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Hantavirus  

Hantavirus auf dem Vormarsch

10.08.2011, 10:18 Uhr | dpa/ag

Hantavirus auf dem Vormarsch. Hantavirus: Die Rötelmaus gilt als Hauptüberträgerin der Hantaviren. (Foto: imago)

Die Rötelmaus gilt als Hauptüberträgerin der Hantaviren. (Foto: imago)

Mäuse sind der Grund dafür, dass in Deutschland die Infektionen mit Hantaviren in die Höhe geschnellt sind. Bis Ende Juli gab es bereit 1148 gemeldete Erkrankungen - im Vergleich zu nur 25 Fällen im ersten Halbjahr 2009, heißt es im jüngsten Bulletin des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI). Das Hantavirus ist nicht harmlos. Es kann beim Menschen hohes Fieber, Kopf- Bauch- und Rückenschmerzen auslösen. Auch akutes Nierenversagen ist möglich. Todesfälle durch Hantaviren sind dem RKI bisher aber nicht bekannt. Wir nennen ihnen fünf Tipps, mit denen Sie vorbeugen können.


Gefahr geht von der Rötelmaus aus

Virusträger sind in Deutschland vor allem Rötelmäuse in Wald, Flur und so manchem Hauskeller oder Dachboden. Dass die Ansteckungszahlen so rapide steigen, habe wahrscheinlich mit der Vermehrung der Mäuse in diesem Jahr zu tun, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Dienstag. Es gab reichlich Bucheckern zum Fressen, eine feste Schneedecke im Winter hat viele Tiere vor Frost und Feinden geschützt. Auch 2007 war ein gutes Rötelmaus-Jahr. Damals stiegen die Infektionszahlen beim Menschen auf rund 1700 gemeldete Fälle an.

Vorsicht bei Kontakt mit Mäusekot

Übertragen wird das Hantavirus über Speichel, Urin und Kot der Mäuse. Das alles sammelt sich zum Beispiel in den Staubschichten ländlicher Regionen an. Wer Rötelmäuse am oder im Haus hat, kann den Erreger über aufgewirbelten Dreck einatmen. "Der Klassiker ist das Ausfegen einer Jagdhütte", ergänzte Glasmacher. Denn mitten im Wald sind die Mäuse besonders häufig anzutreffen. Sie leben aber auch gern in Scheunen, Schuppen, Ställen und verlassenen Häusern. Mundschutz und Handschuhe beim Fegen und Aufräumen helfen aber schon, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Impfstoff gibt es bislang nicht

Am häufigsten kommen Infektionen bisher auf der Schwäbischen Alb, im Spessart, im Bayerischen Wald, im Osnabrücker Land und im Münsterland vor. Doch auch aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg- Vorpommern und Thüringen wurden schon vereinzelt Fälle gemeldet. Bisher gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gegen Hantaviren. Als bestes Abwehrmittel gilt, Keller, Schuppen und Dachböden von Mäusen freizuhalten. Die Viren sind nach einem Fluss in Korea benannt. Während des Koreakriegs in den 50er Jahren erkrankten Tausende UN-Soldaten an der Infektion. Von Mensch zu Mensch ist das Virus wahrscheinlich nicht übertragbar.

Hohes Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen

Bis die Erkrankung nach einer Ansteckung ausbricht, dauert es meist zwei bis vier Wochen - die bisher beobachtete Zeitspanne reicht von 5 bis 60 Tagen. "Die Hanta-Virus-Erkrankung verläuft ähnlich wie eine Grippe mit abrupt einsetzendem hohem Fieber für drei bis vier Tage, sowie mit Kopf-, Bauch-, und Rückenschmerzen, die etwa drei Wochen anhalten können", erklärt Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Im schlimmsten Fall könne es zu Nierenversagen kommen, so dass eine Dialyse erforderlich werde. Ungefähr die Hälfte aller Patienten müsse im Krankenhaus behandelt werden. "Andere schwere Komplikationen wie Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie im Gehirn sind aber zum Glück bei der hierzulande, verbreiteten milden Virusvariante eher selten", sagt der Professor.

Wie erkennt man das Virus?

Diagnostiziert wird das Hantavirus anhand von Antikörpern im Blut. Diese Tests sind schnell und unkompliziert. Allerdings hat sich bei den Hausärzten das Wissen um die relativ neue Krankheit noch nicht durchgesetzt. Oft werden Fehldiagnosen gestellt und Antibiotika verabreicht, die jedoch keine Wirkung auf den Erreger haben.


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