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US-Pharmafirma soll Studien geschönt haben (Teil 2)

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Arzneimittel-Skandal  

US-Pharmafirma soll Studien geschönt haben (Teil 2)

06.08.2009, 11:52 Uhr | Spiegel Online

Zwei Jahre später erschien der Artikel mit fast identischem Wortlaut im "Journal of Reproductive Medicine." In ihm wird die Hormon/Ersatztherapie als "Goldstandard" bei der Behandlung von Schweißausbrüchen und Hitzewallungen bezeichnet.

Studie zeigt: Hormone sind gefährlich

Das Skandalöse: Bereits drei Jahre zuvor hatten seriöse Untersuchungen ergeben, dass die Gabe von Hormonen an gesunde Frauen in der Menopause gefährlich sein kann. Die amerikanische Langzeitstudie "Women's Health Initiative" (WHI) mit 17.000 Teilnehmerinnen musste im Jahr 2002 abgebrochen werden, weil sich die Risiken der Hormongabe als höher herausstellten als der medizinische Nutzen. Die untersuchten Präparate erhöhten das Risiko für Brustkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Behörden für Arzneimittelsicherheit weltweit empfehlen die Therapie seitdem nur noch bei schweren Wechseljahrsbeschwerden und in Ausnahmefällen, etwa bei Osteoporose.

Fachartikel kommen meist von PR-Agenturen

Ein Wyeth-Sprecher sagte der "New York Times", die von der Firma gesponserten Artikel seien wissenschaftlich korrekt gewesen. Zudem sei es gängige Praxis, dass Pharmafirmen PR-Agenturen beauftragten, um Autoren beim Verfassen von Fachartikeln zu unterstützen. Allerdings hat das Unternehmen seine Praxis nun mittlerweile in einem Detail verändert: Zwar bezahlt es noch immer Kommunikationsfirmen für das Verfassen von Fachartikeln. Doch nach Angaben eines Wyeth-Anwalts wird seit 2006 in den Publikationen darauf hingewiesen, wenn die Firma die Arbeit finanziell unterstützt hat.

Ärzte glauben wissenschaftlichen Artikeln

Ein Problem aber bleibt: Ärzte müssen sich auf das verlassen, was in wissenschaftlichen Publikationen steht. Die Fachzeitschrift "PLoS Medicine" beschäftigte sich erst kürzlich mit dem Problem von Ghostwritern in medizinischen Publikationen. "Ghostwriting ist eine wissenschaftliche Irreführung, die entsprechend behandelt werden sollte", schrieb Peter C. Gøtzsche, Direktor des Nordic Cochrane Center in Kopenhagen. Wissenschaftliche Kommunikation basiere auf Vertrauen. Es sollte Forschern erlaubt sein, zu glauben, was sie lesen und darauf zu vertrauen, wenn sie Experimente planen und Patienten behandeln wollen. "Leider ist das nicht möglich", so Gøtzsche, "Interessenskonflikte gibt es überall. Pharmafirmen verdienen mit Hilfe von fehlerhaften Studien, Artikeln und Übersichtsarbeiten Milliarden von Dollar."

Verlage fordern Angaben zu Autoren

Einige Verlage und Fachmagazine scheinen mittlerweile dazugelernt zu haben: Sie fordern von ihren Autoren genaue Angaben darüber, wie ihre Artikel entstanden ist, woher die Zahlen stammen, welche Rolle sie selbst bei der Forschung gespielt haben und ob es Interessenkonflikte gibt. Doch viele Magazine haben diesen Schritt noch vor sich.

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