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Blutvergiftung: Mehr Tote durch Blutvergiftung

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Blutvergiftung  

Immer mehr Menschen sterben an Blutvergiftung

05.05.2011, 10:19 Uhr | dpa/jlu

Blutvergiftung: Mehr Tote durch Blutvergiftung. Blutvergiftung: Immer mehr Menschen sterben an einer Blutvergiftung. (Foto: imago)

Immer mehr Menschen sterben an einer Blutvergiftung. (Foto: imago)

In den vergangenen Jahren hat die Sterberate bei einer Blutvergiftung nach Ansicht von Medizinern deutlich zugenommen. "Das ist natürlich auf den ersten Blick enttäuschend, ist aber dadurch bedingt, dass wir zunehmend immer kränkere Patienten behandeln, also eine Folge der Hochleistungsmedizin", sagt Eugen Faist, Professor für Chirurgie am Münchner Universitäts-Klinikum Großhadern.


Täglich 420 Patienten mit Blutvergiftung

Laut Faist erleiden in Deutschland durchschnittlich rund 420 Menschen pro Tag eine Blutvergiftung (Sepsis). Fast jeder dritte Patient sterbe daran. Damit sei die Blutvergiftung die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, sagte der Chirurg. Der Grund: Immer häufiger werden auch ältere Menschen operiert, die durch ihr Alter anfälliger für eine Blutvergiftung seien. Zudem könnten schwer verletzte Unfallpatienten durch das moderne Rettungssystem heute länger am Leben gehalten werden. Diese massiv geschwächten Patienten seien dann häufig von schweren Infektionen betroffen und oft Opfer einer Blutvergiftung.

Neue Therapien sollen helfen

Um die Todesfälle in den nächsten zehn Jahren zu halbieren, wollen Ärzte vermehrt Stammzellen und neue Methoden der Entzündungshemmung einsetzen, sagt Faist. "Bei Schwerkranken mit Leberversagen, ohne verfügbares Transplantat, kann man beispielsweise versuchen, die Organfunktion durch die Gabe von Stammzellen zu erhalten." Bislang gebe es jedoch nur einzelne solcher Therapieversuche. Auch mit einer anderen Methode werde derzeit versucht, eine Sepsis zu behandeln: Bestimmte Eiweißmoleküle sollen sich mit weißen Blutkörperchen verbinden und dadurch die tödliche Körperentzündung verhindern.

Organversagen kann tödlich enden

Zu einer Blutvergiftung kommt es beispielsweise, wenn Bakterien über offenen Wunden in den Körper eindringen. Dadurch entzündet sich die Haut. Wird die Infektion nicht behandelt, breitet sich das Gift der Keime über die Blutbahn aus und erfasst nach und nach alle Organe. Die Folge: Die Sauerstoffversorgung der Organe verschlechtert sich und der Körper kann lebenswichtige Funktionen nicht mehr aufrechterhalten. Deshalb kann es innerhalb weniger Stunden zu einem Versagen von Niere, Lunge, Leber und Kreislauf kommen.

Lungenentzündung löst Sepsis aus

Für einen Blutvergiftung gibt es verschiedene Ursachen. "Prinzipiell kann jede Infektion mit Bakterien oder Pilzen zu einer Sepsis führen. Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen ist die Krankheitsursache eine Entzündung der Lunge oder des Bauchraums", sagt Professor Frank M. Brunkhorst von der Deutschen Sepsis-Gesellschaft. Doch auch andere Krankheitsherde wie kleine Verletzungen, Schürfwunden oder Verbrennungen können eine Sepsis auslösen. Die Gefahr einer Blutvergiftung ist besonders für Menschen mit einem angeschlagenen Immunsystem groß. Doch auch die Zahl der Erreger und ihre Aggressivität ist für das Ausbrechen einer Sepsis ausschlaggebend.

Roter Strich ist selten eine Blutvergiftung

Vorbeugen kann man einer Blutvergiftung nicht. Deshalb ist es wichtig, dass die Krankheit so früh wie möglich erkannt und behandelt wird. Allerdings gibt es keine eindeutigen Symptome, die auf eine Sepsis hindeuten. Oft ähneln die Beschwerden einer Grippe: Die Erkrankten haben Fieber, atmen schnell und fühlen sich matt. "Wer zusätzlich unter Bewusstseinsveränderungen wie Halluzinationen oder Verwirrtheit leidet, Atemnot und Herzrasen bekommt, hat wahrscheinlich eine Blutvergiftung", sagt der Mediziner. Ein roter Strich, der von der Wunde zum Herz wandert, ist nur selten ein Zeichen für einen Sepsis. "Er deutet lediglich darauf hin, dass sich in den Lymphbahnen eine Entzündung ausbreitet", erklärt Brunkhorst.

Antibiotika soll Erreger bekämpfen

Nachweisen lässt sich eine Sepsis mit einem Bluttest. Fällt dieser positiv aus, muss der Betroffene meist auf der Intensivstation behandelt werden. Eine wesentliche Therapieform ist die Behandlung mit Antibiotika. Je nach Verlauf der Erkrankung können weitere Behandlungen hinzukommen. So kann es sein, dass Patienten künstlich beatmet oder ernährt werden müssen oder ein Dialysegerät brauchen. Damit sich die Vergiftung nicht ausbreitet, kann der Infektionsherd, zum Beispiel die infizierte Gallenblase, entfernt werden.

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