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Heuschnupfen: Jetzt gegen Heuschnupfen "impfen" lassen

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Jetzt gegen Heuschnupfen "impfen" lassen

10.08.2011, 10:18 Uhr | tze / dpa

Heuschnupfen: Jetzt gegen Heuschnupfen "impfen" lassen. Heuschnupfen: Eine Immuntherapie kann die Beschwerden dauerhaft lindern. (Foto: Archiv)

Heuschnupfen: Eine Immuntherapie kann die Beschwerden dauerhaft lindern. (Foto: Archiv)

Rund 18 Millionen Deutsche leiden unter Heuschnupfen, Tendenz steigend. Inzwischen schniefen und keuchen manche Allergiker fast das ganze Jahr. Außerdem bekommen sogar immer mehr ältere Menschen plötzlich Heuschnupfen. Wer nicht nur die Symptome wie Schnupfen, Atemnot und tränende Augen behandeln möchte, sondern dem Körper die allergische Reaktion "abgewöhnen" will, sollte jetzt mit einer Immuntherapie beginnen. Herbst und Winter sind die beste Zeit für die Hyposensibilisierung.

Der Körper wird an die Allergieauslöser gewöhnt

Bei der Immuntherapie werden dem Patienten in kleiner Dosierung die Pollenbestandteile gespritzt, gegen die er allergisch ist. Dadurch soll sich Körper an die Allergieauslöser gewöhnen und nicht mehr überempfindlich darauf reagieren. Die Therapie erstreckt sich über drei Jahre. Dabei wird die Dosis allmählich erhöht. "Schon nach einem Jahr zeigen rund 80 Prozent der Patienten weniger Beschwerden", weiß Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Lungenfachärzte.

Spitze, Tropfen oder Tabletten

Die Hyposensibilisierung wird nicht nur bei Allergien gegen Gräser- und Baumpollen, sondern auch gegen Insektengifte, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Tierhaare eingesetzt. Üblicherweise bekommen die Patienten regelmäßig eine Spritze in der Arztpraxis. Alternativ kann man die Allergieauslöser auch in Form von Tabletten oder Tropfen zu Hause einnehmen. "Das bieten wir vor allem Patienten an, die Angst vor Spritzen haben oder beruflich stark eingebunden sind und den Arzt nicht so oft aufsuchen können," erklärt der Lungenarzt.

Aus Heuschnupfen kann chronisches Asthma werden

"Aus jedem dritten, nicht ausreichend behandelten Heuschnupfen entwickelt sich ein chronisches Asthma bronchiale", warnt Barczok . Deshalb sei es wichtig, die Therapie möglichst früh in der Krankheitslaufbahn zu beginnen, am besten in den ersten fünf Jahren. Für Betroffene, deren Atemwege bereits durch langjähriges Asthma geschädigt sind, sie die Immuntherapie nicht mehr geeignet.

Keine Verschnaufpause mehr für Heuschnupfen-Geplagte

Grundsätzlich werden die Anti-Allergie-Spritzen im Herbst und Winter gesetzt, weil dann weniger Pollen unterwegs sind. Pollenfrei ist aber auch die kühle Jahreszeit nicht mehr: "Bedingt durch wärmere Winter- und Herbstmonate hat sich die Verbreitung und die Zusammensetzung der Pollen verändert", sagte Professor Karl-Christian Bergmann vom Allergiezentrum des Berliner Universitätsklinikums Charité der Nachrichtenagentur dpa. Dadurch beginnt die Saison für die Heuschnupfenpatienten früher und endet später. Zum Teil schon Mitte Dezember geht es mit den Haselnusspollen los. Und weil Kräuterpollen wie Beifuß oder Ambrosia länger fliegen, hört die Saison für einige Allergiker erst Ende Oktober, Anfang November auf. "Das gab es früher so nicht: Ende Januar, Anfang Februar ging es los und Anfang Oktober war Schluss", so Bergmann.

Pollen verbinden sich mit Umweltgiften

Nach Angaben des Experten steigt auch die Zahl der Pollen-Asthmatiker. "Die Pollen wirken zusammen mit anderen Stoffen, die mit in der Luft sind. Pollen können sich etwa mit Rußpartikeln vom Dieselmotor zusammentun. Wenn diese Kombination eingeatmet wird, hat sie eine wesentlich stärkere Wirkung für die Allergie, als wenn ich die Stoffe getrennt einatme."

Neue Pflanzenarten breiten sich aus

Zudem gebe es Pollen neuer Pflanzen in Deutschland. Beispiele sind die Ambrosia aus Amerika, Glaskraut aus Italien und sogar Olivenbäume. "Es kann auch sein, dass Pollen aggressiver, allergener geworden sind. Da wissen wir noch längst nicht alles", räumt der Experte ein. Auffällig sei auch, dass viele Heuschnupfen-Patienten einige Kern- und Steinobstsorten oder Gemüse nicht mehr vertragen." Zum Beispiel könnten einige Menschen, die gegen Birkenpollen allergisch seien, auf einmal keinen Apfel mehr essen, berichtete Bergmann. "Bei ihnen schwillt die Zunge an, die Mundschleimhaut brennt, ein starker Juckreiz ist da. Diese Unverträglichkeit hat mittlerweile jeder zweite Heuschnupfenpatient in Deutschland."

Immer mehr alte Menschen bekommen Heuschnupfen

Neu ist auch, dass häufiger Menschen im Seniorenalter erstmals Heuschnupfen bekommen. "Vor Jahrzehnten bekamen die meisten als Kind oder Jugendlicher diese Allergie. Heute kommen 70-Jährige zu uns in die Charité und wir stellen einen ganz frischen Heuschnupfen fest", wunderte sich der Allergie-Experte.

Heuschnupfen-Infos und Aktionen am 2. Oktober

Professor Bergmann ist auch Vorsitzender des Vereins "Deutscher Lungentag". Die bundesweite Veranstaltung rückt in diesem Jahr den Heuschnupfen in den Mittelpunkt. Das Motto: "Neues von der Klimabörse - Hochkonjunktur für Allergien". In rund 200 Praxen und Kliniken gibt es am 2. Oktober Lungentests, Sauerstoffmessungen, Vorträge und Informationen.

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