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Aspirin: "Wer regelmäßig Aspirin nehmen will, sollte zuerst mit seinem Arzt sprechen"

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Aspirin  

Vor regelmäßiger Einnahme von Aspirin mit dem Arzt sprechen

10.08.2011, 10:16 Uhr | dapd

Aspirin: "Wer regelmäßig Aspirin nehmen will, sollte zuerst mit seinem Arzt sprechen". Experten warnen vor eigenmächtiger Aspirin-Behandlung. (Foto: imago)

Experten warnen vor eigenmächtiger Aspirin-Behandlung. (Foto: imago)

Diese Meldung fand großes Interesse: Die regelmäßige Einnahme von Aspirin senke das Risiko, an Krebs zu erkranken, behaupteten vor kurzem britische Wissenschaftler. Jetzt unterstellen Experten der im Fachblatt "The Lancet" veröffentlichten Studie größere Mängel und warnen vor der eigenmächtigen, dauerhaften Einnahme von Aspirin. Patienten sollten vorher unbedingt mit ihrem Arzt sprechen.

Studie: Krebsrisiko sinkt um mindestens 20 Prozent

In der Untersuchung hatte ein Team um den Neurologen Peter Rothwell von der Universität Oxford acht Studien mit über 25.000 Teilnehmern ausgewertet. Ein Teil von ihnen nahm zum Schutz vor einem Herzinfarkt täglich mindestens 75 Milligramm des Aspirin-Wirkstoffs Acetylsalicylsäure (ASS), während die übrigen entweder andere Mittel schluckten oder aber Scheinpräparate. ASS könne das Risiko, etwa an Lungen- oder Prostatakrebs zu sterben, in 20 Jahren um 20 Prozent senken, berechnete Rothwell im Nachhinein und stützte sich dabei aber auf eine tatsächliche Nachbeobachtungszeit von lediglich vier Jahren. Das Präparat verringere die Darmkrebsmortalität sogar um 35 Prozent, erklärt der Forscher.

Experten sind skeptisch

Andere Experten bezweifeln dies. Denn ob die Teilnehmer aus den jeweiligen ASS-Gruppen den Wirkstoff tatsächlich kontinuierlich einnahmen, prüfte in den Studien niemand. Ebenso blieb unklar, ob die Personen aus den Kontrollgruppen das Präparat weiterhin mieden. Und ein Drittel der Studienteilnehmer waren Frauen. Ihnen brachte die Einnahme von über 75 Milligramm ASS merkwürdigerweise keinen Nutzen. Das passt zu einer großen früheren Untersuchung an fast 40.000 amerikanischen Frauen. Auch diese Studie hatte abgesehen von Lungenkrebs keine verringerte Tumorgefahr bei Aspirinkonsumentinnen gefunden.

Bei Aspirin drohen Nebenwirkungen

Zwar hält der Epidemiologe Eric Jacobs von der Amerikanischen Krebsgesellschaft die Resultate für durchaus plausibel. Aber eine US-Expertenkommission rät Menschen mit normalem Krebsrisiko explizit von der präventiven ASS-Einnahme ab, nicht zuletzt weil das Mittel die Blutgerinnung beeinträchtigt und Blutungen im Verdauungstrakt verursachen kann.

"Es ist sehr wichtig, die Vor- und Nachteile von Aspirin abzuwägen"

Andere Mediziner teilen dieses Urteil: "Auf Grundlage dieser Studie sollte man ganz bestimmt keine Therapieentscheidung treffen", sagt Raymond DuBois vom Anderson Krebszentrum der Universität von Texas. Die Kritik des Experten: Sämtliche acht Studien waren ursprünglich nur dafür angelegt, die Auswirkungen von ASS-Einnahme auf das Herzrisiko zu ermitteln. Ob die Teilnehmer aber Faktoren für eine erhöhte Krebsgefahr aufweisen wie etwa eine familiäre Vorbelastung, interessierte in diesem Zusammenhang niemanden. Und grundsätzlich bezweifelt DuBois, dass nur vier Jahre Nachbeobachtung ausreichen, um langfristige Rückschlüsse auf die Tumorgefahr zu ziehen.

Vor Dauereinnahme von Aspirin den Arzt fragen

Auch der britische Krebsexperte Ed Yong ist skeptisch. "Die Vor- und Nachteile von Aspirin gegeneinander abzuwägen ist sehr wichtig, und das sollte auf individueller Basis erfolgen", sagt der Mitarbeiter der Organisation Cancer Research UK. Er wies warnend darauf hin, dass die Einnahme von Aspirin Menschen als Entschuldigung dienen könne, um weiterhin rauchen zu können oder keine Diät einhalten zu müssen. "Wer überlegt, regelmäßig Aspirin zu nehmen, sollte zuerst mit seinem Arzt sprechen", betont Yong. Misstrauen an der Studie scheint auch aus einem anderen Grund angebracht: Sechs der sieben Autoren des "Lancet"-Artikels bezogen in der Vergangenheit Honorare von Pharmaunternehmen, die den Aspirin-Wirkstoff ASS oder ähnliche Arzneimittel herstellen.

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