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Bakterien siedeln sich im Duschkopf an

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Bakterien  

Im Duschkopf siedeln sich Bakterien an

15.09.2009, 10:32 Uhr | dpa/ AFP

Bakterien: Im Duschkopf können sich gesundheitsschädliche Keime sammeln. (Foto: imago)Im Duschkopf können sich gesundheitsschädliche Keime sammeln. (Foto: imago)Bakterien lieben Duschköpfe. In der warmen, dunklen und feuchten Umgebung im Inneren der Brausen können sich sogenannte Biofilme bilden, in denen sich Bakterien konzentrieren, berichten Wissenschaftler in den "Proceedings" der amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Ist Duschen nun gefährlich? "Sicherlich nicht, wenn Ihr Immunsystem nicht geschwächt ist", sagte Norman Pace von der Universität Colorado in Boulder. Demnach müssen sich gesunde Menschen wenig Sorgen machen. "Aber es ist wie bei allen Dingen - es beinhaltet ein Risiko."


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Ersten Wasserstrahl nicht aufs Gesicht richten

Pace und seine Mitarbeiter hatten 45 Duschköpfe in neun Städten der USA untersucht. 30 Prozent enthielten demnach deutliche Mengen des Erregers Mycobacterium avium, der vor allem bei Menschen mit schwachem Immunsystem zu Lungenerkrankungen führen kann, erläuterte Pace in einer Mitteilung der Universität. Er kam in den Duschköpfen zum Teil hundertfach höheren Konzentrationen vorkam als in den städtischen Wasserversorgungsnetzen. Pace warnte davor, das erste Wasser aus der Dusche direkt ins Gesicht zu spritzen. "Man bekommt wahrscheinlich eine besonders große Ladung Mycobacterium avium ab, die nicht allzu gesund sein dürfte."

Gefahr für kranke Menschen


Das Team untersuchte die Menge und Art der Bakterien in den Biofilmen mit Hilfe von Gensequenzen und verglich die Zusammensetzung der Bakterien-Gemeinschaften mit der im Wasser der jeweiligen Orte. Dabei stellte es fest, dass in den Duschköpfen eine reiche Gemeinschaft "opportunistischer Bakterienarten" nistet. Das sind Bakterien, die bereits erkrankte Menschen befallen. Für gesunde Menschen bestehe kein Grund zur Beunruhigung. Zu den Hauptrisikogruppen gehören Schwangere, alte Menschen und solche, deren Immunsystem geschwächt ist.

Wasser eine Minute ablaufen lassen

Die fein zerstäubten Wassertropfen aus Duschköpfen könnten leicht Keime in die Lungen empfindlicher Menschen übertragen. Es ist aber noch unbekannt, wie groß das Infektionsrisiko durch das an den Bakterienkulturen vorbeiströmende Wasser sei. Dies müsse dringend untersucht werden, schreiben die Forscher. Da Plastikduschköpfe offensichtlich mit mehr Bakterien besiedelt seien, empfehlen sie Duschköpfe aus Metall. Eine sinnvolle Schutzmaßnahme ist außerdem, das Wasser eine Minute lang laufen zu lassen und sich erst dann unter die Dusche zu stellen. Da gilt vor allem, wenn die Dusche längere Zeit nicht benutzt wurde und sich in der Leitung abgestandenes Wasser gesammelt hat.

Chlorreiniger helfen nicht immer

Es ist laut Pace nicht leicht, die Bakterien zu bekämpfen. Im Versuch sei ein mit dem Mycobacterium gordonae befallener Duschkopf mittels Bleichmittel gereinigt worden. Weitere Tests einige Monate später zeigten, dass sich die Bakterienmenge nach dem Reinigen dreifach erhöht hatte. Solche Bakterien sind gegen Chlor resistent, folgerten die Forscher.

In der Küche lauern mehr Bakterien

Bakterien im Duschkopf sind jedoch kein Grund, im Badezimmer nur noch antibakterielle Reiniger zu verwenden. "Der Reiniger gelangt in die Umwelt und zerstört dort das bakterielle Gleichgewicht", sagt Professor Jürgen Heesemann, Mikrobiologe am Max von Pettenkofer-Institut in München. Eine mögliche Folge sei die Bildung von resistenten Bakterien. Die größte Keimgefahr im Haushalt geht nicht vom Bad, sondern von der Küche aus. Dort können sich beispielsweise beim Hantieren mit rohem Fleisch Salmonellen ausbreiten. Insbesondere Spülschwämme sind eine Brutstätte für Bakterien.

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