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Vulkanasche: Probleme für Allergiker und Asthmatiker

10.08.2011, 10:18 Uhr | dpa/AFP, dpa, AFP

Vulkanasche: Probleme für Allergiker und Asthmatiker . Atemwege: Die Vulkanasche aus Island kann Menschen mit Atemwegs-Problemen schwer zu schaffen machen. (Foto: Archiv)

Die Vulkanasche aus Island kann Menschen mit Atemwegs-Problemen schwer zu schaffen machen. (Foto: Archiv)

Durch die aus Island über weite Teile Europas ziehende Aschewolke besteht für die Menschen in Deutschland nach Expertenangaben keine unmittelbare Gesundheitsgefahr. "Das ist nicht ungesünder, als wenn man in der Sahara in einen Sandsturm kommt", sagt der Würzburger Vulkanologe Bernd Zimanowski. Nach Einschätzung von Medizinern könnte der niedergehende Aschestaub allerdings Asthmatikern, Menschen mit Lungenerkrankungen und Pollenallergikern, deren Lungentätigkeit ohnehin schon beeinträchtigt ist, zu schaffen machen.

Bei niedergehender Asche zu Hause bleiben

Sobald schwarzgrauer Aschestaub auf Fensterbrettern oder Autos liegt, sollten diese Patienten auf "unnötige Freizeitaktivitäten" im Freien verzichten und möglichst im Haus bleiben, empfiehlt Michael Barczok, Lungenfacharzt in Ulm. Feiner Aschestaub, der kleinste Glaspartikelchen enthält, kann über die Lunge in den Körper eindringen und bei vorbelasteten Menschen zum Beispiel Asthmaanfälle oder Entzündungen auslösen. Besonders betroffen seien Menschen mit Asthma, Bronchitis und Lungenaufblähung (Emphysem).

Kleine Teilchen gelangen tiefer in die Lunge

"Kleine Teilchen von weniger als zehn Mikrometer Größe sind gefährlicher, weil sie tiefer in die Lunge eintreten können", wird Maria Neira, WHO- Gesundheitsexpertin, in einer Erklärung zitiert. Nach einer ersten WHO-Analyse sind etwa ein Viertel der in dem Aschestaub des Vulkans enthaltenen Teilchen weniger als zehn Mikrometer groß. "Wer draußen etwas in Rachen oder Lunge spürt, eine laufende Nase oder juckende Augen bekommt, sollte ins Haus gehen und seine Aktivitäten draußen begrenzen", erklärte die Expertin.

Pollenallergiker könnten gefährdet sein

Auch Pollenallergikern drohen möglicherweise zusätzliche Beschwerden. Laut Lungenfacharzt Barczok kann sich der Staub aus der Aschewolke an die derzeit massiv fliegenden Birkenpollen heften und die Pollen so aggressiver machen. Dieses Phänomen gebe es auch bei Pollen und Feinstaubpartikeln aus dem Straßenverkehr, die zusammen mehr Beschwerden verursachen.

Gesunde Menschen haben nichts zu befürchten

Für gesunde Menschen ist der Vulkanstaub in der Regel unproblematisch. Zwar erhöhen die Aschepartikel die allgemeine Feinstaubbelastung. Entscheidend sei aber, wie viel Asche in welcher Konzentration am Boden ankomme, sagt Barczok. Ein unmittelbares Gesundheitsrisiko besteht nur für Menschen, die in Island direkt und in hoher Konzentration dem Vulkanstaub ausgesetzt seien.

Gesundheitsgefahr erst bei mehr als tausend Mal stärkerem Ausbruch

Das bestätigt auch Bernd Zimanowski, Geophysiker, der sich seit 35 Jahren mit Vulkanen beschäftigt. Die Eruption des isländischen Vulkans müsste "mehr als tausend Mal stärker sein", um sich generelle Sorgen zu machen. Die Asche sei nicht giftig. Zudem seien die darin enthaltenen Glaspartikelchen relativ instabil und würden sich in der Lunge recht schnell abbauen. Auch traten bei dem Vulkanausbruch unter einem isländischen Gletscher nach Angaben des Experten bislang sehr wenig gefährliche Gase wie Schwefeldioxid oder Fluorkohlenwasserstoff aus.

Vulkanaschewolke hat Boden nicht erreicht

Auch das Umweltbundesamt gibt für Deutschland Entwarnung. Die Vulkanaschewolke habe den Boden bislang nicht erreicht und befinde sich in höheren Luftschichten. "Sofern keine extrem hohen Konzentrationen am Boden erreicht werden, bergen die bei einem Vulkanausbruch emittierten Stäube kein erhöhtes gesundheitliches Risiko durch Einatmung", hieß es. Anders als Feinstaub aus vom Menschen verursachten Verbrennungsprozessen wie dem Straßenverkehr sei Vulkanstaub natürlichen Ursprungs und bestehe vor allem aus Vulkangesteinspartikeln und Aerosolen. "Selbst wenn eine deutliche Erhöhung der Feinstaubkonzentration am Boden eintritt, ist das gesundheitliche Risiko daher als gering anzusehen."

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