreifen. Erkrankt er am Urlaubsort, kann er einen Arzt vor Ort berechtigen, seine Akte einzusehen, um ihn auf Basis fundierter Daten bestmöglich zu behandeln. Speziell für medizinische Notfälle eingetragene Notfalldaten stehen Ärzten auch unabhängig von einer Berechtigung zum Abruf bereit.

Haben Sie auch an alles gedacht? Checklisten für die Reiseapotheke

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