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Medikamente: Jährlich 25.000 Tote durch Wechselwirkungen

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Medikamente  

Jährlich 25.000 Tote durch Wechselwirkungen

08.02.2010, 13:59 Uhr | dpa/ tze

Medikamente: Wer viele Medikamente nehmen muss, riskiert gefährliche Wechselwirkungen. (Foto: imago)Wer viele Medikamente nehmen muss, riskiert gefährliche Wechselwirkungen. (Foto: imago)Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 25.000 Menschen an Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten oder weil Präparate falsch eingenommen wurden. "Das sind mehr Todesopfer als im Straßenverkehr", sagte Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein, am Rande einer Fachtagung in Bonn. Vor allem ältere Menschen, die an mehreren Krankheiten leiden, nehmen täglich bis zu sechs verschiedene Medikamente. Da kann es leicht zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen.

Bis zu sechs Medikamente täglich

Wenn ein Arzt neue Medikamente verschreibt, sollte man ihn generell darauf aufmerksam machen, welche anderen Medikamente oder frei verkäufliche Arzneimittel man bereits einnimmt. Auch vermeintlich harmlose Pflanzenpräparate wie Johanniskraut können die Wirkung anderer Medikamente gefährlich beeinflussen. Menschen über 70 nehmen durchschnittlich sechs verschiedene Medikamente, bestätigt eine Untersuchung des Berufsverbands Deutsche Internisten (BDI). Medikamente gegen Diabetes, Bluthochdruck und hohe Blutfettwerte (Lipidsenker) werden demnach am häufigsten verordnet.

Ungünstiger Medikamentenmix

Selbst wenn ein Patient für jede Erkrankung das richtige Medikament bekomme, könne sich in der Summe ein ungünstiger Medikamentenmix ergeben, warnte BDI-Präsident Wolfgang Weisack in einer Pressemeldung des Verbandes und verdeutlichte: "Ein Schmerzmittel kann sich nachteilig auf die Nierenfunktion auswirken, was wiederum den Blutdruck erhöht, der wieder anderweitig behandelt wird, und so weiter." Der Internist sieht die Lösung darin, bei der Behandlung mehrerer Krankheiten Prioritäten zu setzen. Im Gegensatz zu jüngeren Patienten stünden bei Älteren gegenwärtige Probleme im Vordergrund: "So sind beispielsweise die eventuellen Spätfolgen eines nicht ganz so streng eingestellten Blutzuckers weniger bedeutsam als die Behandlung von Schmerzen, die ihn bei der Bewältigung des Alltags einschränken."

Menschen in Pflegeheimen sind besonders gefährdet

Weisack weist darauf hin, dass ältere Menschen außerdem einen langsameren Stoffwechsel haben als jüngere. Dies könne die Wirkung und Nebenwirkungen von Medikamenten verstärken. Insbesondere bei Menschen in Pflegeheimen, bestehe die Gefahr, dass sie über Jahre hinweg eine für sie ungünstige Kombination von Medikamenten einnähmen. Angehörige sollten veranlassen, dass ein Arzt regelmäßig überprüft welche Medikamente der Patient bekommt und welche davon noch nötig sind, rät der BDI-Experte.

Persönliche Medikamenten-Datei in der Apotheke


"Einen zusätzlichen Sicherheitsgurt" beim "Medikationsmanagement" möchte Apothekersprecher Preis einbauen. 70 bis 80 Prozent der Apotheken in Deutschland hätten bereits eine Datenbank aufgebaut, in der - nur bei ausdrücklichem Einverständnis der Patienten - deren Medikamenten-Daten gesammelt werden. "Der Stammapotheker kann damit sehen, ob Wechselwirkungen zu befürchten sind, ob es Doppelverschreibungen gibt, ob das rezeptfrei gekaufte Medikament passt oder ob eine zusätzliche Überprüfung beim Arzt ratsam ist", erklärte Preis. "Das ist eine doppelte Kontrolle, die sehr sinnvoll ist und institutionalisiert werden müsste." "Es geht darum, teuer verordnete und von den Kassen gezahlte Medikamente auch optimal für den Patienten einzusetzen", betonte der Apothekersprecher.

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