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Aids: Zahlen, Fakten und Hintergründe zu HIV und Aids

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HIV und Aids  

Aids - Noch gibt es keine Entwarnung

01.12.2009, 09:54 Uhr | AP

HIV: Die Schleife symbolisiert die Verbundenheit mit den HIV-Infizierten. Noch immer ist die Krankheit AIDS unheilbar. (Foto: dpa)HIV: Noch immer ist die Krankheit AIDS unheilbar. (Foto: dpa)Die Erfolge im Kampf gegen das HI-Virus geben Anlass zu Hoffnung: Weltweit sinkt die Zahl der HIV-Infektionen, in Deutschland scheint die Zunahme der Übertragungen gebremst. Fortschritte gibt es auch in der HIV-Therapie: 2009 starben deutlich weniger Infizierte als im Vorjahr. Die Ausbreitung des HI-Virus scheint vorerst gestoppt. Doch Entwarnung kann es noch nicht geben.

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33 Millionen Menschen mit HIV

Weltweit sank die Zahl der Aids-Neuinfektionen seit dem Jahr 2001 um 17 Prozent auf nunmehr 2,7 Millionen. Auch aus Afrika südlich der Sahara, der am schlimmsten betroffenen Region, meldet die Weltgesundheitsorganisation vor dem diesjährigen Welt-Aids-Tag einen Rückgang der Übertragungen um 15 Prozent. Dennoch tragen mit 33,4 Millionen Infizierten mehr Menschen das Virus als je zuvor. Dies liegt vor allem daran, dass mehr Patienten eine Behandlung erhalten und länger leben. Dennoch hält das Therapieangebot mit der Zahl neuer Infektionen bei weitem nicht Schritt. Auf fünf neue HIV-Patienten kommen derzeit nur zwei neue Behandlungen.

Jedes Jahr 3.000 Neuinfizierte

In Deutschland steckten sich nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) im vergangenen Jahr rund 3.000 Menschen mit HIV an. "Die Zahl der Neuinfektionen hat sich seit 2007 stabilisiert, nachdem sie einige Jahre lang angestiegen war", sagt RKI-Mitarbeiter Osamah Hamouda. Insgesamt tragen bundesweit etwa 67.000 Menschen das Virus.

Behandlung in den letzten Jahren deutlich verbessert

Die Zahl der verstorbenen Infizierten sank deutlich von 650 im Jahr 2008 auf etwa 550. Grund für die erfreuliche Entwicklung sind effektivere Therapien. Mit dem Integrasehemmer Raltegravir und dem CCR5-Hemmer Maraviroc bereichern seit rund zwei Jahren zwei neue Wirkstoffklassen das Arsenal der Ärzte. "Die HIV-Behandlung hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert", sagt Norbert Brockmeyer, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/Aids. "Das Spektrum der Medikamente ist mittlerweile so breit, dass die weitaus meisten Patienten auf die Mittel ansprechen." Damit nähert sich ihre Lebenserwartung der der übrigen Bevölkerung. "Wer sich mit 35 Jahren infiziert, hat bei frühzeitiger Behandlung eine Lebenserwartung von weiteren 40 Jahren", sagt Jürgen Rockstroh, Präsident der Deutschen Aidsgesellschaft. "Aber wir müssen klären, wie wir in diesen 40 Jahren andere Probleme am besten verhindern können. Der Umgang mit HIV im Alter ist eine der großen Herausforderungen." Denn sowohl die Infektion als auch die Nebenwirkungen der HIV-Therapie beschleunigen Alterungsprozesse. So steigert die ständige Stimulierung des Immunsystems chronische Entzündungen und damit das Risiko für Gefäßprobleme bis zum Herzinfarkt. Auch für Nieren- und Leberprobleme oder Osteoporose sind die Infizierten anfällig. "Wir sehen bei HIV-Patienten viele Erkrankungen durchschnittlich zehn Jahre früher als in der übrigen Bevölkerung", sagt Rockstroh.

Weiter Warten auf marktreifen Impfstoff

Als eine der wichtigsten Entwicklungen dieses Jahres bewertet der Immunologe die Resultate der Impfstudie in Thailand. Demnach senkte die Vakzine die Ansteckungsgefahr zwar nur um 31 Prozent. Aber schon von diesem bescheidenen Erfolg erhoffen Forscher einen Motivationsschub für die weitere Suche nach Impfstoffen. "All die Rückschläge der letzten Jahre führten zu einer Riesenfrustration", erzählt Brockmeyer. "Deshalb ist das Ergebnis aus Thailand auch aus psychologischer Sicht ganz wichtig: Das zeigt, dass es geht." Dennoch rechnet Brockmeyer in absehbarer Zeit nicht mit einem marktreifen Impfstoff. Umso wichtiger ist die Rolle der Prävention. Welche katastrophalen Folgen es hat, das Thema HIV zu tabuisieren, zeigt die Entwicklung in Russland und der Ukraine. Dort war bislang intravenöser Drogengebrauch hauptverantwortlich für die Ausbreitung. Da infizierte Drogenabhängige statt mit einer Therapie eher mit Gefängnis rechnen müssen, ist die Neigung gering, sich auf den Erreger testen zu lassen. Die Folge: Etwa 70 Prozent der Infizierten kennen ihren HIV-Status nicht - und übertragen das Virus damit eher auf ihre Sexualpartner. "In der Ukraine stecken sich inzwischen erstmals die meisten Menschen über heterosexuellen Geschlechtsverkehr an", sagt Brockmeyer. "Die Kriminalisierung und die fehlende Hilfe schieben das Problem in die Breite der Bevölkerung."

"Man hat Infektionskrankheiten nie unter Kontrolle"

In Deutschland wissen dagegen rund zwei Drittel der Betroffenen um ihre Infektion. Da gerade ein früher Therapiebeginn die Folgen der Erkrankung mildert und das Risiko einer Übertragung senkt, plädiert Hamouda für einen besseren Zugang zu HIV-Tests. Insbesondere Ärzte sollten auf dieses Angebot hinweisen, wenn ein Patient etwa aufgrund einer Syphilis ein erhöhtes Ansteckungsrisiko hat oder an einer typischen Begleiterkrankung einer HIV-Infektion leide. Eindringlich warnt Brockmeyer davor, sich auf dem Erfolg im Kampf gegen HIV auszuruhen. "Man hat Infektionskrankheiten nie unter Kontrolle", betont er. "Die Situation kann schnell wieder eskalieren."

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