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Wechseljahre: Sind Wechseljahre des Mannes ein Mythos der Pharmaindustrie?

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Wechseljahre  

Männer haben keine Wechseljahre

13.01.2011, 16:28 Uhr | tze

Wechseljahre: Sind Wechseljahre des Mannes ein Mythos der Pharmaindustrie?. Wechseljahre: Kommen auch Männer in die Wechseljahre?  (Foto: Archiv)

Kommen auch Männer in die Wechseljahre? (Foto: Archiv) (Quelle: Hersteller)

"Auch Männer haben ihre Wechseljahre." Diese Behauptung mag für Fauen tröstlich klingen und Männer in reifem Alter dazu verleiten, sich Testosteronpräparate verschreiben zu lassen. Aber sie stimmt nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das "New England Journal of Medicine" veröffentlicht hat. Zwar sinkt mit zunehmendem Alter der Testosteronspiegel. Aber dies ist nicht zwingend die Ursache für Potenzstörungen, Leistungsschwäche und Stimmungsschwankungen.

Ein neues Männerleiden namens "Padam"

In den letzten Jahren sind die angeblichen Wechseljahre des Mannes sogar zu einem Krankheitsbild stilisiert worden: "Partielles Androgendefizit des Mannes", abgekürzt Padam. Damit wird der Rückgang des männlichen Sexualhormons Testosteron umschrieben. Ärzte rieten Männern mit niedrigem Hormonspiegel zur Testosterontherapie mit Spritzen oder Gels zum Auftragen auf die Haut. Dabei ist der Nutzen der Therapie wissenschaftlich umstritten, zumal die Testosteronzufuhr Risiken birgt, beispielsweise unter Umständen das Risiko für Prostatakrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht.

Studie an über 3300 Männern

Fakt ist: Bei Männern sinkt die Testosteronproduktion ab dem 40. Lebensjahr um etwa ein Prozent pro Jahr. Doch ist das der Auslöser für vermeintliche Wechseljahresbeschwerden? Das untersuchte ein Forscherteam unter der Leitung von Frederick Wu von der Universität Manchester. Die Forscher untersuchten 3369 Männer im Alter zwischen 40 und 79 Jahren in acht europäischen Ländern. Sie maßen deren Testosteronspiegel und befragten sie zu 32 Beschwerden, die immer wieder mit Testosteronmangel in Verbindung gebracht werden.

Testosteronmagel kann Erektionsstörungen auslösen

Das Ergebnis der Studie: Nur drei sexuelle Symptome ließen sich eindeutig auf den niedrigen Testosteronspiegel zurückführen: Erektionsstörungen, schwächer ausgeprägte Morgenerektionen und weniger sexuelle Phantasien. Allerdings waren davon auch nur zwei Prozent der untersuchten Männer betroffen - die meisten davon in der Altersgruppe zwischen 70 und 79. Viele andere Beschwerden wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen sowie nachlassende Kraft und Ausdauer waren nur minimal oder gar nicht an den Testosteronspiegel gekoppelt. Vor allem psychische Beschwerden traten unabhängig von der Konzentration des Sexualhormons auf.

Potenzprobleme haben meist andere Gründe

Mit den Wechseljahren der Frau lassen sich diese Männerprobleme jedenfalls nicht vergleichen. Professor Klaus Vetter, Chefarzt der Klinik für Geburtsmedizin am Klinikum Neukölln, verdeutlicht: "Bei Frauen sinkt der Hormonspiegel von 100 auf 0, bei Männern gibt es einen Übergang von viel auf weniger. Das ist sehr unterschiedlich." Die Potenz leide auch unter Konflikten in der Partnerschaft sowie ungesunder Lebensweise wie Rauchen und Alkoholkonsum. Abhilfe verspricht Viagra, doch die Potenzpille sei "nur eine Krücke". Der Arzt warnt davor, Leistungsfähigkeit mit Zufriedenheit zu verwechseln. "Der Penis ist nur der Endpunkt einer komplexen Geschichte." Auch in der Männerheilkunde dürfe die biografische Situation nicht zu kurz kommen. Wichtig sei eine Beziehung, in der man sich wohlfühlt. Sowohl für Frauen als auch für Männer gelte: "Hormone alleine sind nicht die Lösung."

Nicht Wechseljahre, sondern Midlife Crisis

"Grund für Liebesunlust ist eher Frust über die Lebenssituation. Die Krise mit einer Extraportion Testosteron bewältigen zu wollen, ist aber nicht möglich", schreibt der Arzt und Medizinjournalist Michael Prang. In seinem Buch "Die 101 größten Gesundheitsirrtümer" widerlegt auch er den Mythos der männlichen Wechseljahre. Sein Rat: "Erfolg versprechender wäre eine Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage, ein offenes Gespräch mit der Partnerin oder, wenn nötig, psychotherapeutische Hilfe."

Ratgeber: Wechseljahre bei Männern

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