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Stammzellspende: Mit zwei Wattestäbchen werden Sie Lebensretter

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Stammzellspende  

Mit zwei Wattestäbchen Lebensretter werden

18.09.2016, 10:23 Uhr | Tanja Zech, t-online.de

Stammzellspende: Mit zwei Wattestäbchen werden Sie Lebensretter . Stammzellenspende: Gewebetypisierung per Wattestäbchen.  (Quelle: DKMS)

Gewebetypisierung per Wattestäbchen. (Quelle: DKMS)

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Für viele ist eine Stammzelltransplantation die einzige Chance auf Heilung. Je mehr Menschen sich als Spender registrieren lassen, desto mehr Leben können gerettet werden. Die Ermittlung der Gewebemerkmale ist  kurz und schmerzlos: Man braucht nur zwei Wattestäbchen.

Für 80 Prozent der Erkrankten wird ein Spender gefunden

Bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Tübingen haben sich bereits über zwei Millionen Menschen registrieren lassen. Seit ihrer Gründung vor 19 Jahren hat die gemeinnützige Gesellschaft fast 22.000 Stammzelltransplantationen ermöglicht. "Inzwischen können wir für etwa 80 Prozent der Betroffenen einen passenden Spender finden," sagt eine Sprecherin der DKMS. Doch gleichzeitig bedeutet dies, dass jeder fünfte Leukämiekranke vergeblich wartet.

Dass jeder plötzlich diese Blutkrankheit bekommen kann und dann dringend ein Stammzellspender gefunden werden muss, darauf werden viele erst aufmerksam, wenn ein Familienmitglied, Freund oder ein Mensch aus dem Wohnort betroffen ist.

Typisierung durch Watte statt Nadel

Stammzellenspende: Das Typisierungsset wird zugeschickt.  (Quelle: DKMS)Jeder kann helfen, indem er sich als Stammzellspender registrieren lässt. Jede Neuaufnahme kostet die DKMS 50 Euro, die entweder vom Stammzellspender selbst oder aus Spendengeldern finanziert werden.

Heutzutage muss man sich für die Gewebetypisierung nicht einmal Blut abnehmen lassen. Wer sich per Brief oder auf der Homepage der DKMS als Spender anmeldet, bekommt eine Einverständniserklärung und ein Set mit zwei steril verpackten Wattestäbchen nach Hause geschickt. Die beigefügte Anleitung erklärt, wie man damit einen Abstrich von der Mundschleimhaut nimmt. Diese kleine Gewebeprobe wird an die DKMS zurückgeschickt. Sie genügt, um im Labor zehn entscheidende Gewebemerkmale zu bestimmen. Alternativ kann man an regionalen Typisierungsaktionen teilnehmen, bei denen eine winzige Menge Blut abgenommen wird - fünf Milliliter reichen schon.

Datenbank gleicht Gewebemerkmale ab

Die Gewebemerkmale der Spender werden anonymisiert in der Datenbank registriert und können schnell mit jenen von Erkrankten abgeglichen werden. Stimmen mindestens acht Merkmale überein, werden weitere Tests veranlasst. Zwar werden die Daten weltweit zur Verfügung gestellt, doch die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Spender zu finden, ist in der Heimatregion des Erkrankten am größten. "Jede ethnische Gruppe hat typische Gewebemerkmalskombinationen. Sie unterscheidet sich umso stärker, je weiter die Herkunft des Patienten und potenziellen Spenders auseinander liegen", erklärt die DKMS-Sprecherin.

Es wird kein Rückenmark entnommen

Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass dem Stammzellspender Rückenmark entnommen wird. Richtig ist, dass mit Punktionsnadeln ein wenig Knochenmark am Beckenknochen "gezapft" wird. Das geschieht unter Vollnarkose während eines etwa dreitägigen Krankenhausaufenthalts. Das gespendete Knochenmark regeneriert sich beim Spender innerhalb von zwei Wochen vollständig.

Daneben gibt es eine neue, ambulante Methode, die so genannte periphere Stammzellentnahme. Dabei bekommt der Spender fünf Tage lang einen hormonähnlichen Stoff unter die Haut gespritzt, der bewirkt, dass vermehrt Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut abgegeben werden. Diese werden dann mit einem speziellen Verfahren aus dem Blut des Spenders herausgelöst. Für beide Methoden gilt: Was für den Spender ein harmloser Eingriff ist, schenkt einem Leukämiekranken die Chance, zu überleben.

Als Stammzellspender registrieren

Wer sich als Stammzellspender registrieren lassen möchte, kann sich auf der Website der DMKS anmelden, oder per Post bei der DKMS die Unterlagen anfordern (DKMS-Zentrale, Kressbach 1,  72072 Tübingen).

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